Börse Frankfurt Deutsche Bank zieht den Dax ins Minus

Der Dax kann den Aufwärtstrend der Vorwoche nicht fortsetzen. Dafür ist vor allem die Deutsche Bank verantwortlich. Anleger fürchten Details zur Bilanz der Bank, die in dieser Woche folgen.
Update: 25.01.2016 - 18:07 Uhr Kommentieren

Ölpreis gibt nach, gute Stimmung verschwindet

FrankfurtDie erste Handelstag der Woche steht der vorangegangenen weder in Spannung noch an Hektik nach. Am Montag startete der Dax nervös. Nach anfänglichen Verlusten konnte sich der deutsche Leitindex zwar zeitweise erholen. Am Nachmittag rutscht er aber erneut ins Minus. Am Ende des Tages hat er 0,3 Prozent auf 9736 Zähler verloren. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex mehr als neun Prozent an Wert verloren.

Bei den Einzelwerten steht einmal mehr die Deutsche Bank im Mittelpunkt. Die Sorgen über den Zustand der Bank ließ Anleger aus der Aktie flüchten – sie verlor 5,5 Prozent und war damit der schwächste Wert im Dax. Am Donnerstag präsentiert der neue Chef John Cryan Details der tiefroten Jahresbilanz. Auch die Angestellten werden offenbar Rechnung tragen müssen. Einem Insider-Bericht zufolge werden die Boni gekürzt.

Fragen gibt es noch genug: Wo brechen die Erträge im Konzern am stärksten ein? Oder: Steuert die Bank mit Kostensenkungen dagegen? Wird 2016 ein weiteres Verlustjahr, weil ein Ende der Belastungen etwa durch Rechtsstreitigkeiten nicht absehbar ist? Ist ein Börsengang der Postbank in diesem Jahr noch realistisch? Und wann beginnen nun die konkreten Gespräche zum Jobabbau in Deutschland? Ähnlich schlecht lief es für die Commerzbank, deren Aktie um 3,6 Prozent verlor.

Diese Aktien trotzen den Marktturbulenzen

FRESENIUS MEDICAL CARE KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785802
Börse
Xetra

+0,10 +0,12%
0,00€
Chart von FRESENIUS MEDICAL CARE KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius Medical Care
1 von 12

Während stürmischer Marktphasen greifen viele Anleger auf antizyklische Werte wie Fresenius Medical Care zurück. Die Aktien des Medizintechnikkonzerns konnten gegen den Trend seit Jahresanfang 0,6 Prozent zulegen. Eine der häufigsten Fragen zu FMC sei weiter das Kosteneinsparpotenzial durch das Roche-Medikament Mircera zur Behandlung von Blutarmut bei chronischen Nierenerkrankungen, schrieb UBS-Analyst Ian Douglas-Pennant in einer Studie. Seine Analyse dazu zeigt: Wenn Patienten zu dieser kostengünstigeren Alternative wechselten, sollten die Margen des Dialysespezialisten 2016 steigen.

Kursentwicklung (seit dem 1. Januar 2016): + 0,6 Prozent*

*Stand: 25. Januar 2016

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
Xetra

+0,09 +0,93%
0,00€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon
2 von 12

Das US-Analysehaus Bernstein Research empfiehlt Eon zum Kauf mit einem Kursziel von 12,70 Euro. In der zweiten Jahreshälfte erwarten Analysten die Abspaltung des konventionellen Kraftwerksgeschäftes in die neue Gesellschaft Uniper. Der Unternehmenswert Eons werde dann vor allem von den Bereichen Energieverteilung und -vertrieb sowie den Erneuerbaren Energien bestimmt, schrieb Analystin Deepa Venkateswaran in einer Studie. Aktuell erscheine die Eon-Aktie nicht fair bewertet.

Kursentwicklung: + 1,3 Prozent

ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EWWW0
Börse
Xetra

-1,70 -0,81%
0,00€
Chart von ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Adidas
3 von 12

Der Wechsel des bisherigen Henkel-Chefs Kasper Rorsted zu Adidas hat dem Sportartikel-Hersteller zum größten Kurssprung seit mehr als sieben Jahren verholfen. Die Aktien stiegen nach Bekanntwerden des Wechsels zeitweise um mehr als zwölf Prozent. „Frischer Wind tut Adidas sehr, sehr gut“, sagte Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment. Adidas hatte zuletzt international den Anschluss an den Branchenführer Nike verloren. Der US-Konzern ist mit einem Jahresumsatz von zuletzt umgerechnet 28 Milliarden Euro fast doppelt so groß wie sein deutscher Konkurrent. 

Kursentwicklung: + 1,7 Prozent

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
Xetra

-0,20 -0,94%
0,00€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
RWE
4 von 12

Der Energiekonzern RWE zeigt sich seit Jahresanfang in überraschend starker Form. Während der Dax 9,1 Prozent verlor, konnten die RWE-Papiere über vier Prozent zulegen. Jüngst hat der Versorger angekündigt, an der Kohlekraft noch über Jahre festhalten zu wollen – das Zukunftsgeschäft mit erneuerbaren Energien soll abgespaltet werden. RWE habe einen ganz klaren Plan, so Vizechef Rolf Martin. 2050 sei mit der Kohlekraft aber Schluss. An der Börse sind die Analysten geteilter Meinung. HSBC-Analyst Adam Dickens rät in einer Studie die Aktien deutscher Versorger angesichts der politischen Risiken weiter zu meiden. Anlageexpertin Nathalie Casali von JP Morgan verwies auf die attraktiven Bargeldzuflüsse – den Free Cashflow – des Versorgers und empfiehlt RWE zum Kauf.

Kursentwicklung: + 4,1 Prozent

OSRAM LICHT AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000LED4000
Börse
Xetra

-0,32 -0,82%
0,00€
Chart von OSRAM LICHT AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Osram
5 von 12

Die Commerzbank hat die Einstufung für Osram nach einem Analystentag auf „buy“ mit einem Kursziel von 50 Euro belassen. Eine Führung am Standort Regensburg habe zumindest einige Bedenken hinsichtlich des LED-Geschäfts zerstreut, schrieb Analyst Sebastian Growe in einer Studie. Es sei klarer geworden, wie komplex der Produktionsablauf und wie hoch entsprechend die Einstiegshürden seien. Doch nicht alle teilen den Optimismus. Der Lichttechnik-Konzern habe seine neue Strategie besser erklärt, schrieb auf der anderen Seite Societe-Generale-Analyst Alok Katre. Die Risiken nähmen deswegen aber nicht ab. Für eine positive Kursentwicklung hat es dennoch gereicht.

Kursentwicklung: + 0,4 Prozent

DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0CAYB2
Börse
Xetra

+0,10 +0,18%
0,00€
Chart von DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wincor Nixdorf
6 von 12

Der Konzernumbau bei Wincor Nixdorf kommt besser voran als geplant. Die Ostwestfalen rechnen für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr deswegen mit einem operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) von 160 bis 190 Millionen Euro. Bisher hatte die Zielmarke bei 150 Millionen Euro gelegen. Das half auch der Aktie, die seit Jahresanfang zu den stärksten Titel im MDax gehört.

Kursentwicklung: + 0,7 Prozent

HELLA GMBH & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A13SX22
Börse
Xetra

-0,40 -0,79%
0,00€
Chart von HELLA GMBH & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Hella
7 von 12

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Einstufung für Hella auf „overweight“ mit einem Kursziel von 41 Euro belassen. Der globale Markt für Fahrerassistenzsysteme dürfte bis 2020 um durchschnittlich 20 Prozent pro Jahr zulegen. Damit dürfte dieser Bereich ein entscheidender Treiber für das Wachstum von Autozulieferern sein, schrieb Analystin Lucile Lerouxin einer Branchenstudie vom Dienstag. Continental und Hella machten sich diesen Trend zunutze.

Kursentwicklung: + 1,5 Prozent

Der Fokus der Anleger wird sich Händlern zufolge in dieser Woche auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed und erneut auf die Kursschwankungen am Ölmarkt richten. Am Montag verbreitete zudem der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt, schlechte Stimmung. Er fiel im Januar auf 107,3 Punkte von 108,6 Zählern im Vormonat. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 108,4 Stellen gerechnet. „Das Wachstumsszenario sollte angesichts des vergleichsweise hohen Niveaus aber nicht in Frage gestellt werden, auch wenn es keinerlei Anzeichen für eine Zunahme der konjunkturellen Dynamik gibt“, betonte Helaba-Analystin Viola Julien.

Doch auch die Entwicklung in China sowie die Berichtssaison US-amerikanischer Unternehmen stehen in der letzten Januarwoche im Fokus der Anleger. So stehen unter anderem Zahlen von Apple, Boeing und Johnson & Johnson an.

Derweil kann Siemens-Chef Joe Kaeser auf der anstehenden Hauptversammlung am Dienstag bei vielen Aktionären mit Milde rechnen. Nach den zahlreichen Turbulenzen der vergangenen Jahre, nach Korruptionsaffären, Vorstandsrochaden und massenhaftem Stellenabbau sehnen sich viele Anteilseigner nach Ruhe. Die Aktie notierte nahezu unverändert 0,2 Prozent im Plus. Tagesgewinner ist Fresenius Medical Care, dessen Aktie um 2,5 Prozent zulegte.

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