Börse Frankfurt Handelsstreit trübt die Stimmung an den Aktienmärkten

Der Aktienhandel an den Börsen wird von dem Zollstreit zwischen den USA und China überschattet. Der Leitindex Dax beendet den Handel mit leichten Verlusten.
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„Die rosarote Börsenwelt wird bald ziemlich düster aussehen“

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FrankfurtDer eskalierende Handelsstreit zwischen China und den USA hat am Mittwoch den europäischen Aktienmärkten die Luft aus den Segeln genommen. Der Dax schloss mit 12.317 Zählern 0,3 Prozent schwächer. Der Euro Stoxx trat auf der Stelle. Noch am Dienstag hatte die Einigung im Asylstreit zwischen CDU und CSU den Anlegern etwas Mut gemacht.

Von der Wall Street kamen zur Wochenmitte keine Impulse, die US-Börsen blieben wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen. Bei der verkürzten Sitzung der New Yorker Börse am Dienstag hatte die Sorge vor einem Handelskrieg vor allem Technologiewerte unter Druck gesetzt.

„Das könnte sich heute als die Ruhe vor dem Sturm erweisen, wenn es am Freitag zum Showdown zwischen den USA und China im Zollstreit kommt“, sagte ein Händler. Viele Anleger hielten sich zurück und versuchten möglichst wenig zu handeln. "In so einer Lage mag sich niemand langfristig positionieren.“ Entsprechend mau waren die Umsätze im Dax.

Am Freitag sollen die von US-Präsident Donald Trump angedrohten US-Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar in Kraft treten. China will vom selben Tag an ebenfalls Zölle auf US-Güter im selben Volumen erheben, sagte ein Insider.

Während die Börsen in Shanghai und Shenzhen erneut nachgaben, stabilisierte sich der Yuan etwas. Insider in Peking sehen derweil keine Parallelen zwischen der aktuellen Abwertung der Landeswährung und der Entwicklung von 2015, als die Zentralbank mit Milliarden Dollar dem Yuan unter die Arme griff. Man habe aus den Ereignissen von vor drei Jahren gelernt, als ein massiver Kapitalabfluss die Börsen weltweit durcheinander wirbelte.

Ein Importverbot für den US-Chiphersteller Micron in China lastete auf dem europäischen Tech-Sektor. Aktien von Infineon, ASML STMicro und Siltronic gaben drei bis sieben Prozent nach. Ein chinesisches Gericht untersagte Micron den Verkauf von 26 Chip-Produkten in China, wie die konkurrierende taiwanische Firma UMC und deren chinesischer Partner mitteilten.

Micron-Aktien hatten am Dienstag mehr als fünf Prozent verloren. Der US-Konzern erwirtschaftet rund die Hälfte seiner Umsätze in der Volksrepublik. „Jene Anleger, die sich von einem Investment in US-Technologiewerte Immunität gegenüber dem Handelskonflikt versprochen hatten, erleben jetzt ein böses Erwachen“, sagte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Erneut fester notierten hingegen Versorger. Im Dax zählten RWE und E.ON mit einem Plus von je etwa zwei Prozent zu den größten Gewinnern.

Schlusslicht im Dax waren FMC mit einem Abschlag von gut vier Prozent. Die Analysten der Credit Suisse stuften die Aktien des Dialysekonzerns auf „neutral“ herunter und begründeten dies mit wachsendem Druck auf die Rendite.

Die im MDax gelisteten CTS Eventim verloren 6,7 Prozent. Analysten hatten sich kritisch zu dem Ticket-Vermarkter geäußert.

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