Börse Frankfurt Stabilisierung für den Dax

Die Entscheidung der britischen Notenbank, den Leitzins zu senken und das Anleihekaufprogramm auszudehnen, stabilisierte auch den Dax. Das deutsche Aktienbarometer schloss 0,6 Prozent im Plus.
Update: 04.08.2016 - 17:48 Uhr

Siemens drückt Dax ins Plus

FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag stabilisiert. Die von der britischen Notenbank beschlossene Zinssenkung und die Ausweitung des Wertpapier-Kaufprogramms gaben dem Dax allerdings nur kurz etwas Rückenwind. Daneben stand die weiter auf vollen Touren laufende Berichtssaison der Unternehmen im Fokus.

Am Abend schloss der deutsche Leitindex 0,6 Prozent fester bei 10.228 Punkten. Damit lag er zwar unter seinem Niveau vor dem Zinsentscheid, konnte aber an sein moderates Vortagesplus anknüpfen. Am Dienstag hatte das Börsenbarometer noch fast zwei Prozent eingebüßt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann zuletzt 0,7 Prozent auf 20.951 Zähler und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,9 Prozent auf 1698 Punkte vor. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,6 Prozent auf 2928 Punkte hoch.

Die Tops und Flops im Juli

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

+0,12 +0,08%
+153,91€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
1 von 30

Volkswagen kann den Abgasskandal dank robuster Verkaufszahlen sowie Einsparungen zunehmend besser verkraften. Dafür sprechen die Ende Juli veröffentlichten Quartalszahlen. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen kletterte im zweiten Quartal um ein Fünftel auf 4,4 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Sondereinflüsse und Rückstellungen eingerechnet, halbierte sich das Ergebnis jedoch auf 1,9 Milliarden Euro. Für VW-Aktionäre ist das jedoch ein Hoffnungsschimmer. Die Aktie gehört zu den drei Gewinnern im Dax.

Kursänderung zum 29. Juli: +16,1 Prozent

SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007164600
Börse
L&S

+1,48 +1,45%
+103,57€
Chart von SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.
SAP
2 von 30

Ebenfalls an die Dax-Spitze ging es für den Software-Hersteller SAP. Das Unternehmen hatte mehr als erwartet verdient und die Analysten überrascht. Die Lizenzerlöse des Softwarekonzerns hätten die Erwartungen übertroffen und die Cloud-Umsätze sähen ordentlich aus, schrieb beispielsweise Analyst Frederick Grieb des japanischen Finanzdienstleisters Nomura.

Kursänderung zum 29. Juli: +16,7 Prozent

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

+0,49 +0,57%
+85,55€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BMW
3 von 30

Größter Dax-Gewinner war jedoch der Automobilhersteller BMW. Das Unternehmen hat wie die Konkurrenz auch den Absatz im Juni kräftig gesteigert. Weltweit wurden 227.849 Fahrzeuge der drei Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft, wie die Münchner mitteilten. Das sind 9,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Kursänderung zum 29. Juli: +17,1 Prozent

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
L&S

+2,65 +1,42%
+189,19€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Munich Re
4 von 30

Zu den Dax-Flops zählt der Rückversicherer Munich Re. Dieser hat am drittschlechtesten unter den größten börsennotierten Konzernen Deutschlands abgeschnitten. Wie Commerzbank-Analyst Michael Haid in einer Studie feststellt, belastet das Niedrigzinsumfeld den Versicherer.

Kursänderung zum 29. Juli: -0,7 Prozent

Beiersdorf

WKN
ISIN
Börse

Chart von Beiersdorf
Beiersdorf
5 von 30

Ebenfalls im Minus: Aktien von Beiersdorf. Ein rückläufiger Umsatz und gesenkte Ziele für die Klebstoff-Tochter Tesa haben dem Hamburger „Nivea”-Hersteller zu schaffen gemacht. Wegen negativer Währungseffekte schrumpfte der Umsatz von Beiersdorf im ersten Quartal um 1,9 Prozent.

Kursänderung zum 29. Juli: -1,1 Prozent

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

-0,01 -0,08%
+10,47€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
6 von 30

Die Deutsche-Bank-Anleger müssten sich inzwischen daran gewöhnt haben, dass die Aktie ständig Achterbahn fährt. Je nach Nachrichtenlage waren die Papiere des größten deutschen Bankhauses häufig entweder Tagesgewinner oder Verlierer im Index. Besonders der Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) zerrte zuletzt an den Nerven der Anleger. Die Bank befand sich unter den zehn am schlechtesten für den Krisenfall gerüsteten Banken Europas, wenn es nach der Kernkapitalquote geht.

Kursänderung zum 29. Juli: -2,4 Prozent

SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006202005
Börse
L&S

-0,02 -0,05%
+42,02€
Chart von SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.
Salzgitter
7 von 30

Auch unter den mittleren Werten ging es trotz der Ferienzeit hoch her. So auch bei Salzgitter. Der Wunsch der EU-Gesetzgeber, einheimische Metallhersteller vor chinesischen Billigstahl-Importen zu schützen, spielt dem MDax-Wert in die Karten. Zusätzlichen Schub verliehen den Aktien Spekulationen auf eines möglichen Zusammenschlusses des europäischen Stahlgeschäfts von Thyssen und der indischen Tata Steel.

Kursänderung zum 29. Juli: +17,7 Prozent

Aufholen konnten nach den Kursverlusten zu Wochenanfang die Werte deutscher und europäischer Banken. Der Index für die Institute in der Euro-Zone legte um 2,7 Prozent zu, der Index für die Banken in ganz Europa gewann 2,2 Prozent. Im Dax zählten die Deutsche Bank und die Commerzbank mit Kursgewinnen von jeweils mehr als einem Prozent zu den Favoriten. Beide Aktien hatten von Montag bis Mittwoch allerdings je zehn Prozent verloren. Neben der Senkung der Prognose der Commerzbank hatte der Stresstest der europäischen Bankenbehörde EBA die Anleger verunsichert. Eine leichte Erholung in einem freundlicheren Marktumfeld sei nun überfällig, sagten Händler.

Auch die arg gebeutelten Titel der größten italienischen Bank Unicredit machten Boden gut und legten fast zwei Prozent zu.

An die Spitze der Dax-Gewinner schaffte es am Donnerstag Siemens. Nach positiven Unternehmenszahlen verteuerten sich die Aktien des Technologiekonzerns um mehr als vier Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit knapp einem Jahr. Sowohl die Resultate des Elektrokonzerns für das dritte Geschäftsquartal als auch das angehobene Jahresgewinnziel lägen deutlich über den Erwartungen, sagte ein Händler.

Die Kursgewinne des Medienkonzerns ProSiebenSat.1, schmolzen bis zum Mittag auf 0,3 Prozent zusammen. Am Vormittag lagen die Papiere zeitweise 1,5 Prozent im Plus. Die Münchener übertrafen im zweiten Quartal bei wichtigen Kennzahlen die Prognosen von Analysten, obwohl sich das rasante Wachstum im Digitalgeschäft etwas abschwächte.

Dagegen halfen dem Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA weder ein erfolgreiches Quartal noch der angehobene Jahresausblick: Die Anteilsscheine schlossen nahezu unverändert. Dies sei bereits erwartet worden, sagte ein Händler. Für Beiersdorf-Titel ging es am Dax-Ende um mehr als vier Prozent bergab. Der Eurokurs und eine schwächere Entwicklung bei der Klebstofftochter Tesa brockten dem Konsumgüterhersteller im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang ein.

Beim Sportartikelhersteller Adidas schlug nach der jüngsten Rekordjagd trotz guter Geschäftszahlen ein Kursminus von fast zwei Prozent zu Buche. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen nach dem zuletzt sehr guten Lauf der Aktie.

Aktie von Hannover Rück bricht ein
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