Börse Frankfurt Starker Euro drückt den Dax ins Minus

Die Querelen in der US-Innenpolitik schlagen Wellen bis an die europäischen Börsen: Der Dollar gibt nach, der Euro wird stärker. Als Folge muss das deutsche Börsenbarometer zum Handelsschluss mehr als 150 Punkte abgeben.
Update: 18.07.2017 - 17:44 Uhr Kommentieren

Starker Euro freut die Verbraucher und lässt exportorientierte Firmen bangen

Starker Euro freut die Verbraucher und lässt exportorientierte Firmen bangen

Frankfurt/DüsseldorfDer Euro stieg am heutigen Mittwoch erstmals seit rund einem Jahr über die Marke von 1,15 Dollar. Zwischenzeitlich lag die europäische Gemeinschaftswährung sogar bei 1,1564. Den Aktienmärkten gefiel das gar nicht, denn ein starker Euro macht Waren aus der Euro-Zone teurer und die Firmen weniger wettbewerbsfähig. Der Dax rutschte um 1,3 Prozent ab und schloss bei 12.430 Punkten.

Damit knüpfte er an seine Schwäche vom Vortag an, nachdem er in der vergangenen Woche unter dem Strich noch deutlich zugelegt hatte.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen sank um 1,3 Prozent auf einen Schlussstand von 24.876 Punkten. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um ein Prozent auf 2.279 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 fiel um ein Prozent auf 3483 Punkte.

Investoren sorgen sich, dass Trump nun mit seinen Plänen für milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur sowie Steuererleichterungen für US-Firmen nicht vorankommt. „Die Chancen schwinden mehr und mehr, dass Trump nach dem Rückschlag nun seinen Wirtschaftsplan umsetzen kann“, sagte Analyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Diese Dax-Aktien haben noch Kurspotenzial

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
FSE

-0,04 -0,18%
+22,18€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat.1 Media
1 von 12

Seit August 2013 werden die Aktien des Medienkonzerns unter dem neuen Namen ProSieben Sat1 Media die Aktien an der Frankfurter Börse gehandelt. Von 47 Analysten empfehlen 28 den Aktienkauf, verkaufen würden lediglich drei. Im Mittel trauen sie dem Wert einen Kursanstieg auf 43,00 Euro zu – das wäre ein Plus von 26,58 Prozent. Der Analystencheck des Handelsblatts sammelt Einschätzungen verschiedener Banken und Analysten und ermittelt den Durchschnittskurs aller Studien. Dabei handelt es sich um eine gewichtetes Kursziel: Jüngere Analysen werden bei der Berechnung des durchschnittlichen Kurspotenzials stärker gewichtet als ältere.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

+0,63 +1,11%
+57,64€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
2 von 12

Der schwäbische Autohersteller sieht sich derzeit mit Vorwürfen zum Einbau illegaler Abgaseinrichtungen in mehr als einer Million Fahrzeuge konfrontiert. Dem Optimismus der Börsenexperten tut dies trotzdem keinen Abbruch: Sie erkennen bei Daimler ein mittelfristiges Steigerungspotenzial von 16,37 Prozent - das entspräche einem Zuwachs von 10,58 Euro pro Aktie.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
FSE

+1,38 +0,96%
0,00€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
3 von 12

Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hält die Aktie des deutschen Automobilbauers derzeit für zu niedrig bewertet. Börsenanalyst Stuart Pearson rechnet jedoch damit, dass sie sich zurückkämpfen werde. Weitere Analysten sehen das ähnlich: Von 83 Experten raten derzeit 50 zum Kauf von VW Aktien. Das gewichtete Kursziel liegt bei 166,03 Euro.

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
FSE

-0,09 -0,69%
0,00€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
4 von 12

Die Commerzbank hat die Einstufung für die Deutsche Telekom vor Zahlen zum zweiten Quartal auf "Hold" mit einem Kursziel von 18 Euro belassen. Analystin Heike Pauls erwartet ähnlich solide Trends wie im ersten Quartal. Das Steigerungspotenzial der Aktie liegt bei durchschnittlich 14,28 Prozent.

SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007164600
Börse
FSE

+0,01 +0,01%
+99,65€
Chart von SAP SE INHABER-AKTIEN O.N.
SAP
5 von 12

Der deutsche Softwarehersteller SAP ist einer der weltweit führenden Entwickler und Anbieter von Unternehmenssoftware. Von 42 Analysten raten 34 zum Aktienkauf, verkaufen würde niemand. Obwohl Analyst Walter Pritchard mit Gegenwind durch Wechselkurse und einen hohen Basiseffekt rechnet, soll der Wert der Aktie, so die Prognose, durchschnittlich um 11,87 Prozent steigen. Damit läge sie dann bei 102,08 Euro.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
FSE

-0,33 -0,40%
+82,30€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF
6 von 12

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für BASF von 82 auf 83 Euro angehoben und die Einstufung auf Neutral belassen. Die gewichtete Empfehlung von 65 Experten sieht die Aktie mittelfristig sogar bei 92,84 Euro. Das entspräche einem derzeitigen Zuwachs von durchschnittlich 11,31 Prozent.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
FSE

-0,08 -0,07%
+116,94€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 12

Siemens ist eines der weltweit größten Elektrotechnik-Unternehmen. Analyst Ingo-Martin Schachel rechnet im dritten Geschäftsquartal mit stabilen Margen in den meisten Sparten des Industriekonzerns. Im Handelsblatt-Analystencheck raten 22 von 51 Experten zum Aktienkauf, 5 zum Abstoßen. Das durchschnittliche Steigerungspotenzial der Aktie sehen die Analysten derzeit bei 10,36 Prozent.

Zwei weitere Senatoren hatten angekündigt, gegen die Pläne der Republikaner zum Umbau des von Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführten Gesundheitssystems Obamacare zu stimmen. Damit verfügt das Projekt über zu wenig Stimmen im Senat. „Wenn es scheitert, ist kein Geld da für Steuererleichterungen und Trump wird Probleme haben, seine wirtschaftspolitischen Pläne umzusetzen“, sagte Analyst Bart Wakabayashi vom Vermögensverwalter State Street.

Auch für die mit Spannung erwartete Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag könnte der Euro-Aufschwung nach Einschätzung der Commerzbank-Experten Auswirkungen haben. „Die gegenwärtige Euro-Stärke bedeutet eine zusätzliche Straffung der finanziellen Rahmenbedingungen. Und die könnte die EZB nervös werden lassen“, erklärte Analystin Esther Maria Reichelt. "Auch wenn die EZB zwar auf eine weitere Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe zusteuert, könnte sie sich auf der Sitzung am Donnerstag noch zurückhalten, um den Euro zu entlasten." Die Gemeinschaftswährung legte seit Jahresbeginn knapp zehn Prozent zu.

Julian Trahorsch, Investmentanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, erwartet, dass EZB-Präsident Mario Draghi während der Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung zwei relativ deutliche Hinweise geben wird Zum ersten werde er darauf hinweisen, dass einem Ende des Anleihekaufprogramms angesichts der guten Konjunktur nichts mehr im Wege stehe. Daher könne im Eingangs-Statement die Passage zur möglichen neuerlichen Ausweitung des monatlichen Kaufvolumens gestrichen werden.

Zum zweiten werde er betonen, dass sich aufgrund der schwachen Inflationsdynamik an der expansiven Geldpolitik prinzipiell in absehbarer Zeit nichts ändern werde. Damit wolle er zuletzt aufgekommene Zinsanhebungsphantasien im Keim ersticken.

Wegen der Euro-Stärke flogen vor allem die exportlastigen Unternehmen aus den Depots. Die BASF-Aktie verlor fast zwei Prozent. In Paris gehörten die Autohersteller Peugeot und Renault zu den größten Verlierern.

Am Frankfurter Börsenparkett rückten Lufthansa-Titel in den Fokus, nachdem die Fluggesellschaft überraschend ihre Jahresprognose erhöht hat. Sie erwartet nun, dass das Ergebnis den Vorjahreswert von 1,75 Milliarden Euro übertreffen wird. Bislang ging der Vorstand davon aus, 2017 leicht unter dem Vorjahresniveau abzuschneiden. Gewinnmitnahmen drückten den Kurs aber um 1,3 Prozent. Die Papiere der Rivalen Air France KLM und der British-Airways-Mutter IAG rutschten jeweils rund zwei Prozent ab.

Auch die Software AG konnte nicht von der Zahlenvorlage und der angehobenen Prognose für die Ergebnismarge profitieren: Die Aktien rutschten nach Anfangsgewinnen ins Minus und büßten als einer der größten TecDax-Verlierer zwischenzeitlich mehr als zwei Prozent ein, konnten sich im weiteren Handelsverlauf auf minus 0,5 Prozent erholen. Börsianer sprachen von einem durchwachsenen zweiten Quartal.

Im Nebenwerteindex MDax rauschten Aktien von Zalando um 8,6 Prozent in die Tiefe. Der Online-Modehändler enttäuschte seine Anleger mit einen schwächeren Wachstum.

An der schwedischen Börse warfen Anleger Ericsson-Titel auf den Markt, die Aktien brachen um mehr als elf Prozent ein. Bei dem Telekomausrüster laufen die Geschäfte wegen zunehmender Konkurrenz und schwächerer Nachfrage in Schwellenländern noch schlechter als gedacht. Die Papiere des finnischen Rivalen Nokia verloren 3,7 Prozent.

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