Börse Frankfurt Erholter Dax schließt über 9300 Punkten

Zwar blieben die Daten vom US-Arbeitsmarkt hinter den Erwartungen der Experten zurück. Doch auf dem Parktett wurden die Zahlen dennoch positiv aufgenommen. Nach einigem Zögern setzte der Dax die Vortagsgewinne fort.
Update: 07.02.2014 - 17:54 Uhr 52 Kommentare

Börse am Abend

FrankfurtAuch schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt haben den Dax am Freitag nicht von seiner Erholung abgehalten. Kurz nach der Veröffentlichung der Job-Zahlen gab es zwar einige Schrecksekunden zu verkraften, doch der deutsche Leitindex fing sich schnell und stieg weiter an. Nachdem die Währungen der Schwellenländer aufwerteten, spekulierten Anleger Analysten zufolge darauf, dass die US-Notenbank ihr Tapering-Tempo drosseln werde.

Am Ende schloss der Dax mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent bei 9301 Punkten. Auch in der zweiten Reihe konnten die Kurse weiter gesunden. Die Nebenwerte im MDax zogen um 0,4 Prozent an auf 16400 Punkte, der TecDax legte um 0,3 Prozent zu auf 1224 Zähler. Der EuroStoxx50 kletterte um 0,9 Prozent auf 3038 Punkte. Auch die Wall Street lief im Plus.

Der von der US-Regierung am Nachmittag vorgelegte US-Bericht für Januar blieb hinter den Erwartungen zurück. So wurden im vergangenen Monat nur 113.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Dies sind überraschend wenig, waren Experten doch von 185.000 neuen Jobs ausgegangen. „Nach dem witterungsbedingt schwachen Dezember setze der Arbeitsmarkt seine Belebung im moderaten Tempo fort, wenngleich die aktuellen Daten hinter den Erwartungen zurückblieben”, kommentierte Helaba-Ökonom Johannes Jander.

Die Arbeitslosenquote sank von 6,7 auf 6,6 Prozent - Ökonomen prognostizierten 6,5 Prozent. Die Zahlen sind entscheidend dafür, in welche Richtung sich die Kurse in den nächsten Handelstagen bewegen werden. Denn die US-Notenbank Federal Reserve hat ihre Geldpolitik von der Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt abhängig gemacht.

Am Morgen war der Dax kurzzeitig ins Minus gerutscht, nachdem das Bundesverfassungsgericht mitgeteilt hatte, dass der Europäische Gerichtshof über die umstrittenen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank in der Euro-Staatsschuldenkrise entscheiden muss. Insbesondere gehe es darum, ob der im Sommer 2012 von der EZB in Aussicht gestellte unbegrenzte Kauf von Staatsanleihen aus Krisenländern der Euro-Zone mit EU-Recht vereinbar sei.

Nach Auffassung des Verfassungsgerichts sprechen gewichtige Gründe dafür, dass der so genannte OMT-Beschluss des EZB-Rates vom September 2012 über das Mandat der EZB für die Währungspolitik hinausgehe und „gegen das Verbot monetärer Haushaltsfinanzierung verstößt“. In Folge dessen gab der Euro kurzzeitig 0,22 Prozent nach, stieg aber recht schnell wieder an und befand sich zum Dax-Handelsschluss bei 1,361 Dollar.

Mit diesen Aktien retten Anleger ihr Geld

THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007500001
Börse
L&S

+0,28 +1,42%
+19,80€
Chart von THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Thyssen-Krupp: Analyst sieht Aktienkurs skeptisch
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Thyssen-Krupp: Analyst sieht Aktienkurs skeptisch

Die Aktie des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp hatte sich in den zurückliegenden Monaten immer wieder einmal erholt, doch die Anleger bleiben skeptisch. Am Mittwoch sorgte eine Herunterstufung durch die Analysten der HSBC für Verkaufsdruck; die Titel fielen um mehr als zwei Prozent und trugen im Dax die rote Laterne. Thorsten Zimmermann von HSBC rechnet laut einer am Mittwoch veröffentlichten Branchenstudie zwar mit einem ordentlichen ersten Geschäftsquartal der Essener. Die operativen Verbesserungen hinkten der Aktienkursentwicklung aber hinterher.

Kursentwicklung 1 Woche: - 3,8 Prozent

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
Xetra

+0,02 +0,14%
+13,93€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom: Nachrichten belasten Aktie
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Deutsche Telekom: Nachrichten belasten Aktie

Mehrere Meldungen verunsicherten diese Woche die Telekom-Aktionäre. Am Mittoch gaben die Papiere bis zu 1,5 Prozent ab, nachdem die Nachricht kursierte, der Bund erwäge den Abbau seiner Beteiligung an dem Telekommunikationsriesen. „Da kommen womöglich jede Menge Aktien auf den Markt, und deshalb gerät der Kurs unter Druck", erklärte ein Börsianer. Aktuell ist der Staatsanteil von rund 32 Prozent gut 16 Milliarden Euro wert. Auch am Dienstag verloren die Titel rund 1,5 Prozent. Verantwortlich waren Neuigkeiten aus den USA rund um die Tochter T-Mobile US. Ein Vertreter der US-Aufsichtsbehörde FCC sieht die Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenschluss mit Sprint, einem Tochterkonzern der japanischen Softbank, sinken.

Kursentwicklung 1 Woche: - 6,4 Prozent

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
Xetra

+0,09 +0,40%
+22,86€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Lufthansa: Streit erschreckt Investoren
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Lufthansa: Streit erschreckt Investoren

Dicke Luft rund um Deutschlands größte Airline Lufthansa. Ihr droht ein Streik der Piloten. Mehr noch verunsicherte die Anleger ein Streit mit der italienischen Regierung: Die Lufthansa forderte die EU-Kommission zum Einschreiten gegen den geplanten Einstieg der staatlichen Golf-Fluggesellschaft Etihad bei der klammen Alitalia. Die italienische Regierung reagierte verschnupft. „Es scheint so, als ob es nun die Lufthansa ist, die Angst vor Konkurrenz hat“, sagte Verkehrsminister Maurizio Lupi. Am Dienstag fielen die Lufthansa-Aktien um 0,6 Prozent – obwohl die Analysten der Credit Suisse eine Kaufempfehlung für die Papiere abgegeben hatten.

Kursentwicklung 1 Woche: - 1,8 Prozent

GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006602006
Börse
Xetra

+0,24 +0,76%
+31,81€
Chart von GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Gea: Ausblick enttäuscht Börsianer
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Gea: Ausblick enttäuscht Börsianer

Beim Blick in den Nebenwerteindex MDax fällt diese Woche der Anlagenbauer Gea auf. Der ohnehin schwache Chart knickt am Donnerstag nochmal ein, die Aktie verliert bis zu 6,8 Prozent im frühen Geschäft. Das Minus reduzierte sich auf 2,5 Prozent. Die Analysten von Equinet machen dafür den Ausblick verantwortlich: „Insgesamt waren die Zahlen für 2013 solide, aber die Prognose eines moderaten Umsatzwachstums ist immer noch recht vorsichtig.“ Auch das Ziel, 2014 einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 550 bis 590 Millionen Euro einzufahren, enttäuschte die Investoren. „Obwohl wir der Meinung sind, dass das Management konservativ sein will und sie ihre Ziele schaffen wollen, ist diese Ebitda-Prognose klar unter unseren Erwartungen“, heißt es bei der DZ Bank.

Kursentwicklung 1 Woche: - 4,8 Prozent

PUMA SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006969603
Börse
Xetra

+4,50 +1,05%
+433,00€
Chart von PUMA SE INHABER-AKTIEN O.N.
Puma: Anleger folgen Verkaufsempfehlung
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Puma: Anleger folgen Verkaufsempfehlung

Im Nebenwerteindex SDax machte am Donnerstag der Sportartikelhersteller Puma von sich reden. Während Wettbewerber Adidas von den Olympischen Winterspiele in Sotchi profitiert, sehen Beobachter bei Puma eher Grenzen. Die Hürden, um in der globalen Sportindustrie mithalten zu gönnen, würden höher, heißt es in einem Kommentar der Analysten von Goldman Sachs. Die dafür nötigen Anstrengungen kosteten Geld, was wiederum die Margen belasten könnte. Die Experten stuften die Puma-Aktien herunter auf "Sell" von "Neutral". Anleger folgten der Verkaufsempfehlung. Die Aktien, die zuvor schon auf Sinkflug waren, verloren in der Spitze abermals 2,4 Prozent und waren damit so billig wie seit August 2011 nicht mehr.

Kursentwicklung 1 Woche: - 7,0 Prozent

HEIDELBERGER DRUCKMASCHINEN AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007314007
Börse
Xetra

+0,03 +1,27%
+2,39€
Chart von HEIDELBERGER DRUCKMASCHINEN AG INHABER-AKTIEN O.N.
Heidelberger Druck: Zahlen geben nur kurz Aufwind
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Heidelberger Druck: Zahlen geben nur kurz Aufwind

Im Kleinwerteindex befinden sich auch die Papiere des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck auf Sinkflug. Nur am Mittwoch gab es einen Impuls nach oben. Die Börse hatte die Geschäftszahlen mit Erleichterung aufgenommen. Die Aktien legten im frühen Geschäft mehr als drei Prozent zu und waren damit Spitzenreiter im SDax. Die Analysten des Bankhauses Close Brothers Seydler schrieben in einem Kommentar, das Unternehmen sei bei der Entwicklung des Umsatzes und der Profitabilität weiterhin auf einem guten Weg. Sie verwiesen darauf, dass der operative Gewinn der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres ohne Sonderbelastungen auf 67 von vier Millionen Euro gestiegen sei.

Kursentwicklung 1 Woche: - 8,8 Prozent

TWITTER INC. REGISTERED SHARES DL -,000005

WKN
ISIN
US90184L1026
Börse
Xetra

-0,09 -0,32%
+28,51€
Chart von TWITTER INC. REGISTERED SHARES DL -,000005
Twitter: Nutzerzahlen fallen an der Börse durch
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Twitter: Nutzerzahlen fallen an der Börse durch

Auf den internationalen Märkten fiel diese Woche der Kurznachrichtendienst Twitter auf, der mit seinen Nutzerzahlen enttäuschte. Die Titel fielen am Donnerstag um fast 23 Prozent. Das Netzwerk Facebook hat inzwischen auf 1,23 Milliarden Nutzer und zeigt zudem mit überraschend starken Quartalszahlen, dass es auch auf Smartphones mit Anzeigen viel Geld verdienen kann. Dagegen weitete Twitter von Oktober bis Dezember den Nettoverlust auf fast 512 Millionen Dollar aus von neun Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Im Schlussquartal 2013 stieg die Zahl der Nutzer trotz massiver Werbeausgaben lediglich um knapp vier Prozent auf 241 Millionen.

Insgesamt reagierten die Märkte auf die Entscheidung aus Karlsruhe gelassen. „Die Märkte haben ganz kurz gezuckt, aber eigentlich war das Thema damit für heute zumindest auch durch“, sagte ein Händler. Auch der Dax fing sich schnell wieder.

Schlechte Nachrichten kommen aus China. Der Dienstleistungssektor wuchs im Januar so langsam wie seit fast zweieinhalb Jahren nicht mehr. Der am Freitag veröffentlichte Einkaufsmanager-Index der Großbank HSBC und des Forschungsinstituts Markit fiel auf 50,7 Punkte von 50,9 Zählern im Dezember und damit auf den tiefsten Stand seit August 2011.

Branchenaussicht hievt ThyssenKrupp an Dax-Spitze
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52 Kommentare zu "Börse Frankfurt : Erholter Dax schließt über 9300 Punkten"

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  • Tja, da muss ich Sie leider enttäuschen, denn ich kenne meinen Stammbaum (ich bezweifle, dass Sie Ihren Vater kennen, da kamen wohl viele Herren in Frage) und kann Ihnen daher glaubhaft versichern, dass
    1. meine Familie im Mittelalter weder Leibeigen noch analphabetisch war und
    2. meine Familie keinerlei Berührungspunkte mit dem NS-Regime hatte.

  • Ganz genau so stelle ich mir den X_TRADER und deltaone vor. Auch äußerlich.

    Am besten gefällt mir der glückliche und entspannte Zustand des Traders wärhend des Clips und wie interssiert der Junge am Ende daran ist.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • So ist Börse LOL. Nur schlechte Nachrichten, Tapering, ein enttäuschender US-Arbeitsmarkt, China und D. ... und es wird trotzdem gekauft.

  • RUNTER!!!!!!!!!!!! 9000!!!!!! oder wenigstens 9150!!!!!!!! BITTTTTTTTEEEE! ICH WILL MACHT!!!!!!!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ich glaube der Herr "Programmierer" (hier vertreten unter mindestens zwei Identitäten) wird uns noch eine Weile erhalten bleiben.

  • Klar, nur 200 Prozente in 10 Jahren.
    Das ist wie Abzocke!

  • Um es mit Yogi Berras Worten zu sagen:

    The future ain't what it used to be!

    (für deltaone, der des Englischen nicht ganz so mächtig ist: Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war)

    Schönes Wochenende. Cheerio.

  • Die Computer sind eben wahre Geldvervielfältigungsmaschinen
    Keiner denkt darüber nach was man mit ein paar Mausklicks alles anstellen
    kann. Zur Not wenn es übertrieben wird wie gestern Nachmittag, dann haben wir ja
    zum Glück eine Handelsaussetzung da unten da steht der Kurs dann Minuten bei
    9010 und als der Handel wie gestartet ist, war nichts passiert da hat er wie von
    Geisterhand wieder alle Verluste wettgemacht
    Das ist doch schön man plaziert nur noch auf den relevanten technischen Marken
    seine Orders wie alle Systeme und spielt wie XTrader beide Seiten
    immer wieder im Kreis

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