Börse Frankfurt Draghi beschert Dax starke Erholung

Dank des EZB-Chefs Mario Draghi schließt der Dax über zweieinhalb Prozent fester. Er stellte im Notfall eine Verlängerung des OMT-Programms in Aussicht. Das allein reichte den Anlegern, um aufs Parkett zurückzukehren.
Update: 03.09.2015 - 18:04 Uhr

EZB öffnet weiter die Schleusen

FrankfurtDem Dax ist der Sprung aus dem Wochenminus gelungen. Dank positiver Signale in Sachen globaler Geldpolitik legte der Leitindex einen imposanten Donnerstagshandel hin. Letztlich notierte er 2,7 Prozent fester bei 10.317 Zählern. Sowohl in Europa als auch in den USA bleiben die Aussichten auf billiges Notenbankgeld ganz nach dem Geschmack der Anleger. Und weil die Börsen in China wegen der Gedenken an das Kriegsende 1945 geschlossen blieben, gab es heute auch keine schwachen Eingaben aus dem kriselnden Wirtschaftsmotors Fernosts zu verarbeiten.

Diese Dax-Titel steckten den China-Schock am besten weg

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-26,86 -0,22%
Chart von DAX ®
Dax
1 von 11

Der Deutsche Aktienindex steckt inmitten einer turbulenten Woche. In Frankfurt folgte einem heftigen Absturz auf ein Jahrestief am Montag eine direkte Kehrtwende. Zeitweise hatte der Dax die größten Verluste seit Jahren verbucht.

Am Donnerstag steht der deutsche Leitindex im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag etwa 1,7 Prozent fester da. Dabei entwickelten sich die Einzeltitel sehr unterschiedlich.

Welche Werte dem China-Schock von Montag ein Schnippchen schlugen, zeigen die folgenden Seiten.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
Xetra

+0,66 +0,87%
+76,25€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Bayer
2 von 11

Der knappe Sprung in die Top Ten gelang Bayer. Das Pharma-Unternehmen stand am späten Donnerstagnachmittag 2,2 Prozent fester als zum Wochenende. Größtes anstehendes Projekt des Konzerns aus dem Bergischen Land ist die Abspaltung der Kunststoffsparte, die bisher unter dem Namen Bayer Material Science firmierte und als Covestro noch dieses Jahr an die Börse soll.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

-0,54 -0,36%
+149,92€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
3 von 11

Generell konnte die Fahrzeugbranche auf Wochenfrist mit am meisten überzeugen. Das liegt aber vor allem daran, dass diese bisher unter allen Dax-Titeln am meisten unter den Druck aus dem Reich der Mitte geraten waren. Schon bei der überraschenden Yuan-Abwertung vor zweieinhalb Wochen, die den China-Schock überhaupt erst losgetreten hatte – abgesehen von den schon vorher auftretenden Turbulenzen an den überhitzten chinesischen Wertpapierbörsen – hatte es die Autowerte am kältesten erwischt. Nun konnte Volkswagen 2,7 Prozent zulegen.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
Xetra

-1,82 -2,28%
+78,00€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF
4 von 11

Der weltgrößte Chemiekonzern verbucht in der laufenden Woche ein Plus von drei Prozent. Aus Angst vor der sinkenden Nachfrage in den Schwellenländern war BASF unter Druck geraten.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
Xetra

-0,40 -0,73%
+54,33€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
5 von 11

Der zweite Autobauer im Bunde, Daimler, konnte 3,3 Prozent an Boden gut machen. Die Mercedes-Mutter lief jüngst auch dank einer Heraufstufung durch UBS-Banker besser. Auf Jahressicht kehrte Daimler damit zurück ins Plus, anders als BMW und Volkswagen , die mit einem Minus von zehn beziehungsweise knapp acht Prozent ein rotes Jahr fahren.

MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006599905
Börse
Xetra

-0,28 -0,32%
+87,60€
Chart von MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Merck
6 von 11

Seinen Platz unter den besten zehn Blue-Chips der Bundesrepublik in dieser extremen Woche, in der der Dax innerhalb eines Tages zeitweise knapp acht Prozent einbrach, sicherte sich Merck mit einem Aufschlag von 3,3 Prozent. Dank einer Kaufempfehlung durch die Berenberg Bank schaffte der Pharmakonzern den Sprung auf die Kaufblöcke der Händler.

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
Xetra

+0,01 +0,05%
+21,85€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Lufthansa
7 von 11

Die krisengebeutelte Lufthansa – seit Jahresanfang verlor die Airline ein Fünftel ihres Börsenwertes – legte im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag 3,5 Prozent zu.

Somit hat der Dax seit seinem Schlusskurs am Freitag 0,2 Prozent zugelegt. Und das, obwohl die Zweifel an Chinas Konjunktur wieder mal für eine desaströse Frühwoche gesorgt hatten. Ob die jüngste Erholung aber von wirklicher Nachhaltigkeit ist, werden die nächsten Impulse aus China prüfen, die aber erst ab Montag kommen – auch morgen bleiben die Märkte im Reiche der Mitte geschlossen.

Heute erstmal stand das Börsengeschehen ganz im Fokus der Notenbanken. In Europa sorgte EZB-Chairman Mario Draghi für Anlegerfreuden. Wie von den Märkten erwartet, beließ der europäische Zentralbankrat auf seiner monatlichen Sitzung die Zinsen auf dem Niveau von 0,05 Prozent. Viel interessanter waren die Aussagen des obersten Währungshüters der Währungsunion zu den Finanzmarktturbulenzen. So erzählte der Italiener, dass sich derzeit kein Ratsmitglied für weitere geldpolitische Maßnahmen aussprach.

Nichtsdestotrotz betonte Draghi den Spielraum, den sich die Notenbank gibt. Im Notfall würden die Männer und Frauen der EZB das Anleihekaufprogramm verlängern oder gar ausweiten. In nächster Zeit könnten die Europäer Bekanntschaft mit einer negativen Inflation machen. Die EZB senkte ihre Inflationsprognose für das Jahr auf 0,1 Prozent. Sie glaubt weiterhin an eine anziehende Konjunktur in Europa, wenngleich auch das Tempo etwas abnehmen dürfte. Mit diesen Pfeilen im Köcher konnte Mario Draghi die Börsianer am Donnerstag überzeugen. Infolge dessen verlor der Euro über ein Prozent und kostete 1,11 US-Dollar.

Im Fokus der Anleger: Continental
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