Börse Frankfurt Schwächster Dax-Jahresstart seit 25 Jahren

China schockt die Anleger am ersten Handelstag des Jahres. Das hat Konsequenzen für die Frankfurter Börse. Der Dax schließt mehr als vier Prozent im Minus - das ist der schlechteste Jahresstart seit 25 Jahren.
Update: 04.01.2016 - 17:46 Uhr 13 Kommentare

Tiefes Minus: Ruhe bewahren trotz Dax-Absturz!

FrankfurtViel schlechter kann es kaum losgehen: Zum Jahresbeginn schloss der Deutsche Aktienindex 4,3 Prozent im Minus. Das hat den Dax am ersten Handelstag fast die Hälfte seiner Gewinne des Börsenjahres 2015 gekostet. Das Börsenjahr 2015 hatte der Leitindex, in dem die 30 größten deutschen Unternehmen notiert sind, mit einem Plus von knapp zehn Prozent abgeschlossen.

Der Dax büßt rund 460 Punkte ein und schloss zuletzt bei 10.283 Punkten. Von den Kursrutschen waren alle Werte betroffen, am schlimmsten aber RWE (-7 Prozent), Eon (-6,1 Prozent) und BMW (-5,5 Prozent).

Grund: Die chinesische Börse hat mit einem Paukenschlag das Handelsjahr eröffnet. Mit einem deutlichen Kursrutsch und einem zeitweise ausgesetzten Handel schockt Shanghai die Weltmärkte.

Der EuroStoxx50 gab am Montag 3,3 Prozent nach, der Nikkei-Index in Japan beendete den Handel rund drei Prozent schwächer.

In welche Richtung der Dax im ganzen Jahr 2016 tendiert, darüber sind sich schon die Börsenexperten uneinig. Die Prognose-Streuung reicht von Rekordwerten – die Helaba traut dem deutschen Leitindex einen 12.400 Punkte zu – über Stagnation bei knapp 11.000 Punkten (DZ Bank) bis hin zu neuen Tiefständen bei nur 8.500 Punkten (Bankhaus Lampe).

Die anhaltenden Krisen in der Welt treiben die Prognosewerte auseinander. Sorgen bereitete schon 2015 die Konjunktur Chinas – für viele deutsche Unternehmen ein wichtiger Handelspartner. Wenn die Wachstumsrate in Fernost erneut sinkt oder stagniert, dürften das auch Dax-Unternehmen und ihre Börsenkurse zu spüren bekommen. Ein erstes Zeichen in diese Richtung setzt die asiatische Börse bereits zum Jahresauftakt.

Am Montag setzte die chinesische Börse CSI 300 den Handel aus, nachdem der Index um sieben Prozent gefallen war. Der Index umfasst die Aktien der 300 größten festlandchinesischen Unternehmen. Bei dem Stopp handelt es sich um einen automatischen Mechanismus, der bei der Sieben-Prozent-Schwelle greift. Der wurde 2016 gerade erst eingeführt – und erhielt gleich zum Auftakt seinen ersten Einsatz.

Ausgelöst wurden die hohen Verluste unter anderem durch einen schwächer als erwarteten Bericht über die Lage der Unternehmen in China. Die Industrieproduktion schrumpfte im Dezember den zehnten Monat in Folge. Die Kurse belastete zudem der verschärfte Konflikt im Nahen Osten zwischen Saudi Arabien und Iran. Der wichtige Hang-Seng-Index in Hongkong verlor am Montag 3,1 Prozent.

Die Angst vor einer deutlich geringeren Nachfrage des Top-Rohstoff-Konsumenten China hat auch dem Kupferpreis zugesetzt. Das Industriemetall verbilligte sich am Montag in der Spitze um 1,5 Prozent auf 4635 Dollar je Tonne. Im vergangenen Jahr ist der Preis um gut 25 Prozent eingebrochen.

Rekord bei Dividendenausschüttung
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13 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Schwächster Dax-Jahresstart seit 25 Jahren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Bernie Ranmey: Nein, ist sicher nicht unbedingt falsch, korrupte und vetternwirtschaftliche Strukturen bei ÖR zu bekämpfen, wäre hier in D auch sehr angebracht, siehe vor allem WDR, NDR, RBB, die ja auch lieber mal lügen bzw. manipulieren, wenn es der linken Propaganda-Wahrheit hilft. Trotzdem riskieren die Polen gerade mit ihrer sehr direkten Art evt. viel Geld aus Deutschland, äh Europa natürlich. Das meine ich mit dumm.

    Auch ich stehe eher rechts oder sagen wir pro Leistungsprinzip und gegen ständige sozialistische Umverteilung und Vetternwirtschaft, da sind wir uns doch einig.
    Oder wie Weimer sagen würde: Right is right and left is wrong.

    Trotzdem oder gerade deswegen gefällt mir die polnische Herangehensweise nicht, die Schuld nun bei anderen, außenstehenden zu suchen, insb. den Deutschen, den den ganzen Laden ja ohnehin zahlen (müssen). Die korrupten Strukturen sind in Polen sicherlich auch generell, also Lager-unabhängig zu sehen, ist eben Teil der DNA. Merkmal osteuropäischer mafiöser Strukturen ist immer die Verquickung von Staat, Politik und Wirtschaft, auch heute noch, und nicht nur in Polen.

  • Ojehh Fritz,

    hatte die Kommentarfunktion einen Schnupfen....oder schlimmeres ?
    Ich hoffe sie (die Kommentarfunktion) wird uralt

  • Ich wuensche der Kommentarfunktion ein gesundes Neues Jahr und das sie uns noch lange erhalten bleibt.

  • @Lothar dM

    - Nun fragt man sich, was überwiegt in der polnischen Regierung aktuell? Noch die Dreistigkeit, oder schon die Dummheit? -

    Bei Dreistigkeit und Dummheit einer Regierung müssen Sie sich nicht unbedingt auf den Weg nach Polen machen, sondern Sie können ganz locker in heimischen
    Gefilden bleiben.

    Die polnische Regierung argumentiert u.a. folgendermaßen:
    "Bei den Medien sei unter der Vorgängerregierung ein bestimmtes linkes Politikkonzept verfolgt worden. "Als müsse sich die Welt nach marxistischem Vorbild automatisch in nur eine Richtung bewegen - zu einem neuen Mix von Kulturen und Rassen, eine Welt aus Radfahrern und Vegetariern, die nur noch auf erneuerbare Energie setzen und gegen jede Form der Religion kämpfen."

    Alles falsch? Alles dumm?

    Zu Seehofer ist alles richtig.

  • Berni,

    Du sprichst mir aus der Seele.
    Ich freu mich auch wie Bolle über die geöffnete Kommentarfunktion.

    Auch mit dem Spielkasino teilst Du meine Meinung, ob rot oder schwarz.....oder fallende oder steigende Kurse......alles ist möglich...es gibt immer zwei Seiten...
    alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei.....

  • Vielen Dank an das HB, dass die Kommentarfunktion offen ist.

    Man sollte diesem "Fehlstart" keine Aufmerksamkeit schenken - da es sich, durch Draghi bedingt, um ein Spielkasino handelt und ohnehin nicht die Realität abgebildet wird.

    Allerdings sollte man festhalten, auch in einem Spielkasino kann man Geld verdienen.

  • Stimmt, danke! Ich wünsche auch allen Bürgern und Lesern hier alles erdenklich Gute für 2016!!!

    Ich glaube, wir können es gebrauchen.
    Im Fussball wurde seinerzeit die europäische Champions League eingeführt, ein Erfolgsmodell ohne Frage.ö
    Politisch wurde auf EU-Ebene die Amateurliga zementiert, und die ist um vieles teurer für den Zuschauer!

  • Omen für das neue Jahr!? Man kann massive strukturelle und ordnungspolitische Probleme eben nicht auf alle Ewigkeit unter den Teppich kehren, das wurde schon viel zu lange getan, in Deutschland, insb. aber in Brüssel und Washington.
    Es wird umgemütlicher, nicht nur an den Börsen, sondern vor allem im europäisch-politischen Komplex ohne Richtung, ohne Ziel.
    Und i.S. Angela Merkel ist schon jetzt klar, die Dame hat den Mund mal wieder zu voll genommen, Größenwahn kommt vor dem Fall, die Aufnahmekapazitäten und -strukturen sind over the limit. In einem Unternehmen müsste der Boss dafür den Hut nehmen, ohne wenn-und-aber. Ich finde die Dame hat sich für einen Top-Posten in der EKD qualifiziert oder bei der UN, denn da können Theoretiker endlos fabulieren ohne was kaputt zu machen.
    Was kommt nach der "Nächstenliebe für alle Weltbürger"? Kleiner Hinweis, die Umsetzung des totalen christlichen Armutsgebots! Wer A sagt, der muss auch B sagen.

    Derweil interpretieren die Polen ihren Katholizismus nun nationalsozialistisch, sprich die Ausgrenzung aller Andersdenkenden und vor allem wirtschaftlich erfolgreichen Ausländer. Von der geplanten Sondersteuer für ausländische Handelsunternehmen zum Schutz polnischer Händler wurde hier bisher kaum berichtet.
    Nun fragt man sich, was überwiegt in der polnischen Regierung aktuell? Noch die Dreistigkeit, oder schon die Dummheit? Als mit Abstand größter Nettoempfänger von EU-Mittel (ca. 15 Mrd EUR p.a.), die massgeblich vom deutschen Steuerzahler via Brüssel fliessen, sollte man schon aus taktisch klugen Erwägungen heraus vielleicht den Mund nicht ganz so voll nehmen.
    Aber, nichts ist unmöglich in diesen Tagen in dieser real-existierenden EU.

    Derweil versucht Seehofer mal wieder das rechts-konservative Lager der Union zu besänftigen. Dabei weiss doch mittlerweile jeder, dass er bzw. die CSU am Ende immer umfällt, wenn es Ernst wird. Rechts reden und links leben ... das ist das neue Motto der CSU.

  • Vor lauter Aufregung darüber, dass man die Kommentarfunktion geöffnet ist, habe ich das wichtigste doch vergessen:

    Allen einen guten Start in das neue Börsenjahr, und immer daran denken:
    Aktien sind alternativlos.

    Dem HBO ein herzliches Danke !!!!
    Da fängt die Woche doch gleich viel besser an, mit der Möglichkeit Kommentare abgeben zu dürfen.

  • Schon wieder China, den Mogel.Dax Manipulatoren fällt nichts mehr neues ein um ein paar Euro abzugreifen. Ich schlag vor, daß der Mann im Mond verstorben ist
    und daher der Dax steigt, weil die Schlafwandler weniger gestört werden.

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