Börse Frankfurt Einmal Dax 8.000 und zurück

Der Leitindex hat erstmals seit fünf Jahren den Sprung über die 8.000er Marke geschafft. Die US-Arbeitsmarktzahlen fielen überraschend gut aus – für Börsianer nicht unbedingt eine gute Nachricht. Der Dax fiel zurück.
Update: 08.03.2013 - 17:55 Uhr 74 Kommentare

Börse am Abend

FrankfurtDer Dax hat es am Freitag zeitweise über 8.000 Punkte geschafft. Am Nachmittag half der besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht dem Index sogar kurzzeitig auf 8.015 Punkte. Doch kurz danach büßte der Dax einen Teil der Gewinne wieder ein und schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 7.986 Punkten – dem höchsten Schlusskurs seit Dezember 2007. Auf Wochensicht hat der Dax rund 3,5 Prozent gewonnen.

Derzeit hängt an den Märkten alles von der Geldschwemme der Notenbanken ab. „Mit so viel Unterstützung von Seiten der Zentralbanken ist der Weg nach oben frei“, sagte Jawaid Afsar vom Brokerhaus SecurEquity. „Der Anstieg des Dax auf ein Rekordhoch ist nur eine Frage des ‚Wann‘ und nicht des ‚Ob‘“, sagt Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank.

Auch für die Analysten von MM Warburg ist ein Ende des Dax-Höhenfluges vorerst nicht in Sicht. „Historisch gesehen sind deutsche Aktien immer noch preiswert.“ Schließlich liege das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) der 30 Dax-Unternehmen derzeit bei gerade einmal 10,7. Das bedeutet, dass der Aktienkurs den Gewinn je Aktie um das 10,7-fache übersteigt. Im langjährigen Durchschnitt erreichen die Dax-Firmen ein KGV von 15. Als der Dax im Zuge der Internet-Blase erstmals die 8000er Marke übersprang, habe das KGV bei rund 30 gelegen, fügten die MM Warburg-Experten hinzu.

Einige Börsianer mahnten allerdings zur Vorsicht. „Die Anleger verschließen momentan anscheinend die Augen vor der Wirklichkeit“, sagte Händler Stefan Chmielewski von Lang & Schwarz mit Blick auf die anhaltenden Schuldenprobleme in der Euro-Zone und den USA. Letztlich sei es vor allem die Alternativlosigkeit, die Investoren derzeit in Aktien treibe. Anleihen von Staaten oder Unternehmen mit guter Bonität werfen derzeit kaum etwas ab.

Ein anderer Börsianer betonte, ohne klare Anzeichen, dass die für das zweite Halbjahr erwartete Erholung der Weltwirtschaft auch wirklich komme, werde es keine weiteren größeren Kursgewinne geben. Es könnte zur paradoxen Situation kommen, dass gute Konjunkturnachrichten schlecht für die Märkte sind.

Am Freitag meldeten die USA überraschend gute Arbeitsmarktdaten. Die US-Unternehmen schufen im Februar außerhalb der Landwirtschaft 236.000 neue Jobs, nach einem Plus von revidiert 119.000 im Vormonat. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Anstieg von 160.000 Stellen gerechnet. Zuvor hatten bereits überraschend starke chinesische Exporte Hoffnungen auf einen anziehenden Welthandel geweckt.

Die US-Notenbank Fed hat ihre Nullzinspolitik an das Ziel geknüpft, die Arbeitslosenquote auf mindestens 6,5 Prozent zu drücken. Sollte sich der Arbeitsmarkt schneller als gedacht erholen, könnte die Notenbank früher den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes finden. „Die Wahrscheinlichkeit ist gestiegen, dass die US-Notenbank ihr Anleihekaufprogramm früher als bisher erwartet zurückfahren wird“, sagte “, sagte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Eine weitere Verbesserung der Konjunkturdaten - besonders aber der Arbeitsmarktdaten - könnte Leuchtmann zufolge bis zum Jahresende zu einem Ende der Anleihekäufe führen. Zuletzt hatten bereits einige Mitglieder der Fed vor den Risiken der Anleihekaufprogramms gewarnt.

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74 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Einmal Dax 8.000 und zurück"

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  • Die haben sich die Stücke effektiv aushändigen lassen und wischen damit ihre Tränen aus dem Gesicht.

    Seit 6000 Short? 15000 miese reichen da aber nicht je nach Kapitaleinsatz.

  • Die haben Harz IV beantragt, und putzen das Bahnhofsklo zusätzlich.

  • Die kaufen sukzessive nach und freuen sich über die Vollpfosten, die blind (vor Gier) das Ding gegen die Decke fahren.

    Hätte nie gedacht noch mal zu solchen Traumständen zuschlagen zu können.

  • Wo sind eigentlich die ganzen Crashpropheten (Hamburger Short seit 6000 mit irgendwelchem Optionsscheinzeug, Sodener Short mit mindestens einem FDAX seit 74~ ca 15000 im Minus, falls es nur einer war... und wie sie alle heißen... ?

  • Propaganda-Blatt_II

    atmen Sie mal tief durch,
    übelegen Sie, daß die Allianz die nächsten 10 Jahre
    4% abwirft + Inflationsschutz bei einem Kurs von 112 Euro, wo bekommen Sie das ?

  • Wie auch schon an anderer Stelle berichtet, die Propaganda-Maschine läuft.

    Seit Monaten wird mit Zahlen getrickst, hin und her geschoben (damit es halbwegs paßt). Arbeitslosenzahlen aus dem Vormonat werden erhöht, damit die aktuellen besser aussehen. Umgekehrt natürlich bei den geschaffenen Stellen.
    Perverse Manipulation hoch 10.
    Und alle haben immer über den dreckigen Sozialismus im verhaßten Osten geschimpft.

    Seltsam ist auch, daß seit ein paar Tagen die Kommentare (Foristeneinträge) bei CNBC nicht mehr existieren.
    Was das wohl bedeuten soll?

    Mal gespannt, wann unser PB auf diese tolle Idee kommt.

    Es lebe die Rally.

    Grüße an den Bunker.

  • CNBC:
    "Inventories Surge in January, Continuing Streak of Strong US Data"

    Nächstes gutes Beispiel für die laufende Propaganda.

    Wenn die Lagerbestände zunehmen, dann zeugt das nicht von Stärke.

    Mit anderen Worten: Trotz Zunahme der privaten Kreditaufnahme (wie gestern berichtet) von geschätzten 14,x auf 16,x Milliarden Dollar letzten Monat, kaufen die Leute nichts mehr.
    Also, brauchen die die Kohle um alte Schulden abzutragen und die Industrie produziert auf Halde.

    Sehr stark, wirklich sehr stark.

  • Nehmen wir den aktuellen Dax Stand 7970 Punkten.
    Egal ob Long oder Short / (Call / Put) würde ich 200 Punkte Buffer lassen falls der Dax sich nicht in die gewünschte Richtung bewegt (z.B. Rückschläge) ist der Schein nicht sofort ausgenockt.
    Die Punkte kann man natürlich auch in Prozent umrechnen, 3% zum Basis/Knock Outpreis würde ich mindestens einkalkulieren.
    Generell ist Vorsicht angesagt, bestes Beispiel heute 15.30 nach den positiven US Arbeitsmarkt Zahlen ist der DAX nicht wie gewünscht über die 8000 dauerhaft gesprungen.
    Kommt jetzt sicher eine kleine Korrektur!

  • Sorry, damals waren ja noch DM Zeiten. Also wohl eher heute Hälfte an Wert.

  • Es bedeutet wohl, dass der heutige Kursindex etwa ein Viertel soviel Wert ist wie der vom Jahre 2000. Damals 8000, heute 4000 und nicht zu vergessen die Entwertung der Währung um die Hälfte.

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