Börse Frankfurt Einer von den ruhigeren Draghi-Tagen

Wie vom Parkett erwartet, lässt der EZB-Rat alles beim Alten – aller heftigen Kritik zum Trotz. Das sorgte für Erleichterung, der Dax kletterte aus dem Minus und zeitweise ging es über die 12.000-Punkte-Marke.
Update: 09.03.2017 - 17:41 Uhr 1 Kommentar

EZB kann die Anleger nicht überraschen - BMW enttäuscht

FrankfurtEuropas Zentralbanker halten also Kurs. Stark wie nie blies den Frankfurter Währungshütern in den vergangenen Wochen der Gegenwind ins Gesicht. Sparer, Banken, der Finanzminister – alte Bekannte im Unisono des Wider den Niedrigzinsen. Zuletzt hatte gar die Bundesbank auf die Risiken der ultralockeren Geldpolitik hingewiesen, was in der Welt der Notenbanken einem Affront gleichkam. Beirren ließen sich die Währungshüter der EZB nicht. Auf der heutigen Ratssitzung entschieden sie sich für ein „weiter so“.

Der Maßnahmenkatalog blieb unverändert. Das hatten die Märkte erwartet, und dennoch zeigten sie sich erleichtert. Der Dax drehte ins Plus und knackte zeitweise die 12.000-Punkte-Marke. Am Ende ging der Deutsche Aktienindex 0,1 Prozent fester aus dem Handel bei 11.978 Punkten. In der zweiten Reihe rückte der MDax 0,1 Prozent vor auf 23.265 Punkte, der TecDax verlor 0,4 Prozent auf 1948 Zähler. Der Euro-Stoxx-50 rückte 0,6 Prozent vor auf 3409 Punkte und markierte eine 15-Monats-Hoch.

Die besten und schlechtesten Aktien im Februar

HDAX ® PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0008469016
Börse
Xetra

-10,50 -0,17%
Chart von HDAX ® PERFORMANCE-INDEX
HDax
1 von 15

Im Vergleich zum Vormonat hat der HDax im Februar zugelegt. Die 110 Aktien des HDax, in dem alle Titel aus Dax, MDax und TecDax vertreten sind, kamen auf eine Monatsperformance von 2,97 Prozent. Grund dafür ist unter anderem die Rekordlaune am amerikanischen Aktienmarkt und die Hoffnung auf einen amerikanischen Konjunkturboom durch US-Präsident Donald Trump. Gleichzeitig fürchten Anleger aber auch immer noch politische Unsicherheiten, was die Kurse zeitweise wieder zurück fallen lässt. Trotzdem: insgesamt eine durchaus positive Tendenz. Es folgen die schlechtesten und die besten Aktien im Februar.

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
Xetra

-0,88 -1,65%
0,00€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Lanxess AG
2 von 15

Flops – Platz 7

Den Reigen der Flops eröffnet die Lanxess AG. Der Spezialchemiekonzern ist einer der bedeutendsten Chemie- und Polymeranbieter Europas. Etwa ein Jahr lang konnte das Wertpapier von Lanxess seinen Aufwärtstrend aufrechterhalten. Doch im Februar verloren die Aktien insgesamt 4,54 Prozent, wodurch das recht überkaufte Sentiment in eine gesunde Konsolidierung übergehen dürfte. Zum Monatsende hin ist auch schon wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten.

Deutsche Börse AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Deutsche Börse AG
Deutsche Börse AG
3 von 15

Flops – Platz 6

Kerngeschäft der Deutsche Börse AG ist die Entwicklung und der Betrieb von Handelsplattformen, Teilnehmernetzwerken und Abwicklungssystemen für Börsen. Der Februar lief nicht gut für die Aktiengesellschaft. Eigentlich war der Zusammenschluss von Deutsche Börse AG und London Stock Exchange (LSE) geplant, doch inzwischen ist das Scheitern der Fusion zum Greifen nah. Denn die LSE hat unerwartet die Reißleine gezogen. Die Monatsperformance der Deutsche Börse AG beläuft sich auf ein Minus von 5,09 Prozent.

WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WCH8881
Börse
Xetra

-2,32 -2,67%
0,00€
Chart von WACKER CHEMIE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wacker Chemie AG
4 von 15

Flops – Platz 5

Auch für die Wacker Chemie AG hielt der Februar nicht viel Gutes bereit. Am 13. Februar stuften die Analysten von Berenberg die Aktien von „buy“ auf „hold“ herunter und senkten das Kursziel auf 112 von 115 Euro. Insgesamt verbilligten sich die Papiere im Februar um 5,20 Prozent.

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

+0,10 +0,63%
0,00€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S AG-REG
5 von 15

Flops – Platz 4

Noch schlechter sah der Februar für die K+S AG aus. Die Baader Bank beließ die Einstufung der Aktien auf „Hold“ mit einem Kursziel von 21 Euro. Das Bergbauunternehmen mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung fuhr einen Kursverlust von 5,84 Prozent ein.

CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007257503
Börse
Xetra

+0,02 +0,47%
0,00€
Chart von CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Metro AG
6 von 15

Flops – Platz 3

Die Metro AG schafft es unter die Top Drei der Verlierer. In weniger als einem halben Jahr soll das Unternehmen aufgespalten werden: in einen Elektrohändler um Media Saturn und in einen Lebensmittelspezialisten um die Real-Supermarkte und das Großhandelsgeschäft. Dann werden die Aktien der beiden künftigen Unternehmen getrennt gehandelt werden. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Aktie der Metro AG im Februar außerdem auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Am Ende des Monats erschien für die Aktien ein Minus von 7,42 Prozent auf den Anzeigetafeln.

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
Xetra

-0,12 -1,40%
0,00€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Commerzbank AG
7 von 15

Flops – Platz 2

Der Aufwärtstrend der Commerzbank-Aktie seit Oktober 2016 geriet im Februar ins Wanken. Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung für die Commerzbank AG auf „Underweight“ belassen – mit einem Kursziel von sechs Euro. Hinzu kommen eine geringe Kreditnachfrage, anhaltend niedrige Zinsmargen und geringe Gebühren. Am Ende des Monats stand ein dickes Minus von 10,13 Prozent.

Erst im Dezember hatten die Eurohüter ihr billionenschweres Anleihekaufprogramm verlängert. Und weil die Zentralbanker nicht gerade für Übereile und Aktionismus bekannt sind, rührten sie nicht an den Stellschrauben: Die Leitzinsen blieben bei 0,0 Prozent, der Einlagenzins verharrte bei minus 0,4 Prozent, keine Änderung bei Volumen und Dauer der monatlichen Anleihekäufe. Die Börsianer nickten die Ergebnisse schnell ab und richteten ihre Blicke auf Mario Draghi. Mal wieder waren die anschließenden Ausführungen des EZB-Präsidenten wichtiger als der Zinsentscheid selbst.

Und der Italiener machte scheinbar einen souveränen Eindruck auf die Börsianer. Er verwies auf die Erfolge der bisherigen Geldpolitik: „Wie es oft der Fall ist, unterschätzen wir, was wir in der Vergangenheit bereits erreicht haben.“ Die Deflationsrisiken seien in aller Deutlichkeit zurückgegangen, das Wachstum in der Euro-Zone ziehe weiter an und auch die sinkende Arbeitslosigkeit spreche für den eingeschlagenen Kurs. Neue Projektionen des eigenen Hauses sehen die Inflation steigen – auch dies wurde positiv aufgenommen. Von einem „Sieg an der Inflationsfront“ sei man aber noch weiter entfernt, so Dragi.

Im vergangenen Monat hatte die Teuerungsrate den knapp zwei Prozent bereits erreicht. Wohlgemerkt handelt es sich aber um einen Ausreißer, der den abgeschmierten Energiepreisen des Vorjahres geschuldet ist, und nicht um einen klaren Trend. „Die Kerninflationsrate – also die Teuerung ohne die stark gestiegenen Preise für Energie und Nahrungsmittel – stagnierte im Februar bei 0,9 Prozent“, schreibt Deutsche-Bank-Analyst Ulrich Stephan. Damit liegt sie deutlich unter der Gesamtinflationsrate, die mit zwei Prozent genau den Zielwert der Europäischen Zentralbank markierte. „Zudem können die harten Konjunkturdaten bisher nicht mit der guten Laune der Unternehmen Schritt halten“, so Stephan weiter.

In rhetorischer Feinarbeit bereitete der oberste Währungshüter die Märkte dennoch auf eine mögliche Straffung vor – in bester Notenbanker-Manier, wonach Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist. Dass Draghi davon sprach, in nächster Zeit keine Neuaufsetzung des Extra-Kreditprogramms für Banken – das TLTRO – anzuvisieren, darf als vorsichtiger Schritt verstanden werden, die Erwartungshaltung langsam zu senken. Am Devisenmarkt kletterte der Euro daraufhin um 0,4 Prozent auf 1,058 Dollar.

Merck und BMW liefern – und fliegen
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