Börse Frankfurt Dax schließt mit Aufschlägen

Auf leisen Sohlen nähert sich der Dax der psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten. Trotz schlechter Konjunkturdaten greifen die Anleger bei deutschen Aktien zu. Sie wetten auf den Eingriff der EZB.
Update: 07.08.2012 - 18:07 Uhr 64 Kommentare

Der Magnetismus der 7.000er Marke

DüsseldorfDer deutsche Aktienindex ist weiter gestiegen und der viel beachteten 7.000 Punkte-Marke ein Stück näher gekommen. Der Dax schließt insgesamt 0,6 fester bei 6.967 Zählern.

Von Marktexperten hieß es, die anhaltende Hoffnung auf liquiditätsfördernde Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) stützten den Aufwärtstrend. Enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland und Italien hatten nur kurzzeitig gebremst. Damit knüpfte das Barometer an die knapp fünf Prozent Plus der vorangegangenen beiden Handelstage an. „Nachdem der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen Tagen einen förmlichen Draghi-Sprint vollzogen hat, hellt sich die Gesamtmarktlage nun stark auf“, sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Investoren schöpften Hoffnung, dass das Wirtschaftswachstum schon sehr bald wieder Fahrt aufnehmen werde. Marktteilnehmer sehen nach der jüngsten Rallye allerdings auch zunehmend die Gefahr von Gewinnmitnahmen.

Auch das Risiko einer globalen Rezession kann die verhaltene Zuversicht der Kapitalanleger jederzeit kippen lassen. Inzwischen haben nämlich auch die größten Optimisten das wahre Ausmaß der Schuldenkrise in den Epizentren Europa und USA erkannt. Hoffnungen auf eine zeitnahe Lösung schwinden. "Das Einzige, was derzeit für die kommenden Wochen garantiert zu sein scheint, ist eine anhaltend hohe Volatilität", hieß es seitens von Finanzmarktexperten. Auch mit Hinweis auf die in den Vorjahren oft turbulenten Herbstmonate an den Weltbörsen verharren auf hohen Liquiditätsbergen sitzende Vermögensverwalter weiterhin in der Deckung.

Die Spekulationen auf ein baldiges Handeln der EZB waren auch am Rentenmarkt zu spüren: Die Renditen für die zehnjährigen spanischen und italienischen Anleihen gingen erneut zurück. Sie lagen bei 6,758 Prozent und 5,947 Prozent. Der gern als sicherer Hafen angelaufene Bund-Future notierte nahezu unverändert bei 143,24 Punkten.

Heute legten wieder zahlreiche Unternehmen ihre Quartalszahlen vor:

Der Energiekonzern Eon kann wegen des verbesserten Gasgeschäftes im ersten Halbjahr dieses Jahres einen deutlich höheren Gewinn verbuchen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei voraussichtlich auf 6,7 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern - auch wegen der Belastungen aus dem beschleunigten Atomausstieg - 4,3 Milliarden Euro verdient. Der für die Dividende entscheidende nachhaltige Konzernüberschuss sei wohl auf 3,3 von 0,9 Milliarden Euro gestiegen. Eon bekräftigte seine Anfang Juli angehobene Prognose, wonach im Gesamtjahr das Ebitda zwischen 10,4 und 11,0 Milliarden Euro liegen werde und der nachhaltige Überschuss zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro. Der Konzern legte seinen Halbjahresbericht am Montag vor. An der Börse legten die Aktien knapp zwei Prozent zu.

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64 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Der Kampf um die 7.000 Punkte-Marke"

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  • Man führe sich einmal in einer ruhigen Stunde diese Begriffserklärung bei Wikipedia zu Gemüte:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophenhausse
    Man lese und staune:
    "Hiermit wird ein Boom am Aktienmarkt beschrieben, der sich nur noch aus der Angst vor Wertverlust speist. Obwohl die wirtschaftlichen Aussichten der Unternehmen sehr schlecht sind, steigen deren Kurse nominal und auch real (inflationsbereinigt) stark an.
    Gerät die Inflation außer Kontrolle und kann nicht mehr eingedämmt werden, verlieren die Wirtschaftssubjekte das Vertrauen in die Papierwährung und versuchen daher, ihr Geld in Sachwerte umzutauschen...Die Katastrophenhausse leitet die letzte Phase eines Papiergeldsystems ein. Am Ende des Booms kann der bankrotte Staat nur noch eine Währungsreform durchführen."
    Und danach betrachte man jetzt einmal diesen Artikel in der WELT:
    http://www.welt.de/finanzen/article108515313/Die-Deutschen-kaufen-ploetzlich-wieder-Aktien.html
    Falls hier jemand wetten möchte, dass wir demnächst auch einen DAX-Stand von 26.890.000.000.000,00 Punkten sehen werden - da halte ich allerdings stramm dagegen.
    Wer es gerne besonders "wissenschaftlich" lesen möchte, dem sei diese Analyse von Altmeister Mises wärmstens empfohlen:
    http://docs.mises.de/Mises/Mises_Ursachen_der_Wirtschaftskrise.pdf

  • Ich fühle mich durch Deine Beispiele bestärkt in der Auffassung, dass Politik nicht Dein Ding ist, Heidelberger, aber Deine Meinung teile ich trotzdem teilweise.

  • Haben sie etwas geraucht?

  • Es wird "Die Reise nach Jerusalem" gespielt.

  • Irgendetwas müssen sie ja schreiben, um den Platz vollzubekommen. Was es gibt, sind Widerstandslinien, die an einem Tag partout nicht unter-/überschritten werden. Die 7.000er-Marke ist für mich keine psychologische, sondern warnende Marke. Angesichts der gegenwärtigen Situation bildet sich für mich hier eine Asset-Blase. Sofern keine Buy-and Holdstrategie vorliegt, muss auch irgendwann verkauft werden, um die Buchgewinne auch tatsächlich zu realisieren. Warum bei 7.000 noch kaufen, wenn man es hätte bei 6.000 tun können? Den Letzten beißen bekanntlich die Hunde.

  • ich habe den nobelpreis an alle engagierten kommentatoren - und "experten" des HB - zu vergeben!

    kann mir einer von euch mal erklären, wieso es, wie z.b. vor wenigen tagen bei
    faz.de (http://www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/marktbericht-aktienkurse-springen-nach-oben-11842505.html) und anderen medien hieß:

    "Eine kräftige Erholungsbewegung hat den Dax am Freitag erstmals seit Ende April wieder über"

    >>> ACHTUNG UND JETZT FESTHALTEN:

    "die psychologisch wichtige Marke von 6800 Punkten katapultiert."


    Heute heißt es aus der http://www.boerse.ard.de - Redaktion:
    "Am Dienstag ist der Dax noch an"
    >>> ACHTUNG UND JETZT FESTHALTEN:

    "der psychologisch wichtigen Hürde von 7.000 Punkten gescheitert."


    wär mir dieses phänomen erklären kann, kriegt nen kaffee nach Wahl!

    Warum ist jeder volle 100er-Punkt beim DAX bei den heutigen
    Redakteuren/Experten psychologisch wichtig?
    Warum bitte ist die 7000er-Marke "wichtiger" als die 6800er-"Marke!

    Mir ist es ehrlich schnurz-piepe wo der DAX steht,
    noch weniger ist der stand von irgendeiner psychologischer
    Relevanz... bei long/short ist es egal ob der DAX bei 10.000 oder 20 pkt steht.


    Wie gesagt: das rennen um den kaffee nach wahl ist eröffnet!

  • Und du meinst dies sei den Protagonist nicht klar?
    Es gibt viel mehr Zusammenhänge (makroökonomisch+geopolitisch) als wir jemals in der Lage sind zu erahnen.

    Derzeit wächst Europa erst so richtig zusammen -als Fiskalunion so wie einst unsere amerikanischen "Freunde", achne ich vergaß unsere derzeitigen Fuehrer (Keine Nation verlässt ein Land und "unterstützt" dies ohne die eigenen Interessen dort zu verankern).. Die Souveränität verlieren die Staaten aufgrund des eingreifens jener Instrumente wie z.B. dem IWF der EZB oder auch einer Troika-Einheit xD.

    Der Euro wertet verhältnismäßig gesund ab, Griechenland bekommt seine Staatsschulden in den Griff (Ich denke, dass es hier eher um Privatisierungu ging als um das dämliche geschwafel welches die Zeitungen diesbezügl. von sich geben.) (sry Handelsblatt, ist aber nunmal so.)

    Die Welt dreht sich weiter... die "UNO" fliegt 40.000 "humanitäre"u. 20.000 bewaffnete Einsätze in Lybien ohne etwas davon zu haben ;)...

    Syrische Rebellen fahren Panzer und sind bis an die spitzen bewaffnet, wer auch immer dies finanziert...(CIA??)

    Und und und... Gibt es tausend weitere Beispiele aber am Ende geht es darum die Interessen vom Westen, von Uns zu vertreten und JA ich finde es gut, weiter so. Lieber WIR als DIE.

  • Werter Herr Heilmann,

    wäre es vielleicht in näherer Zukunft Ihnen möglich, über die verschiedenen Arten der Neutralisierung des Geldumlaufs zu schreiben? Nach Ifo-Institut und Bundesbank
    fehlen binnen 17 Monate für Italien und Spanien 1o52 Milliarden EUR. Das weiß auch Herr Draghi, der für Griechenland den Einsatz mehr als verdoppelt hat. Dieser Einsatz wird ohne Strukturen der griechischen Bevölkerung keinesfalls guttun.
    Was nun die deutsche Bevölkerung betrifft, sollte sie endlich entscheiden dürfen,demokratisch: Will sie im Sinne Europas eine Mehrwertsteuererhöhung um 5% Punkte mit den in Deutschland dann resultierenden Nebenwirkungen akzeptieren- derzeitige deutsche Haftung öffentlich 771 Milliarden,Bundeshaushalt 2012 306 Milliarden-, oder will sie einen steilen Anstieg des Zinsniveaus.

    Jeder in seinem Bereich. Und bitte auch in Brüssel, vielleicht glaubhaft kontrolliert.

  • Dass der Hafen-Prophet immer noch blubbert... Irgendwann sollte doch mal schweigende Reue eintreten, wenn man so dermaßen falsch liegt.

  • Der DAX steigt weil die Anleger auf den Eingriff der EZB wetten. Der Eingriff kann nur sein, noch mehr Schulden anzuhäufen, bei nachlassender Wirtschaftskraft. Es kann also keine Maßnahme zur Verbesserung stattfinden. Völlig unlogisch, das DAX & Co. diesbezüglich steigen. Das ist eine reine Luftblase ohne jede Nachhaltigkeit, die ruckzuck platzt, da auf Hirngespinsten aufgebaut. Diese Politik wird sich bald von selbt erledigen. Der EURO kann nur noch weiter verlieren und mit ihm alle die sich seiner Rettung verschrieben haben.

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