Börse Frankfurt Krim-Krise setzt dem Dax heftig zu

Die Krim-Krise hat die Märkte weiter fest im Griff. Starke US-Jobzahlen sorgten zwar kurzfristig für eine Erholung, doch die Kurse brachen schnell wieder ein. Der Dax schloss schließlich mit einem Minus von zwei Prozent.
Update: 07.03.2014 - 18:02 Uhr 10 Kommentare

Börse am Abend

FrankfurtDie Krise um die Krim hat am Freitag für einen Absturz beim Dax gesorgt. Aus Angst vor einer weiteren Zuspitzung des Konfliktes zwischen Russland und dem Westen kam es zu massenhaften Verkäufen an Europas Börsen. Auch ein unerwartet starker US-Arbeitsmarkt konnte den Dax nur kurzfristig stützen. So ging der der deutsche Leitindex mit einem Minus von zwei Prozent bei 9.350 Punkten aus dem Handel.

Der MDax notierte 1,2 Prozent schwächer bei 16.670 Punkten, die Technologiewerte im TecDax schlossen 1,4 Prozent leichter auf 1.274 Zähler. Der Euro-Zonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 ließ 1,5 Prozent nach und zählte 3.097 Stellen. Der Dow-Jones-Index lief zum Frankfurter Handelsschluss 0,2 Prozent höher bei 16.452 Punkten, und hatte im Laufe seines Handels ebenfalls nachgelassen.

„Die Aktien sind diese Woche knapp unter ihren Höchstständen wie ein Jo-Jo hoch und runtergegangen, daher machen Investoren für den Fall Kasse, dass sich die Lage in der Ukraine über das Wochenende verschärft“, begründete Händler Andrea Tueni von der Saxo Bank die Verkaufslaune auf dem Parkett.

Eine schnelle diplomatische Lösung in Osteuropa zeichnet sich nicht ab: So drohte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius mit weiteren Sanktionen der EU, falls Russland in der Ukraine-Krise nicht einlenkt. Auch zwischen den USA und Russland gab es keine Annäherung. Die Ansichten von Washington und Moskau über die ukrainische Halbinsel gehen nach Angaben des Kreml weiterhin deutlich auseinander.

Zwischenzeitlich waren die Sorgen um den Schwarzmeer-Konflikt in den Hintergrund gerückt. Der US-Arbeitsmarkt hatte die Börsianer mit einem starken Stellenzuwachs überrascht. Denn zuletzt waren Wirtschaftsdaten für Konsum und Industrie durch die anhaltende Kältewelle eher mau ausgefallen. Doch im Februar entstanden 175.000 Jobs, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Experten hatten lediglich mit 149.000 neuen Stellen gerechnet.

Die getrennt erhobene Arbeitslosenquote stieg hingegen auf 6,7 Prozent. Für diese Statistik werden private Haushalte befragt, für die Beschäftigtenzahl hingegen Firmen und Behörden. Die Quote nähert sich damit dem Zielwert der US-Notenbank Fed. Diese hatte erklärt, nach einem Rückgang auf 6,5 Prozent ein Ende der faktischen Nullzinspolitik zu erwägen.

In ihrer letzten Sitzung verdeutlichte die Fed jedoch, dass sie wahrscheinlich auch nach der Unterschreitung des Zielwertes am historisch niedrigen Leitzins von 0 bis 0,25 Prozent festhalten wird. Für eine Anhebung sei auch die Inflationsrate maßgebend.

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10 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Krim-Krise setzt dem Dax heftig zu"

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  • Zum Glück wird neben dem DAX auch der Goldpreis nicht manipuliert. :-)

  • Auch heute kann man am Intra-Day Chart des Goldes sehr gut sehen, dass dieser Markt überhaupt nicht manipuliert wird. Die Höchststände im DAX respräsentieren ebenfalls das hohe Wachstum von Suppenküchen und Obdachlosenheimen in Deutschland. Dieses Wachstum ist Ausdruck von Wohlstand und Reichtum der Deutschen.

  • Last In - First Out. Strategie und Disziplin zahlen sich aus.

  • Das Geld sucht sich seinen Weg, daher auch die unglaublichen Unterstützungslinien bei 95 und jetzt 94 im Dax. Wenn desolateste Ramsch-Werte wie Leoni, Deutz und Veolia, HeidelbergerDruck so hochjazzen, ist es Zeit, Adieu zu sagen.
    Alles andere ist für die Junkies a la Hoeneß.

  • Solange die Krimkrise geht,sind neue ATH´s im DAX unwahrscheinlich.Das schrieb ich schon letzten Freitag hier,bei knapp 9700,das schreibe ich heute bei um die 9400.Es ist müssig zu diskutieren,warum und wieso wir uns davon so beeinflussen lassen, aber wir leben in Europa und nicht in den USA und "die Ukraine liegt näher an Europa als Mallorca"(Günther Jauch).
    Für die USA ist die Krise weit weg,für uns um so näher.Man befürchtet zum Beispiel real wirtschaftliche Verluste für deutsche Exporte,Energieengpässe usw. sollte die Krise eskalieren .
    Ich bin schon der Meinung ,dass man die Krise lösen kann,indem man der "neuen Krim" zum Beispiel eine weitgehende Autonomie mit wirklichen Minderheitenschutz im neuen Russland gibt,sollte das Referendum für Russland votieren.

  • @ Deltaone
    Ob das nächste Woche auch noch so ist? Schaumermal.
    @programmierer
    Nur weil alle immer öfter Auto fahren komme ich nicht schneller zu meinem LIeblingswinzer nach Kardaun!

    Ich denke es gibt einen UNterschied ob ich vom Handel leben muss oder ob ich mein Geld anlegen will. Da immer mehr davon leben wollen ist die Umtriebsgeschwindigkeit zwangsläufig höher. Die Zahlen argumentieren also gar nix.
    Um im Beispiel zu bleiben: Um schneller zu meinem Winzer zu kommen, kauf ich mir da ein zweites Auto?

  • Am Terminmarkt wird diese Frage gerade beantwortet: P/C-Ratio Eurex Dax(März) rauf auf 3,13.

  • Und wie immer stellt sich die Frage:
    Warum habe ich nicht längst gekauft? Dann könnte ich heute mit Gewinn verkaufen. Wirklich? Oder doch lieber auf weitere Gewinne setzen? Oder Absichern mit OPtionen; welche Basis?
    Ja aber jetzt kaufen, das wäre doch blöd, wer weiß was in der Ukraine noch passiert?

    Leider weiß man nie was in 10 min oder 10 Tagen passiert und wie die Märkte darauf reagieren.
    IN diesem Sinne: Erfolgreich sein (oder werden) durch die Bildung einer eigenen Anlagestrategie. Strategie werte Leser! Kein Glücksspiel!
    Anlageperspektive 10 Jahre und jeder der nicht dabei war wird sich ärgern. Viele erst eben genau dann.

  • Wie entspannt die Kapitalmarktteilnehmer die aktuelle Situation in der Ukraine sehen, lässt sich am Euro ablesen: EURUSD 1,3908.

  • Auslöser war das Versenken eines Schiffes-altes Wrack-vor der Krim,um den Zugang zu blockieren.
    Putin bleibt bis zum Referendum dort unten.Aber was macht er,falls sich die Krim,dagegen entscheidet.....?

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