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Börse Frankfurt Minus 3,4 Prozent – Der Dax steht am Abgrund

Jean-Claude Trichet hat heute gesagt, was alle denken: Die Unsicherheit für die Konjunktur ist sehr groß, und die Inflation lässt sich nur mit Leitzinserhöhungen bekämpfen. Die bittere Wahrheit ist Gift für den Dax.
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Der Dax beendet einen katastrophalen Handelstag. Eine Besserung ist nicht ins Sicht Quelle: dapd

Der Dax beendet einen katastrophalen Handelstag. Eine Besserung ist nicht ins Sicht

(Foto: dapd)

FrankfurtSeit sieben Tagen geht es an der Börse abwärts: 100 Milliarden Börsenwert haben die deutschen Dax-Werte bereits verloren. Am Aktienmarkt wollen die Anleger nur noch raus, die Verkäufe treiben die Indizes auf neue Tiefstände. Leichte Kursgewinne wie an diesem Vormittag werden unmittelbar für neue Verkäufe genutzt.

Am Ende des Tages steht für den Dax ein Minus von 3,5 Prozent auf 6.409 Punkten. Es ist der tiefste Stand des Jahres. In der Spitze rutschte der Dax zuvor sogar um fast vier Prozent auf 6.391 Punkte Erschreckend ist die Geschwindigkeit des Absturzes. Seit Mitte vergangener Woche hat der Leitindex fast 900 Punkte bzw. knapp 13 Prozent eingebüßt.

Der Donnerstag nahm für Anleger den gleichen deprimierenden Verlauf wie die Vortage: Am Morgen noch von positiven Vorgaben aus den USA gestützt, machte sich an der Börse schnell wieder Unsicherheit breit. Nach einigem Auf und Ab bis zur Mittagszeit, setzte die Talfahrt am Nachmittag wieder ein – weil EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Märkte mit einer skeptischen Konjunkturprognose aufschreckte und weil auch die US-Börsen tiefrot eröffnete. Der Dow Jones verlor zunächst 1,3 Prozent und verdoppelte das Minus im Handelsverlauf. Nasdaq-100 und S&P 500 kamen noch etwas stärker unter die Räder.

Zunehmendes Misstrauen in Politik und Notenbanken

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet warnte vor einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone, betonte aber gleichzeitig die anhaltenden Inflationsrisiken. Das schürte Sorgen, die EZB halte an ihrer Zinserhöhungspolitik fest. „Das ist Gift für den Markt“, betonte ein Aktienhändler, „denn das letzte, was sich die Euro-Zone in der aktuellen Wirtschaftslage leisten kann, sind Zinserhöhungen. Auf der anderen Seite ist es die einzige Möglichkeit, die Inflation in den Griff zu bekommen.“ Volkswirt Thomas Amend von HSBC Trinkaus wertete Trichets Aussagen als Hinweis darauf, dass die Notenbank mehr Zeit zwischen Zinserhöhungen verstreichen lassen, auf diese aber nicht ganz verzichten wird.

Insgesamt macht sich am Markt ein zunehmendes Misstrauen in das Krisenmanagement von Politik und Notenbanken auf die Kurse breit. „Alle wissen, dass viele Staaten über ihre Verhältnisse gelebt haben, aber niemand hat eine Lösung, wie das Problem in den Griff zu bekommen ist“, sagte ein Börsianer. Daran änderten auch Rettungsschirme und Anleihekäufe nichts: „Denn damit ist die Krise noch lange nicht überwunden.“

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144 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Minus 3,4 Prozent – Der Dax steht am Abgrund"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "100 Milliarden Börsenwert haben die deutschen Dax-Werte bereits verloren"

    Man kann nicht verlieren, was man nie real besessen hat. Die Börsen schrumpfen um ein paar Prozent und der Blätterwald heult als ob das tatsächlich von Bedeutung wäre. In deutschen Spielbanken werden jährlich Milliarden verspielt, wo bleibt da der Aufschrei der Panik? Ist doch letztlich das Selbe.
    Wer "sein" Unternehmen dem Spiel der Spekulanten aussetzt ist asozial, wer sein Geld auf die Spieltische der Börsen knallt, weil er zu dumm und fantasielos ist ein echtes Geschäft zu machen, dem geschieht der Verlust nur recht.
    Mal ganz abgesehen davon: wieviel Prozent des Handels sind voll automatisiert?! Alles ein riesiger Beschiss um die "Schulden" weiter hochzufahren und sie dem im Fernsehsesseln vor Angst bibbernden "Bürgern" aufzuhalsen.

  • ist das eine kranke Diskusion hier.Kapiert ihr nicht,Europa,Amerika ist Pleite.Solange die Schulden nicht
    bedient werden und die Staatshaushalte nicht ausgeglichen
    sind, wird die Murkserei so weitergehen bis zum totalen
    zusammenbruch.Und dieser ist vorprogramiert.

  • Danke, u made my day !
    http://uxmadexmyxday.wordpress.com/

  • Jetzt wacht die EU und ihre Marionetten vielleicht auf. Die immer noch schlafenden Bürger hoffentlich auch.
    Es muß immer erst ein Donnerschlag kommen, bevor sie alle wieder wach werden.
    Zitat:
    „Alle wissen, dass viele Staaten über ihre Verhältnisse gelebt haben, aber niemand hat eine Lösung, wie das Problem in den Griff zu bekommen ist“, sagte ein Börsianer.
    -------
    Ach Gott, wie traurig. Haben die nicht alle Ökonomie studiert?
    Oder haben die ihr Diplom in der Lotterie gewonnen?
    Ich sage ihnen mal eine Lösung-Vorschlag- erster Schritt.
    Wiedereinführung - Trennbankensystem- Glass-Steagall-Gesetz....
    Geschäftsbanken und Investmentbanken konsequent trennen.
    Anders läuft gar nichts mehr geordnet und sie bekommen gar nichts mehr in Griff. Wenn sie damit noch lange warten, dann ist alles zum Absturz verdammt.
    Aber , sie sind ja unbelehrbar.
    Was sie tun das hilft nichts, was sie tun müssten, das tun sie nicht. Wer hält sie denn davon ab. Wem müssen sie denn
    gehorchen? In wessen Interesse handeln denn unsere EU-Politiker? Wer gibt denn da das Komando? Da stinkt was gewaltig.
    Weitere Schritte müssten dann natürlich noch folgen.

  • Ich weiß nicht genau, wann dieses und ich meine speziell dieses Forum erwacht ist, aber wenn ich es mir abends so durchlese---> Spaß hoch zehn!
    Keine Ahnung, wann ihr trader Zeit zum traden habt bei den ganzen Kommentaren zwischendurch. Danke für die Kurzweil!
    Am schönsten sind die Beschwörungsformeln: "Komm, du Borstenvieh, lauf lauf lauf..." (oder so ähnlich). Selbst in Zeiten der Stoßgebete bleibt ihr dem Forum treu. Ich ziehe den virtuellen Hut.
    Und heute kam auch noch Pfeffer in die comments: Andreas war dabei mit der Formel zum Verscheuchen. Nein mein lieber Andy, brauchst nicnt mithelfen, geht ganz von allein.

  • @trady & daytrader

    Es ist unterhaltsam euer Kommentieren des Handelstages mal so zu verfolgen. Vergesst dieser Tage aber bitte nicht eure Medikamente zu nehmen. Ich meine Herztropfen extra stark. Ich fände es nämlich schade wenn infolge des kleinen Hangrutsches hier dann einer als Alleinunterhalter fortsetzen müsste. Hätte nicht den halben Unterhaltungswert. Vielleicht könnt ihr ja auch ne Radiosendung draus machen.

  • Ob long, ob short....das Geld ist fort!

  • also ich fand die situation zuerst etwas bekemmen , habe doch schon einiges verlust - iert . nun werde ich "long" warten bis ich long gehe . gut zum kaufen . yep...
    und an alle die panik haben : angst fressen seele auf .

  • Falsche Logik.
    Drohen hohe Abschreibungen, wird Wert vernichtet. Das macht die Währung attraktiver/stärker und nicht schwächer. Das war auch der Grund, warum nach Lehman der USD stieg.

  • simples cross-trading. d.h. eur/usd geben -> aud/usd verkaufen -> eur/aud kaufen. und die posi ist quasi gehedged.

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