Börse Frankfurt Erster Trump-Tag verschreckt Dax-Anleger

Die Euphorie über den Wahlsieg Donald Trumps ist an den Börsen verflogen. Der neue US-Präsident verunsichert mit seinen protektionistischen Äußerungen. Der Leitindex Dax schließt leicht im Minus.
Update: 23.01.2017 - 18:04 Uhr 4 Kommentare

Erster Handelstag unter Trump verdirbt Anlegern Kauflaune

FrankfurtMit seinen ersten Amtshandlungen hat der neue US-Präsident Donald Trump am Montag den Anlegern am Aktienmarkt die Kauflaune verdorben. Der Dax fiel um 0,7 Prozent auf 11.546 Punkte, der EuroStoxx50 verlor ebenfalls fast ein Prozent.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax büßte am Montag 0,3 Prozent auf 22.568 Zähler ein. Für die Technologiewerte im TecDax ging es um 0,3 Prozent auf 1.830 Punkte nach unten.

Auch an der Wall Street kassierten Börsianer einige der Vorschusslorbeeren für Trump wieder ein: Bis zum Handelsschluss in Europa verloren Dow-Jones-, S&P500-Index und Nasdaq-Composite je etwa 0,4 Prozent. Die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks hatten seit der Wahl Trumps rund zehn Prozent zugelegt.

Pharmawerte setzen Talfahrt fort

Unter Verkaufsdruck blieben die Pharmawerte, nachdem Trump als eine seiner ersten Amtshandlungen noch am Wochenende die US-Gesundheitsreform Obamacare per Erlass aufgeweicht hatte. Im Schnitt verloren die europäischen Pharmawerte wie Merck, Bayer oder Novartis etwa ein Prozent. Die Papiere der Biotechfirma Medigene rutschten im TecDax sogar um vier Prozent ab. Auch in New York ging es mit Werten wie Merck, Mylan und Bristol Myers je rund ein Prozent nach unten.

Ansonsten zählten an der Wall Street die Titel von McDonald's mit einem Abschlag von rund einem Prozent zu den Verlierern. Die weltgrößte Schnellimbisskette machte im vierten Quartal erneut weniger Umsatz. Die rote Laterne im Dow-Jones trugen aber General Electric mit einem Abschlag von über zwei Prozent. Der Siemens-Rivale hatte am vergangenen Freitag die Anleger mit seiner Bilanz enttäuscht. Einige Analysten senkten ihre Kursziele etwas.

Die Anleger hätten vor allem auf weniger Regulierungen, ein Konjunkturprogramm und Steuersenkungen unter Trump gesetzt, sagte ein Händler. „Und nun schüren seine ersten Amtshandlungen die Sorge vor einem protektionistischen Amerika“, sagte ein Händler. Mit einem Paket von Maßnahmen will Trump Anreize für die Industrieproduktion in die USA schaffen. Mit Erlassen will er die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta und den Austritt aus dem gerade erst verhandelten Freihandelsabkommen mit einigen Pazifik-Staaten (TPP) in Angriff nehmen. Details zu Steuersenkungen und Infrastrukturmaßnahmen gibt es weiter nicht.

„Potenzielle Investoren stochern weiter in Sachen konkreter Trump-Politik im Nebel“, sagte CMC-Markets-Analyst Jochen Stanzl und fügte mit Blick auf mögliche Handelsbeschränkungen hinzu: „Das mulmige Gefühl, dass hier einiges auf die Wirtschaft und damit die Börsen zukommen wird, ist deutlich spürbar.“

Auch über den Regierungsstil Trumps sind einige Börsianer verunsichert. So stritt sich der neue US-Präsident am Wochenende mit den Medien über die Zuschauerzahlen bei seiner Vereidigung. Börsianer fürchten eine Achterbahnfahrt unter Trump, der auch gerne mal über Twitter Politik macht.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Der Euro stieg in der Spitze um einen halben US-Cent auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 1,0754 Dollar.

Vor diesem Hintergrund nahmen die Investoren Kurs auf als sicher geltende Häfen. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, legte 98 Ticks auf 163,27 Punkte zu. Die „Antikrisen-Währung“ Gold gewann 0,8 Prozent und war mit 1.219 Dollar je Feinunze (31 Gramm) zeitweise so teuer wie zuletzt vor zwei Monaten.

  • dpa
  • rtr
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4 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Erster Trump-Tag verschreckt Dax-Anleger "

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  • Ich wage eine Prognose:
    Der Dax wird ab heute solange fallen bis er anfängt wieder zu steigen. Falls keines der beiden Szenarien zutrifft wird er in eine Seitwärtsbewegung übergehen.
    Richten Sie Ihr Depot danch aus und Sie sind auf der sicheren Seite.

    Schönen Abend noch.

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    "Herr Fritz Porters23.12.2016, 12:25 Uhr
    Liebe komödiantische Kommentatorengemeinde,

    es ist mal wieder ein Fest wie lustig hier kommentiert wird ...was wäre mein Tag ohne diese wunderbaren Geistesblitze, die hier gepostet werden. Herrlich :-)"


    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Eibel,Ebsel,Grande, Dirnberger,Trautmann....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

  • @Eysel.

    Auf den Punkt gebracht.

    Der Dax ist ein Index mit ca. 3% Marktkapitalisierung auf den Weltindex MSCI World.
    Ob die Rede den Dax "runterzieht" oder nicht, ist so wichtig, als wenn in China ein Sack Reis umfällt.

    Ein sinnloser Artikel des HB um Zeilen zu füllen.

  • Ich frage mich immer wieder,
    welcher Zweck wohl hinter solch höchst "nervösen" als auch recht beliebig Zusammenhänge herstellenden Kommentaren wie heute "Trump Antrittsrede ... Dax herunter" stehen könnte. - Ausser "contra Trump" zu sein. -
    Mir kommt das manchmal so beliebig (und sachfremd) vor wie:
    "Heite regnet es WEIL es so im Großlagen-Wetterbericht stand."

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