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Börse Frankfurt Dax verliert mehr als 200 Punkte

Die deutschen Automobilhersteller stehen im Verdacht, sich bei der Abgassäuberung ihrer Motoren abgesprochen. Investoren werfen massenhaft alle entsprechenden Aktien aus ihrem Depot - allen voran Volkswagen.
Update: 21.07.2017 - 17:42 Uhr 1 Kommentar

„Der Welthandel kennt nur einen Trend: aufwärts“

FrankfurtDer steigende Euro hat am Freitag den europäischen Aktienbörsen den Wind aus den Segeln genommen. Vor allem der Dax bekam die Sorgen der Anleger vor den Folgen eines höheren Wechselkurses für die Exportunternehmen - wie die Autobranche - zu spüren. Der deutsche Leitindex rutschte bis zum Handelsschluss bei hohem Umsatz um 1,7 Prozent auf 12.240 Zähler ab. Zwischenzeitlich rutschte das Börsenbarometer unter die Marke von 12.220 Punkten.

Damit summiert sich der Wochenverlust auf mehr als drei Prozent. Der Euro Stoxx 50 fiel um 1,5 Prozent auf 3445 Punkte. Zugleich klettert der Euro in der Spitze um etwa einen halben US-Cent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 1,1677 Dollar. Der weiter schwelende Diesel-Skandal sorgte bei den deutschen Autowerten für zusätzlichen Druck.

„Die Anleger in Europa spüren, dass die Zeit des billigen Geldes schneller vorbei sein könnte als bislang angenommen“, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Londoner Brokerhaus CMC Markets. Die EZB hatte auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag - anders als von manchen Experten erwartet - zwar keinen weiteren Mini-Schritt in Richtung Eindämmung der Geldflut gewagt.

Notenbank-Chef Mario Draghi kündigte aber an, im Herbst darüber zu diskutieren. Laut Insidern peilt die EZB derzeit die Zinssitzung im Oktober als wahrscheinlichsten Termin für eine Entscheidung über die Zukunft der billionenschweren Anleihenkäufe an. Schon seit Jahresbeginn ist der Euro im Aufwärtstrend und hat rund zehn Prozent gegenüber Ende 2016 aufgewertet.

Ein Teil der Euro-Stärke kommt nach Einschätzung von Börsianern auch daher, dass sich der Dollar wegen der Querelen in der US-Politik um Präsident Donald Trump abgeschwächt hat. Der Dollar-Index, der den Wert des „Greenback“ im Vergleich zu sechs anderen wichtigen Währung misst, rutschte auf den tiefsten Stand seit 13 Monaten ab. Für die Eröffnung an der Wall Street signalisierten die US-Futures ebenfalls nachgebende Kurse.

Für zusätzlichen Druck sorgte der Verfall von Index- und Aktienoptionen an den Terminmärkten.

Diese Dax-Aktien haben noch Kurspotenzial

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
L&S

+0,07 +0,48%
+15,31€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat.1 Media
1 von 12

Seit August 2013 werden die Aktien des Medienkonzerns unter dem neuen Namen ProSieben Sat1 Media die Aktien an der Frankfurter Börse gehandelt. Von 47 Analysten empfehlen 28 den Aktienkauf, verkaufen würden lediglich drei. Im Mittel trauen sie dem Wert einen Kursanstieg auf 43,00 Euro zu – das wäre ein Plus von 26,58 Prozent. Der Analystencheck des Handelsblatts sammelt Einschätzungen verschiedener Banken und Analysten und ermittelt den Durchschnittskurs aller Studien. Dabei handelt es sich um eine gewichtetes Kursziel: Jüngere Analysen werden bei der Berechnung des durchschnittlichen Kurspotenzials stärker gewichtet als ältere.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

+0,95 +1,86%
+52,28€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
2 von 12

Der schwäbische Autohersteller sieht sich derzeit mit Vorwürfen zum Einbau illegaler Abgaseinrichtungen in mehr als einer Million Fahrzeuge konfrontiert. Dem Optimismus der Börsenexperten tut dies trotzdem keinen Abbruch: Sie erkennen bei Daimler ein mittelfristiges Steigerungspotenzial von 16,37 Prozent - das entspräche einem Zuwachs von 10,58 Euro pro Aktie.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

+1,59 +1,09%
+146,75€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
3 von 12

Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hält die Aktie des deutschen Automobilbauers derzeit für zu niedrig bewertet. Börsenanalyst Stuart Pearson rechnet jedoch damit, dass sie sich zurückkämpfen werde. Weitere Analysten sehen das ähnlich: Von 83 Experten raten derzeit 50 zum Kauf von VW Aktien. Das gewichtete Kursziel liegt bei 166,03 Euro.

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

-0,04 -0,27%
+15,60€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
4 von 12

Die Commerzbank hat die Einstufung für die Deutsche Telekom vor Zahlen zum zweiten Quartal auf "Hold" mit einem Kursziel von 18 Euro belassen. Analystin Heike Pauls erwartet ähnlich solide Trends wie im ersten Quartal. Das Steigerungspotenzial der Aktie liegt bei durchschnittlich 14,28 Prozent.

SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007164600
Börse
L&S

+0,83 +0,84%
+99,34€
Chart von SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.
SAP
5 von 12

Der deutsche Softwarehersteller SAP ist einer der weltweit führenden Entwickler und Anbieter von Unternehmenssoftware. Von 42 Analysten raten 34 zum Aktienkauf, verkaufen würde niemand. Obwohl Analyst Walter Pritchard mit Gegenwind durch Wechselkurse und einen hohen Basiseffekt rechnet, soll der Wert der Aktie, so die Prognose, durchschnittlich um 11,87 Prozent steigen. Damit läge sie dann bei 102,08 Euro.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
L&S

+0,49 +0,73%
+67,80€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF
6 von 12

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für BASF von 82 auf 83 Euro angehoben und die Einstufung auf Neutral belassen. Die gewichtete Empfehlung von 65 Experten sieht die Aktie mittelfristig sogar bei 92,84 Euro. Das entspräche einem derzeitigen Zuwachs von durchschnittlich 11,31 Prozent.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
L&S

+0,99 +1,01%
+98,91€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 12

Siemens ist eines der weltweit größten Elektrotechnik-Unternehmen. Analyst Ingo-Martin Schachel rechnet im dritten Geschäftsquartal mit stabilen Margen in den meisten Sparten des Industriekonzerns. Im Handelsblatt-Analystencheck raten 22 von 51 Experten zum Aktienkauf, 5 zum Abstoßen. Das durchschnittliche Steigerungspotenzial der Aktie sehen die Analysten derzeit bei 10,36 Prozent.

Neben dem Euro, der wechselkursbedingt Mercedes & Co beispielsweise auf dem US-Markt teurer macht, setzte die nicht enden wollende Diskussion um die Zukunft es Diesel den Autoherstellern zu: Allen voran im Rückwärtsgang fuhren die Aktien von VW, wo der Diesel-Skandal vor rund zwei Jahren seinen Anfang genommen hatte. Die Papiere brachen um 3,6 Prozent auf 137,75 Euro ein. Zwischenzeitlich lag das Minus bei fast fünf Prozent.

Der „Spiegel“ berichtete, die deutschen Autobauer hätten sich bei den Abgasnormen abgesprochen. VW habe vor gut einem Jahr bei der Kartellbehörde einen entsprechenden Schriftsatz eingereicht. Aber auch BMW und Daimler sowie in Paris Renault und Peugeot kamen mit Abschlägen von je rund 2,5 Prozent unter die Räder wie auch zahlreiche Zulieferer.

Auch die Finanzwerte standen auf den Verkaufszetteln. Commerzbank und Deutsche Bank verloren 2,3 und 1,6 Prozent. Auch rund zehn Jahren nach Ausbruch der Finanzkrise seien die Anleger mit der Branche noch nicht wieder versöhnt, sagten Händler. Experten raten weiter zur Vorsicht beim Kauf von Banktiteln. Größter Verlierer im Dax war allerdings die Infineon-Aktie mit einem Minus von 4,7 Prozent.

Die im MDax gelisteten Aktien von Hochtief fielen um 5,6 Prozent. Der spanische Mutterkonzern ACS will möglicherweise für den Autobahnbetreiber Abertis bieten, für den der italienische Infrastrukturkonzern Atlantia im Mai ein 16,3 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot vorgelegt hatte. Einem Medienbericht zufolge könnte die Offerte über Hochtief vorgenommen werden. „Der Kurs wird sicherlich von Sorgen belastet, dass ACS dann kein Geld mehr haben könnte, um den Rest von Hochtief zu kaufen“, sagte ein Händler.

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  • rtr
  • dpa
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1 Kommentar zu "Börse Frankfurt: Dax verliert mehr als 200 Punkte"

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  • .......eine große Bitte an die Verantwortlichen.......des Handelsblatts......

    .....machen Sie bitte Spalten auf.....und senden Berichte.....wo der Normalo....also der Bürger dieser Republik.....seine Meinung... kundtuen kann.....

    ....es dient auch letztlich......Ihrem Blatt.....Ihrer guten Zeitung....Ihrem Engagement....rund um die Wirtschaft......danke......