Börse Frankfurt Der Dax in den Fängen der Notenbanken

Heute kontrollierten die Zentralbanken das Geschehen an den Börsen. Bis zum Schluss ergriffen die Anleger nicht die Initiative, da die Unsicherheiten über die Entscheidungen der EZB und der Fed zu groß sind.
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Anleger warten ab - Übernahmefantasie um Nokia

FrankfurtZäh und behäbig spielte sich der Handelstag am Mittwoch ab. Bei sehr niedrigen Umsätzen schloss der Dax heute 0,3 Prozent im Minus auf 6.754 Punkte. Die zweite Reihe zeigte sich heute in besserer Form. Der MDax ging mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 10.877 Punkten aus dem Handel und der TecDax notierte 0,8 Prozent fester auf 784 Zähler.

Der Grund für die Unentschlossenheit der Anleger waren die Zentralbanken in den USA und in Europa. Am Abend (20:15 Uhr) wird Fed-Chef Ben Bernanke eine Erklärung über das geldpolitische Vorgehen der US-Notenbank abgeben. Eine geldpolitische Lockerung (QE3) erwarten die Experten nicht. Das Statement "könnte aber die Konjunkturrisiken stärker betonen als zuletzt und damit Spekulationen schüren, dass zusätzliche Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik auf der nächsten Sitzung Mitte September beschlossen werden", sagte Helaba-Analyst Christian Schmidt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) folgt morgen mit ihrer Sitzung. "Die Glaubwürdigkeit von EZB-Chef Mario Draghi steht auf dem Spiel, der Zentralbank bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als mit einem starken Maßnahmenpaket aufzuwarten", sagte David Thebault von Global Equities. Draghi hat mit seinem Bekenntnis zur Rettung des Euro in der vergangenen Woche hohe Erwartungen geschürt. Einige Experten befürchten allerdings, dass die Erwartungshaltung der Investoren gegenüber der EZB zu groß sind. Viele erhoffen sich nach den verheißungsvollen Worten Draghis im Vorfeld an die EZB-Sitzung große Taten. Es wird spekuliert, dass die EZB ihr seit Monaten ruhendes Programm zum Ankauf von Staatsanleihen reaktiviert, um Druck von Schuldenstaaten und zugleich den Euro aus der Schusslinie zu nehmen. Die Bundesbank sieht das allerdings kritisch.

Die Aktienexperten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) weisen zudem darauf hin, dass mit der zuletzt vollzogenen Rallye schon sehr viel positive Erwartung eingepreist wurde. Sollten diese Anleger jetzt enttäuscht werden, könnte es an den Börsen schnell wieder bergab gehen.

"Die von Draghi ausgelöste Rally wird von der Erkenntnis gebremst, dass seine kühnen Worte für Politiker eine andere Bedeutung haben als für Marktteilnehmer", sagte Akteinhändlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Außerdem realisierten Investoren, dass die derzeit erfolgversprechendste Lösung - die Ausstattung des ESM mit einer Banklizenz - derzeit die geringsten Chancen auf Verwirklichung habe.

Händler sagten, die Gefahr sei, dass jedwede Aktion der EZB doch nur wieder Zeit kaufen, das Problem aber nicht lösen werde. "Der Markt reagiert kurzfristig, und wir wissen, dass wir ein langfristiges Problem haben", sagte einer von ihnen. "Letztlich ist die EZB für eine stabile Geldpolitik verantwortlich und nicht für politische Entscheidungen."

Bernanke soll's richten

An den Aktienmärkten standen heute einige Quartalszahlen auf dem Tagesplan. Schon vor Börsenbeginn veröffentlichten Henkel und BMW ihr Zahlenwerk. Henkel hat dank florierender Geschäfte seiner Klebstoff- und Waschmittelsparten im zweiten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn verbucht. Konzernchef Kasper Rorsted sieht sich damit auf Kurs zum Erreichen seines Jahresziel einer bereinigten Umsatzrendite von 14 Prozent. Auf die Aktien konnten sich die guten Unternehmenszahlen zunächst nicht auswirken, später zogen die Henkel-Papiere dann an. Am Ende stand bei Henkel ein Plus von 1,7 Prozent.

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59 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Der Dax in den Fängen der Notenbanken"

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  • ... solange wir alle hier leben. ;-)

    Sorry!

  • Bevor Deutschland als Staat bzw. das Deutsche Reich "installiert" war hatten wir Hunderte von Jahren Kleinstaaterei!

    Die Vereinigten Staaten von Europa wird es nicht geben, spöane wir alle hier leben. Wie üblich brachte der anonyme User mit dem anmaßenden Namen Kostolany eine dümmliche, primitive Äußerung.

  • "Die Vereinigten Staaten von Europa" - haha! Das ich nicht lache! Außerdem ist das keine Zielbestimmung, sondern nur ein Name! Und ob da nicht eine andere Benennung treffender wäre? Z.B. Sozialistischer Zusammenschluss von Schuldenrepubliken aus Teilen Europas - kurz "SZSTE"?

    Es ist plump und dümmlich-anmaßend, so einen Namen immer wieder ins Gespräch zu bringen! Solange Großbritanien, Norwegen, Schweden, Dänemark, Schweiz, Tschechien, Ungarn, Kroatien usw. usw. nicht dabei sind, wird das wohl nix mit "Vereinigten Staaten von Europa".

    Dafür sind, u.a. auf Drängen der Franzosen, und seit 10 Jahren mit Millarden für Autobahnen durch den Dschungel (damit der französiche Tourist und Frühzeit-Rentner schön sein Auto nutzen kann) bezuschusst, mit dabei: Reunion, Franz.Guayana, Guadaloupe, Martinique, Mayotte... Fehlt nur noch Madagaskar, Guadalcanal, Formosa, die Marshall-Inseln und - vielleicht noch Togo und Südafrika? Hahaha!

    Jahrelang hat man sich in der Schweiz, in Schweden, in Dänemark usw. gefragt, ob man nicht doch dem EURO beitreten soll (die Umfragen lagen oft bei ca. 50:50). HEUTE (vor 4 Wochen) hat man in der Schweiz eine Umfrage wiederholt. Wollt ihr das Ergebnis wissen? Nur soviel: Abschließend wurde das Ergebnis kommentiert mit dem Satz "Kein Mensch, der noch alle Sinne bei einander hat, würde heute noch den Euro wollen!"

    Vereinigte Staaten von Europa - ja klar...

  • +++Beitrag von der Redaktion gelöscht+++

  • Wenn ich mich ins Auto setze,
    habe ich eine Navigation und das eingestellte Ziel ist :

    DIE VEREINIGTEN STAATEN VON EUROPA.

  • "Wenn ich mich mit dem Auto verfahren habe, dann drehe ich um!"

    Wenn ich über einen Fluss schwimme und mich verlassen die Kräfte, schaue ich, ob die vor oder über der Hälfte der Strecke bin, und entscheide mich adäquat.

    Ihr Auto-Gleichnis hinkt möglicherweise.

  • Grundsätzlich:
    Wenn ich mich mit dem Auto verfahren habe, dann drehe ich um! Wenn ich etwas anfange mit einem bestimmten Ziel, und ich sehe, dass nicht nur das Ziel nicht erreichbar ist, sondern sogar das Gegenteil eintritt, dann stoppe ich die Sache, und zwar so schnell wie möglich!

    Zur "Pleite-Theorie":
    Blödsinn. Wenn man den EURO-Wahnsinn stoppt, sind Staatspleiten keinesfalls logische und einzige Konsequenz! Die Südländer haben in den letzen 100 Jahren allesamt zig mal abgewertet!

    Schuldenschnitt, Verluste abschreiben, zurück zur DM, die anderen können abwerten und sind damit SOFORT wieder konkurrenzfähig (Schulden drastisch reduziert, Lohnkosten um 20-30% niedriger etc.)...

    Dieses Geschwafel und Panikgerede von wegen "Pleite", "Finanzchaos", "Weltuntergang", "keine andere Möglichkeit mehr" etc. So ein Blech... Es gibt zig Möglichkeiten, das EURO-Chaos zu beenden mit erträglichem Schaden. Aber darum geht es garnicht. Es geht und ging beim Euro nur um Politik, niemals ernsthaft um Ökonomie, Preisstabilität, um die Schaffung eines starken Wirtschaftsraums ggü. der Konkurrenz aus USA, Asien, Emerging-Markets usw.. Alle Ziele sind über den Haufen geworfen, der EURO ist sogar die Ursache sämtlicher Verwerfungen...

    Deshalb ist der EURO sowohl politisch, als auch ökonomisch, eine Totgeburt...

  • Kaum ist der HHer weg,
    geht der Dax in die Knie.
    Das kann kein Zufall sein.

  • @Hamburger
    wenn man seit 6000 short pustet,
    kann man sich da einen schönen Feierabend leisten ?

  • tja ISM auch besser. Dann dürfte der DOW gleich fallen, weil die Hoffnung schwindet. Bis morgen früh, denn hoffe alle wieder auf QE3.

    so Feierabend!

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