Börse Frankfurt Syrien-Krise hält Dax an der kurzen Leine

Das diplomatische Tauziehen um Syrien macht den Dax orientierungslos. Die Anleger plagt die Frage, ob und wenn ja, wann ein Militärschlag gegen Syrien bevorsteht. Bei den Einzelwerten sorgte K+S für eine Überraschung.
Update: 09.09.2013 - 17:47 Uhr 18 Kommentare

Börse am Mittag

FrankfurtDie Syrien-Thematik überschattet das Börsengeschehen. Vielen Anlegern ist die Lage schlichtweg zu unsicher. Sie wollen lieber abwarten, bis Klarheit über einen möglichen Militärschlag der USA gegen Syrien und die weitere Geldpolitik der Fed herrscht.

Der Dax zeigte sich vor diesem Hintergrund weitestgehend regungslos. Schon vom Start weg konnte sich der Leitindex in keine Richtung eindeutig absetzen. Den größten Teil des Handelstages pendelte der Dax um seinen Freitagsschlusskurs. Am Ende notierte der Dax bei einem Kurs von 8276 Punkte unverändert.

In der zweiten Reihe hielten sich die Kursbewegungen ebenfalls in Grenzen. Der MDax schloss 0,4 Prozent fester auf 14.645 Punkte. Der TecDax ging mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 1047 Zähler aus dem Handel.

Wie es scheint, droht US-Präsident Barack Obama bei seinem Plan für einen Militärschlag gegen Syrien eine Abfuhr im Kongress. Zahlreiche Senatoren und Abgeordnete zeigten sich nach der Rückkehr aus der Sommerpause unsicher, ob sie einem Angriff auf Syrien zustimmen sollen.

Das sind die Lieblinge der Anleger
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Platz 20: Thyssen-Krupp

Dem Traditionsunternehmen aus Essen stehen schwere Zeiten bevor. Noch immer quält sich Thyssen-Krupp mit dem Stahlwerk in Brasilien herum. Der Verkauf ist schon seit Monaten geplant, einen richtigen Käufer haben sie bisher aber nicht gefunden. Wie schwer die Verluste des Stahlwerks auf dem Konzern lasten, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Statt der geplanten 1,9 Milliarden Euro musste Thyssen-Krupp satte acht Milliarden Euro für den Bau des Werks hinblättern. Der Aktienkurs ging im August auf Talfahrt. Über sechs Prozent verlor das Papier. An der Stuttgarter Börsen betrugen die Umsätze im vergangenen Monat rund 10,4 Millionen Euro.

Tokyo stocks up on optimism about global economy
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Platz 19: Nikkei-225

Die aggressive Geldpolitik in Japan hat den Blick der Anleger auf den japanischen Auswahlindex Nikkei-225 gerichtet. Premierminister Shinzo Abe hat der seit über zwei Dekaden andauernden Deflationsspirale den Kampf angesagt. Seine Mittel sind zwar nicht neu, billiges Geld der Bank of Japan soll für den nötigen Impuls sorgen, allerdings gibt es erste Anzeichen einer Erholung der japanischen Wirtschaft. Für risikoorientierte Anleger bietet der japanische Aktienmarkt attraktive Anlagemöglichkeiten. Dementsprechend hoch fielen die Umsätze im August aus. Für rund 12,1 Millionen wechselten Nikkei-Zertifikate den Besitzer. Den Großteil machten Index-Produkte aus.

Börse Frankfurt/Main
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Platz 18: ShortDax x8 TR Index

Der Index-Fonds ShortDax erhielt im August regen Zulauf. Die Umsätze betrugen in Stuttgart rund 12,3 Millionen Euro. Der Fonds wettet auf einen fallenden Dax. Steigende Kurse sorgen für Verluste. Betrachtet man den Chart des Dax, so dürften sich besonders die letzten Tage des vergangenen Monats für Anleger eines solchen Fonds gelohnt haben. Von einem Kurs von über 8400 Punkten rutschte der Dax bis unter 8100 Zähler. Auf Monatssicht sank der Leitindex um 2,7 Prozent.

Quartalszahlen Munich Re
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Platz 17: Münchener Rück

Der Rückversicherer ist der weltweite Branchenführer unter den Rückversicherern. Der Kurs der Münchener Rück musste im August größere Rückschläge hinnehmen. Um knapp zehn Prozent verbilligten sich die Papiere. Der Konzern musste aufgrund der Hagelschäden und des Jahrhunderthochwassers in Deutschland große Rücklagen schaffen. Allein das Hochwasser im Sommer dürfte den Konzern über vier Milliarden Euro kosten. Für die Hagelschäden hat das Unternehmen einen Schadenswert von rund 600 Millionen Euro berechnet. Die Umsätze an der Stuttgarter Börse betrugen im vergangenen Monat 13,5 Millionen Euro.

Apple
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Platz 16: Apple

Seit Steve Jobs' Tod läuft es bei Apple nicht mehr so rund. Viel Häme erhielt der Konzern für seinen fehlerhaften Kartendienst. Seit Jahresanfang mussten die erfolgsverwöhnten Apple-Anleger einen Verlust von 8,4 Prozent hinnehmen. Im Hinblick auf die Vorstellung des neuen iPhones zogen die Kurse im August allerdings wieder an. Gut 5,6 Prozent konnten die Papiere zulegen. Die Umsätze an der Börse Stuttgart betrugen 13,9 Millionen Euro. Doch ein Restrisiko bleibt. Denn Apple muss liefern. Große Innovationen kommen derzeit eher von der Konkurrenz. Die Apple-Fans erwarten nichts Geringeres als eine Art „Revolution“ ähnlich der Erstvorstellung des iPhones im Jahre 2007.

US-Ölpreis auf Zweijahreshoch
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Platz 15: Brent Crude Oil Future 10/2013 (ICE-Europe) USD

Die mögliche Eskalation des Syrien-Konflikt hat den Ölpreis in den Fokus der Märkte rücken lassen. Syrien ist zwar ein Öl-Zwerg, allerdings könnten die Unruhen in der Region des Nahen Ostens die Lieferungen durch den Suez-Kanal beeinträchtigen. Anleger dürften deswegen zuletzt vermehrt Öl-Zertifikate nachgefragt haben. In Stuttgart wurden diese im August im Volumen von 14,2 Millionen Euro gehandelt.

Zentrale Eon
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Platz 14: Eon

Der Versorger hat mit den fallenden Strompreise zu kämpfen. Die Quartalszahlen fielen miserabel aus. Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um satte 15 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Der nachhaltige Nettoüberschuss rauschte sogar um 42 Prozent in den Keller. Auf Monatssicht gab die Eon-Aktie 5,3 Prozent nach. Die vermehrten Verkäufe ließen die Umsätze auf 15,7 Millionen Euro steigen.

Doch damit ist ein möglicher Syrien-Krieg noch lange nicht vom Tisch. Am Vormittag räumte US-Außenminister John Kerry der syrischen Führung eine Frist ein, um einen Militärschlag zu vermeiden. Sollte Assad binnen einer Woche alles Chemiewaffen an die internationale Gemeinschaft übergeben, werde es keine Intervention geben, sagte Kerry in London. In den internationalen Beziehungen ist dieses Vorgehen ein beliebtes Mittel, um einer Intervention eine Legitimationsgrundlage zu liefern. Denn es ist davon auszugehen, dass diese Bedingung nahezu unerfüllbar für das diktatorische Regime in Syrien ist – schon allein aus infrastrukturellen und kommunikativen Gründen. Im nachhinein können die USA allerdings erklären, Syrien die Möglichkeit zur Verhinderung einer Eskalation des Syrien-Konflikts gegeben zu haben.

Am Nachmittag verlieh Russland der Forderung der USA zusätzlich Nachdruck. Außenminister Sergej Lawrow forderte eine „schnelle und positive“ Antwort von der Regierung in Damaskus. Syrien solle ihre Chemiewaffen unter internationale Kontrolle stellen und sie vernichten. Moskau erhoffe sich von der Maßnahme, dass ein möglicher Militärschlag gegen das Land damit verhindert werden könne.

Die Worte des russischen Außenministers zeigten Wirkung. Nach Börsenschluss lief die Meldung ein, dass sich Syrien sich bereiterklärt, sein Chemiewaffenarsenal unter internationale Kontrolle zu stellen. Er begrüße den entsprechenden russischen Vorschlag, sagte Syriens Außenminister Walid al-Mualem am Montag in Moskau.

Im Blick haben die Anleger zudem das weitere Vorgehen der Fed. Der zuletzt enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht schürte Spekulationen, dass sich der Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik verzögern könnte.

Bei den Einzelwerten rückte K+S im Nachmittagshandel in den Fokus. Der kriselnde Düngemittelhersteller schob sich innerhalb kürzester Zeit an die Dax-Spitze. Einem Händler zufolge sorgten wieder aufgeflammte Spekulationen über Uralkali für Unterstützung. Angeblich ist Großaktionär Suleiman Kerimov könnte unter Druck geraten, seine Anteile zu verkaufen. Damit komme Hoffnung auf, dass die Vertriebsallianzen für Kali nun doch noch wieder aufleben könnten, sagte ein Börsianer. Am Ende gingen die Papiere mit einem Plus von 8,2 Prozent aus dem Handel.

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18 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Syrien-Krise hält Dax an der kurzen Leine"

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  • Man muss einfach täglich die Chance nutzen und bei Rücksetzer kaufen, dann ist man immer
    ein Gewinner. Nächste Woche grosser Verfall und Charttechnik alles im grünen Bereich
    Aber abwarten ist nicht so lukrativ wie die Tagesspielchen

  • Boah...was für eine Daddelei heute. Nix verpasst. Der Dax ist eingepennt und keiner merkt es.

  • Also als Volatil würde ich das im Moment nicht zwingend bezeichnen. Die meiste Zeit dümpelt der Dax vor sich hin.
    Dann gibt es einen kleinen Ausschlag um die Daytrader zu wecken, Limite abzuräumen und dann geht es in die andere Richtung. Das Problem daran ist das man sich nicht vernünftig positionieren kann da es meistens rasend schnell geht.

  • So isset! Und als weitere Ergänzung... erst wenn keine Unsicherheit mehr auf den Märkten gäbe, dann, und wirklich erst dann: Obacht geben, länger leben!
    Da sind wir aber noch meilenweit entfernt, obwohl viele sagen, die Börse sei zu weit gelaufen. Sehe ich aber (noch) nicht!

  • Ja dann kann ja nix mehr passieren.

    Falls doch, werde ich's provisionsfrei vermelden.

  • Warum sollte er?

    Eurokrise - hat ihn nicht unter 8000 gedrückt
    FED - auch nicht
    Syrien - gerade mal knapp unter 8100
    Schlechte Unternehmensdaten - kann der Dax nur müde lächeln

  • Genau: Unsicherheit = Volatilität = Chancen.

  • Niemehr?

  • Hier hat niemand Kopfschmerzen.
    Die Daytrader freuen sich über die Unsicherheit und den Langfristanlegern ist Unsicherheit egal, oder sogar gerade recht, dann bekommen wir fürs gleiche Geld mehr Stücke! :-)

  • Der Dax fällt niemehr unter 8000 Punkte. Alles andere ist Wunschdenken der Shorties.

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