Börse Frankfurt Die Dax-Rally bleibt vorerst intakt

Der Deutsche Aktienindex verteidigt die 10.000-Punkte-Marke. Doch so langsam stoßen die Kurse an ihre Grenzen. Unter den Experten herrscht Uneinigkeit darüber, wie lange der Dax seine Hausse noch fortsetzen kann.
Update: 10.06.2014 - 17:43 Uhr 45 Kommentare

In Trippelschritten auf Rekordjagd

FrankfurtDer Dax hält sich wacker über 10.000-Punkte und schließt zum zweiten Mal, nach dem gestrigen Handelstag über dieser Marke den Handel ab. Am Ende lag der Leitindex 0,2 Prozent im Plus auf 10.029 Punkten und schloss damit so hoch wie noch nie zuvor. Im morgendlichen Handel stieg der Dax sogar auf bis zu 10.034 Punkten, wo er sein neues Allzeithoch markiert. Doch die Luft nach oben wird immer dünner.

Händler führten die heutigen Kursgewinne vor allem auf technische Faktoren zurück. Der Dax könne sich jetzt in einem typischen Rally-Verhalten deutlich von der Marke von 10.000 Punkten lösen, sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski von GKFX. Neue Impulse von der Konjunktur- oder Unternehmensseite fehlten aber. Zusammen mit den schwächeren US-Börsen ging dem Dax zwischenzeitlich die Puste aus. Zeitweise rutschte er sogar unter die 10.000-Punkte-Marke.

In der zweiten deutschen Börsenliga machte sich dieser Schwächeanfall ebenfalls bemerkbar. Der MDax, der heute bei einem Kurs von 17.204 Punkten ein neues Rekordhoch markierte, kam am Ende lediglich auf ein Plus von 0,1 Prozent auf 17.168 Punkte. Der TecDax notierte bei einem Kurs von 1324 Zählern unverändert.

Anlagestratege Marcus Silbe vom Bankhaus Close Brothers Seydler warnte vor überzogenem Optimismus. Schließlich seien viele Aktien bereits relativ teuer, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Rücksetzers wachse. „Die nächsten Tage werden es weisen“, fügte Silbe hinzu.

Analyst Franklin Pichard von Barclays France ist etwas zuversichtlicher. „Der Appetit der Anleger auf Aktien ist immer noch sehr stark.“ Die jüngsten Entscheidungen der EZB – Zinssenkung und eine Reihe monetärer Maßnahmen zur Ankurbelung der Kreditvergabe – treibe die Rally weiter an. Positiv sei auch, dass es derzeit eine Reihe von Übernahmen und Fusionen gebe, spielte er auf jüngste Entwicklungen in den USA an.

„Die Zuversicht scheint weiter stark und es sind keine größeren negativen Faktoren in Sicht, die die Rally aus ihrer Bahn werfen könnten“, sagte Aktienhändler Jonathan Sudaria vom Brokerhaus Capital Spreads.

Eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäischen Zentralbank (EZB) hatte die Börsen in der vergangenen Woche angetrieben. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann verteidigte nun die umstrittenen EZB-Beschlüsse. „Die geldpolitische Situation ist heute eine andere als vor zwei oder drei Jahren“, sagte Weidmann der „Börsenzeitung“. Das Maßnahmenpaket sei ein „Weckruf“ angesichts der „Reformmüdigkeit“ die sich „mancherorts breitmacht“. Allerdings warnte der Notenbanker: „Das Eurosystem muss aufpassen, nicht zu sehr in Marktprozesse einzugreifen und auf diese Weise schädliche Verzerrungen zu erzeugen.“

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45 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Die Dax-Rally bleibt vorerst intakt"

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  • Gerne. Danke, Dir auch einen schönen Abend, Privatanleger.

  • Danke Delta, einen schönen Abend mit deinen Kindern.

  • Hi Privatanleger,

    die gezahlten Preise sowie die Börsenkapitalisierung finde ich schon recht hoch - Uber (eine TaxiApp!) soll einen Wert von 17 Mrd USD haben? Lachhaft. Astrazeneca soll deutlich mehr als 119 Mrd. USD wert sein - bei sinkendem Gewinnwachstum und auslaufenden Blockbustern? Ich glaube kaum. Die Höhe der Aktienkäufe auf Pump ist auch stattlich. Gut möglich, dass das Tänzchen noch etwas weiter geht, Kaufkurse sehen für mich allerdings anders aus. Aber mit den von Dir gehaltenen Fonds und Deinem Ansatz brauchst Du Dir denke ich keine Sorgen machen.

    Gruß zurück - und viel Erfolg!

  • Heinzmann
    Die EZB macht das was sie schon immer macht. Viele viele neue Massnahmen ankündigen. Charttechnisch hat der Dax nach oben noch Platz und da hier sowieso alles nach "Technik" abläuft, sollten einige dort das studieren anfangen:)

  • Mir machen die Fusionen und Übernahmen keine Angst,meine
    Strategie wird nie hinterfragt,denn nur realisierte Verluste sind Verluste,alles andere ist nur ein buchhalterischer Wert oder Erbe.

  • Grüß Dich Delta,

    hältst du die zunehmenden M & A Aktivitäten und die zunehmenden IPO´s für ein ernstes Warnsignal, oder gelten im Bereich M&A aufgrund der extremen Niedrigzinsen im Jahr 2014 andere Regeln?

    Mit lieben Grüßen

  • @ Zuchtbulle

    Die Masse der heutigen Anleger glaubt dass es maximal kurze Korrekturen gibt die man über ein paar Jahre aussitzen kann. Weil es beim DAX und dem S&P mehrmals zu diesem Erholungsmuster kam.

    Einen Nikkei der auf 20% fällt und nach 25 Jahren sich gerade mal wieder auf 40% seines Höchststandes hochgearbeitet hat blendet man aus.

    Obwohl wir heute in Europa ähnliche Verschuldungsgrade und Demographie haben.
    Eine schnelle Erholung nach heftigen Korrekturen wird mit zunehmendem Verschuldungsgrad unwahrscheinlich.

  • Seine Ziel ist es täglich mindestens 10 Kommentare zu schreiben und die nicht irrtümlich in den falschen
    Diskussionsbaum zu stellen.

  • Was wird die EZB machen, wenn die Wirtschaft in Südeuropa nicht wie gewünscht anspringt?

  • @Schwarzer Drache

    Da Dir ja 7% p.a. nicht die Mühe wert sind. Was ist denn Deine jährliche Nettoziel-Rendite?

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