Börse Frankfurt Dax widersteht dem China-Kursrutsch

Mit Depressionen ist der Dax ins neue Jahr gestartet. Vor allem China könnte die Stimmung an den Börsen weiter beeinflussen. Die Anleger sind gewarnt. Der Dax schließt zum Wochenauftakt minimal im Minus.
Update: 11.01.2016 - 10:02 Uhr

Sinkender Ölpreis schürt Sorgen um Weltwirtschaft

Düsseldorf/FrankfurtFast 900 Punkte hat der Deutsche Aktienindex (Dax) in der ersten Handelswoche verloren. Das Minus von über acht Prozent auf Wochensicht erwischte die grundsätzliche eher optimistisch gestimmte Mehrheit der Anleger auf dem falschen Fuß. Doch zwei Handelsunterbrechungen in China nach rasanten Kursverlusten ließen die Weltbörsen heftig nach unten drehen.

Selbst eher starke Daten vom US-Arbeitsmarkt konnten die Börsen nur kurzzeitig beleben, bevor der Pessimismus Überhand nahm. Am Montag präsentiert sich der Dax dennoch robust und widerstand am Morgen dem China-Kursrutsch von mehr als 5 Prozent. Der Index schloss -0,3 Prozent im Minus bei 9825 Punkten. Der Eurozonen Leitindex Eurostoxx50 schloss 0,2 Prozent im Plus bei 3037 Punkten.

Getrieben von den guten Zahlen des US-Arbeitsmarktes hatte der Dax seine Verluste am Freitag zunächst wieder etwas gut gemacht. Zeitweise überschritt er sogar die Marke von 10.000 Punkten, am Ende des Handelstags lag der Index aber 1,31 Prozent tiefer bei 9849 Zählern.

So reagieren die Märkte aufs China-Beben

SSE Composite Index

WKN
ISIN
CNM000000019
Börse
SE

+68,24 +2,50%
Chart von SSE Composite Index
Shanghai Composite Index
1 von 15

Der Aktiencrash des Sommers ist gerade einmal ein halbes Jahr her, nun kracht es wieder an der chinesischen Börse: Nach dem zweiten Kursrutsch in der ersten Januarwoche wurde der Wertpapierhandel am Donnerstag erneut für den Rest des Tages ausgesetzt – gerade einmal eine halbe Stunde nach der Börseneröffnung. Das war damit der kürzeste Handelstag der 25-jährigen Geschichte der chinesischen Börse. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen waren zuvor um mehr als sieben Prozent gefallen.

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-39,50 -0,32%
Chart von DAX ®
Dax
2 von 15

An den Märkten weltweit sorgte die chinesische Börsenschließung für ein Kursbeben, so auch im Dax. Der deutsche Leitindex verlor am Vormittag mehr als drei Prozent.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

-2,28 -1,48%
+152,10€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Auto-Aktien
3 von 15

Am härtesten traf es die Autowerte im Dax, allen voran Volkswagen. Kein Wunder, schließlich gehört China zu den wichtigsten Exportmärkten des ohnehin schon krisengebeutelten Konzerns. Die VW-Aktie sank um rund sechs Prozent ab und war damit eindeutig der Dax-Kellerwert des Tages. Für BMW ging es ebenfalls tief nach unten. Die Aktie rutschte um 4,5 Prozent. Auch die Daimler-Papiere büßten mehr als vier Prozent ein.

CAC 40

WKN
ISIN
FR0003500008
Börse
PAR

+42,58 +0,78%
Chart von CAC 40
CAC 40 Index
4 von 15

Den Dax trifft der China-Crash naturgemäß besonders hart, schließlich sind die darin gelisteten Unternehmen exportstark und auch die Automobilwerte machen einen nicht unwichtigen Teil des Index aus. Etwas leichter kommen die anderen europäischen Aktienmärkte davon. Der französische Leitindex CAC 40 verlor rund 2,7 Prozent.

FTSE 100

WKN
ISIN
GB0001383545
Börse
n. a.

Chart von FTSE 100
FTSE 100 Index
5 von 15

Noch weniger gelitten hat der britische FTSE 100 Index, von den Anlegern liebevoll auch „Footsie” genannt. Dieser verlor gerade einmal ein Prozent.

NIKKEI 225 INDEX

WKN
ISIN
JP9010C00002
Börse
TOKIO

+195,00 +0,82%
Chart von NIKKEI 225 INDEX
Nikkei
6 von 15

Für den japanischen Nikkei ging es dagegen prompt auf ein Dreimonatstief auf 17.767 Punkte. Zugleich verbuchte der Index die größte Neujahrspechsträhne seit 1995. Grund dafür ist der durch die China-Turbulenzen erstarkte Yen.

JPY/USD

WKN
ISIN
XC0009652428
Börse
XRATE

-0,00 -0,14%
+0,01€
Chart von JPY/USD
Yen
7 von 15

Die Anleger haben die japanische Währung als sicheren Hafen angesteuert. Diese gewann gegenüber dem US-Dollar.

Am Montag stand jedoch China wieder im Fokus. Die Inflation bleibt dort trotz eines leichten Anstiegs zum Jahresende weit vom Regierungsziel entfernt. Im Dezember legten die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent zu, wie die nationale Statistikbehörde am Samstag in Peking mitteilte. Im November hatte die jährliche Teuerungsrate bei 1,5 Prozent gelegen. Experten hatten mit dem leichten Anziehen der schwachen Preisentwicklung, die ein Ausdruck der Sorgen über das Wachstum in China ist, gerechnet.

Volkswirte sehen angesichts der mäßigen Inflation noch genügend Spielraum für die Notenbank, die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Die Regierung peilt bei den Verbraucherpreisen ein Plus von drei Prozent an. Experten gehen daher davon aus, dass die chinesische Notenbank bald zu weiteren Schritten greift, um die zuletzt schwächelnde Wirtschaft zu stützen. Weitere Nahrung erhalten diese Spekulationen durch die erneut gesunkenen Erzeugerpreise.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet ungewisse Zeiten für die deutsche Konjunktur. Das jüngste Börsenbeben in China schaffe Verunsicherung, „was prinzipiell Gift für jeden Unternehmer ist“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir wissen nicht, wie sich die Verwerfungen an den globalen Kapitalmärkten auf die Wirtschaft auswirken werden.“ Das Statistische Bundesamt gibt am Donnerstag bekannt, wie stark das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 gewachsen ist.

Außer nach China blicken Investoren auch auf den ersten Tag der Auto-Show in Detroit mit großen Präsentationen der Automobilkonzerne. Deren Titel waren durch die Sorge über ein Nachlassen des chinesischen Wirtschaftswachstums stark gebeutelt worden.

Die weltweite Überproduktion und die Furcht vor einer schwächelnden Nachfrage haben indes dem Ölpreis am Montag erneut zugesetzt. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um bis zu 5,4 Prozent auf 31,73 Dollar je Barrel.

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