Börse Frankfurt Rally im Dax geht weiter

Die Freude vieler Anleger über die Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump hält an. An den Aktienmärkten geht es aufwärts. Am Ende schließt der deutsche Leitindex aber nur leicht im Plus.
Update: 26.01.2017 - 18:10 Uhr 4 Kommentare

Nach der Rally: Den Dax verlässt am Ende die Kraft

FrankfurtDie wichtigsten deutschen Aktienwerte zeigen sich auch am Donnerstag in guter Verfassung: Nach der am Vortag wieder aufgeflammten „Trump-Rally“ zeigte sich der Dax aber nicht mehr ganz so dynamisch. Am Ende legte der deutsche Leitindex um 0,4 Prozent auf 11.849 Punkte zu. Börsianern zufolge war ihm im Tagesverlauf bei annähernd 11.900 Punkten erst einmal die Puste ausgegangen.

Auch die US-Börsen hatten am Donnerstag insgesamt etwas an Fahrt verloren, nachdem die Hoffnung auf eine unter Donald Trump gestärkte US-Wirtschaft den Leitindex Dow Jones Industrial am Vortag noch mühelos über die historische Hürde von 20.000 Punkten springen ließ. Mit einem moderaten Plus erreichte dieser aber immerhin erneut einen Rekordstand.
Eine weitere Bestmarke gab es auch am breiteren deutschen Markt: Der MDax stieg früh bis auf 22.944 Punkte. Am Ende verbuchte der Index mittelgroßer Werte aber nur noch einen knappen Gewinn von 0,07 Prozent auf 22.862 Punkte. Die Technologiewerte im TecDax setzten ihre Rally jedoch mit einem klaren Aufschlag von 0,7 Prozent auf 1.860 Punkte fort.

„Der eine oder andere erhofft sich nach dem Wahlsieg Trumps auch hierzulande einen ähnlich wachstumsfreundlichen Schwenk in der Politik vor den Bundestagswahlen“, sagt Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets mit Blick darauf, dass die Hoffnung auf eine unter seiner Führung gestärkte US-Wirtschaft bereits vor Weihnachten die Kursrally genährt hätte.

„Die ersten durchaus wirtschaftsfreundlichen Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump, gepaart mit einer Berichtssaison, die bisher gar nicht schlecht verlaufen ist, tragen zur Zuversicht bei“, schrieben die Analysten der Essener National-Bank.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Vorausschauend trauen die Experten vom Börsenstatistik-Magazin Index Radar den US-Märkten zwar etwas mehr zu als dem Dax. Das bisherige Rekordhoch bei 12 390 Punkten aus dem April 2015 sehen sie aber durchaus als maximal realisierbares Ziel für eine kurz- bis mittelfristige Rally an. Spätestens dann würde der deutsche Leitindex aber in eine starke Überhitzung steuern, so die Experten.

Im Dax gehörten die Papiere des Dialysespezialisten FMC mit einem Aufschlag von knapp 2 Prozent zur Spitzengruppe. Sie profitierten Börsianern zufolge von einem juristischen Etappensieg in den USA. Ein US-Gericht hatte eine potenziell nachteilige Neuregelung zur Behandlung von Dialyse-Patienten vorerst auf Eis gelegt.
Zum Spitzenreiter im Dax mauserten sich am Ende aber die Papiere von Bayer. Mit einem Aufschlag von knapp über 2 Prozent und 106,45 Euro kosteten sie soviel wie seit April 2016 nicht mehr. Börsianer verwiesen darauf, dass Bernstein-Analyst Jeremy Redenius die Chance für einen erfolgreichen Abschluss der geplanten Fusion mit Monsanto nunmehr bei 75 Prozent anstelle der bisher veranschlagten 50 Prozent sieht.
Gute Nachrichten aus der Chipbranche trieben die Papiere von Infineon mit in der Spitze 17,245 Euro auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. Am Ende rückten sie noch um 0,80 Prozent auf 16,995 Euro vor, nachdem sich STMicroelectronics als jüngstes Glied in eine Serie guter Branchenzahlen und optimistischer Ausblicke eingereiht hatte.

Im MDax fielen die Aktien von K+S negativ auf. Nahe 25 Euro erreichten sie früh den höchsten Stand seit über einem Jahr, bevor es dann laut Händlern zu Gewinnmitnahmen kam. Verstärkt wurde die Abwärtsdynamik dann mit schwachen Branchenzahlen des kanadischen Konkurrenten Potash. Mit minus 3,38 Prozent und 23,99 Euro waren die Papiere am Ende das Schlusslicht unter den mittelgroßen Werten.
Unternehmensbilanzen kamen am Donnerstag von der im TecDax notierten Software AG. Nach einem frühen Kursrutsch gingen die Papiere am Ende kaum unverändert aus dem Handel. Laut Knut Woller von der Baader Bank hatten die Resultate sowohl für Optimisten als auch Pessimisten etwas zu bieten. Aktien des Indexkollegen SMA Solar lagen dagegen mit 0,66 Prozent im Minus. Nicht gut an kam am Markt der Ausblick des Solartechnik-Herstellers.
Europaweit flaute die Stimmung am Donnerstag etwas ab: Im Gegensatz zum stabilen Dax beendete der EuroStoxx 50 den Tag 0,21 Prozent tiefer bei 3319,13 Punkten. Auch andere Länderbörsen in Europa hinkten dem deutschen Aktienmarkt etwas hinterher: Der französische Cac 40 gab moderat nach, während sich der britische FTSE 100 nur wenig von der Stelle bewegte.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,19 Prozent am Vortag auf 0,23 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 141,26 Punkte, während der Bund Future um 0,05 Prozent auf 161,51 Punkte nachgab. Der Kurs des Euro fiel unter die Marke von 1,07 US-Dollar. Zuletzt wurden 1,0665 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0700 (Mittwoch: 1,0743) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9346 (0,9308) Euro.

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4 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Rally im Dax geht weiter "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Amerikanische Öl und Gas Trusts gestern plus bis 20% wie vorhergesagt.
    Reich werden mit Aktien und Dividenden von 10%. Ha Ha Ha

  • Mark Hoffmann 25.01.2017 09:46 Uhr

    Kann mir bitte jemand Sinn und Verstand dieses Kommentars erläutern? Sind das geheime Mitteilungen unserer neuen Druiden?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden. http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • TRUMP RALLY - so ein Schwachsinn.
    Die aktuelle Marktüberhitzung ist die letzte Phase vor dem nächsten Knall.

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