Börse Frankfurt Schwere Verluste beim Dax

Über Griechenland fliegen schon die Geier wie über einen Tierkadaver. An eine Rettung glaubt kaum noch einer. Die Anleger gingen heute in Deckung und sicherten sich vor einem möglichen Euro-Austritt Griechenlands ab.
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Schlussbericht Börse Frankfurt

FrankfurtGriechenland schlug den Anlegern heute wieder einmal kräftig auf die Kauflaune. Der Dax schloss mit 2,3 Prozent auf 6.286 Punkte deutlich im Minus und gab damit sein gestriges Tagesplus von 1,6 Prozent komplett wieder ab. Vor allem nach Eröffnung der US-Börsen beschleunigte das deutsche Branchenbarometer seine Talfahrt. Die zweite Reihe der Indizes zeigte sich heute ebenfalls in keiner guten Form. Der MDax schloss 1,9 Prozent tiefer auf 10.234 Punkte und der TecDax sackte um 1,4 Prozent ab auf 752 Zähler.

An der Wall Street sah es nach Frankfurter Börsenschluss nicht besser aus. Der Dow Jones notierte 1,4 Prozent tiefer auf 12.334 Punkte, der S&P-500 sank um 1,3 Prozent auf 1.300 Zähler und der Nasdaq-100 lag 1,3 Prozent im Minus auf 2.507 Punkte.

Der Euro bekam das Griechen-Drama heute besonders zu spüren. Die Gemeinschaftswährung verlor am Abend rund 0,9 Prozent auf 1,2572 Dollar.

"Das Geschehen an den Finanzmärkten wird noch immer von den politischen Entscheidungsprozessen dominiert", stellte Helaba-Analyst Christian Schmidt fest. "Realwirtschaftlich sieht es gar nicht so schlecht aus, spielt aber an den Märkten derzeit kaum eine Rolle." fügte Aktienstratege Heino Ruland von Ruland Research hinzu.

Ausgelöst wurde die aufkeimende Nervosität im Bezug auf Griechenland durch neue Spekulationen über einen möglichen Euro-Austritt des angeschlagenen Landes. Händler zitierten Medienberichte, in denen der ehemalige griechische Ministerpräsident Lucas Papademos einräumte, das Land erwäge Vorbereitungen für einen Austritt. "Der Angstmodus ist wieder eingeschaltet", fasste ein Händler zusammen. Denn je konkreter die Gerüchte über einen Euro-Austritt Griechenlands werden sollten, desto höher wird das Risiko einer unaufhaltsamen Talfahrt an den Märkten.

"Blessing und Müller sind größte Kapitalvernichter der deutschen Wirtschaftsgeschichte"

Auf Aktienseite standen heute wichtige Hauptversammlung auf dem Tagesplan. Vor allem das Aktionärstreffen der Commerzbank lag heute im Fokus der Anleger. Dort musste sich das Commerzbank-Management scharfe Kritik anhören. Der Unmut ist groß, weil der Aktienkurs im Keller steckt und die Aktionäre im vierten Jahr in Folge keine Dividende erhalten. Allein heute verbilligten sich die Papiere um 2,8 Prozent auf 1,41 Euro.

Kürzlich sorgte auch Blessings Millionengehalt für das laufende Jahr für Aufregung. Denn gleichzeitig will der Commerzbank-Chef, dass Mitarbeiter auf ihre Boni verzichten und stattdessen Aktien nehmen, damit die Kapitaldecke geschont wird. "Die Rahmenbedingungen für unser Geschäft bleiben bis auf Weiteres herausfordernd", sagte Blessing auf der Hauptversammlung in Frankfurt laut Redetext.

Die Aktionäre äußerten sich erbost über die Management-Leistung des Commerzbankvorstandes. „Seit 2008 haben Sie ihren gesunden Menschenverstand ausgeschaltet“, warf Aktionär Richard Mayer Blessing und seinem Vorgänger Klaus-Peter Müller vor, der direkt vom Chefwechsel an die Spitze des Aufsichtsrates gewechselt war. Blessing und Müller seien „Totalversager, die größten Kapitalvernichter in der deutschen Wirtschaftsgeschichte“.

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  • Meine Longs sind auch komplett raus, 2. Hälfte per SL. In Summe grün. Ebenfalls schönen Abend und bis morgen.

  • Sorry - Beitrag bezieht Sich auf unser Nordlicht!

  • Sagen sie mal Sind sie hier zur Erheiterung angestellt? Wenn nicht kaufen Sie sich eine Voodoo-Puppe, beschriften Sie mit "DAX" und malträtieren sie dann.

    Aber lachen muß ich über Ihre Beiträge schon muß zugeben. Und Lachen ist gesund.
    Es scheint in diesem Forum ja jeden Tag so abzugehen. Wie lange handelt Ihr eigentlich schon das Euch jede hundert Punkte (egal ob hoch oder runter) so aufputschen? Wird man so wenn man Kontrakte handelt statt ETF - wird so sein oder?

  • okay, habe ich gerade bekommen - danke! Klingt echt spannend.
    Longs vorhin bei 6312 verkauft, durchaus möglich, dass das zu früh war, aber besonders zu späterer Stunde mit Blick auf das nahende Handelsende lieber zu früh zu spät; jetzt ist gut für heute.
    Ich melde mich morgen nach der Anmeldung.
    Schönen Abend! Und danke für die Einladung!

  • @ght, aufschlussreiches Posting.

    Mein Depot hat 48 000 Euro Volumen, 7000 davon sind im Kanam Grundinvest eingefroren, somit bleiben noch 41 000 Euro die zu Löwenanteilen im WKN: A0M430 stecken und im WKN: A0X754.

    Meine Aufträge werden von der Ebase abgewickelt. Die Aktienpositionen sind nicht abgesichert, bei einem Anteil von 50 - 70 % je nach Fond.

    Bei mir stehen in diesem Jahr sogar noch 1440 Euro Gewinn zu Buche. In bin 24 Jahre alt und habe noch Jahrzehnte Zeit.

    Von Optionen, CFD´s, Futures verstehe ich zu wenig.

    Wie sind diese Sentiment Indikatoren zu beurteilen, z. B. Sentix, arbeitest du mit so etwas.

    Viele Grüße

  • @daytrader_wave: Die Einladung ist soeben per Email an Dich raus.

  • @daytrader_wave: Habe die Hälfte eben raus genommen, Rest läuft weiter mit Ziel 6335.
    Danke der Nachfrage, es geht beiden schon besser.

  • @Privatanleger

    Zum Thema Absicherung: Ich habe letztes Jahr einen Fondmanager getroffen, der den August-Crash komplett vermieden hat, weil er sein Portfolio mittels Futures abgesichert hatte. Den Anstieg nach Weihnachten hat er allerdings auch verpasst...

    Meine Folgerung: Wenn ich zu viel Probleme mit der Vola der Aktien habe, setze ich zu viel ein. Wenn ich mein Depot immer dann, wenn ich Angst habe, absichern will, verdiene ich nichts mehr.

    Dann lieber eine "sicherere" Geldanlage.

  • @Sodener
    @deltaone

    Es ist auch zu bedenken, dass bis Juli der ESM installiert sein sollte, so dass vom timing her für alle Eventualitäten bereits ein institutioneller Rahmen geschaffen sein dürfte, der auch Ansteckungsgefahren und Flächenbrandrisiken eindämmen würde. Im Grunde geht es im whorst case darum, die Zeit zwischen Wahlausgang am 17. Juni und Inkrafttreten des ESM zu strecken, falls das Wahlergebnis in Griechenland einen Austritt aus dem Währungsverbund als ultima ratio erscheinen läßt.
    Erwähnenswert auch, dass der ESM ggf. höheren Anforderungen angepasst werden kann - es ist eben alles hier nur "Politik".

    Auch deshalb halten sich die Kurse entsprechend.

    @deltaone
    Bin auch vorhin mit kleiner Stückzahl noch in long und schließe die Position demnächst wieder, sieht ja bereits ganz schön aus.
    Was machen die Kinder? Wieder gesund?
    Grüße!

  • @sodener: Danke für die Info. Sollte es so kommen, wäre mein Szenario zunächst einbrechende Kurse, dann rebound und folgender weiterer Anstieg - die EZB würde via SMP die spanischen Renditen unter sechs Prozent drücken und das Ausmaß des Kaufprogramms würde den Aktienmarkt wohl positiv beeinflussen... Naja, und vollendete Tatsachen sind i.d.R. eben positiv für´s sentiment.

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