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Börse Frankfurt Trump-Chaos zieht auch den Dax runter

Donald Trump irritiert sowohl die Politik als auch die Anleger. Am Donnerstag rutscht der Dax sogar kurzzeitig unter die Marke von 12.500 Punkten. Gute US-Wirtschaftsdaten verhindern Schlimmeres.
Update: 18.05.2017 - 18:36 Uhr 3 Kommentare

Wie wahrscheinlich ist die Amtsenthebung von Donald Trump?

Frankfurt Das politische Wirrwarr um US-Präsident Donald Trump hat Anlegern am Donnerstag die Lust auf Aktien genommen. Der Dax schloss 0,33 Prozent tiefer bei 12.590,06 Punkten, nachdem er um die Mittagszeit sogar kurz unter die Marke von 12.500 Punkten gerutscht war. Teils gute US-Wirtschaftsdaten und eine Erholung der Wall Street nach ihrem kräftigen Vortages-Minus hätten Schlimmeres verhindert, sagten Händler. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen repräsentiert, gab um 0,16 Prozent auf 24.646,87 Punkte nach. Für den TecDax ging es um 0,11 Prozent auf 2195,73 Zähler abwärts.

Nachdem zuletzt der Ausgang der Frankreich-Wahl mit dem pro-europäischen Sieger Emmanuel Macron bei Aktien-Anlegern noch für Optimismus gesorgt hatte, ist mit den neuen Vorwürfen gegen US-Präsident Donald Trump und den Spekulationen über ein mögliches Amtsenthebungsverfahren die politische Unsicherheit wieder zurück und belastet die Börsen. „Nachdem der Präsident nun immer mehr mit politischen Skandalen zu kämpfen hat, kommen bei den Investoren ernsthafte Zweifel auf, ob Trump überhaupt eines seiner großen Versprechen einlösen kann“, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

(Foto: Imago)
Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)

Die Verzögerung oder gar die Aufhebung von Steuersenkungsplänen und Infrastrukturprojekten wegen der Unsicherheiten im Weißen Haus treibe Anleger in die Defensive, meint auch Analyst Gregor Kuhn vom Londoner Broker IG. Hinzu kamen politische Turbulenzen in Brasilien, die den dortigen Aktienmarkt zeitweise um zehn Prozent abstürzen ließen.

An der Wall Street war die Stimmung nicht mehr so schlecht wie in den vergangenen Tagen. Anleger nutzten den Kurseinbruch am Mittwoch für den Wiedereinstieg - der Dow Jones Index der Standardwerte lag zu Börsenschluss in Europa leicht im Plus.

Wie Reuters von US-Regierungsinsidern erfuhr, hatten Berater von Trump in den letzten sieben Monaten des Wahlkampfes mindestens 18-mal per E-mail oder Telefon Kontakt zu russischen Regierungsvertretern oder Personen mit Kontakt zum Präsidialamt in Moskau. Die Erkenntnisse wurden nur Stunden nach der Ernennung eines Sonderermittlers bekannt, der den Vorwurf geheimer Absprachen zwischen Trumps Team und der Regierung in Moskau sowie deren etwaigen Einfluss auf die US-Wahl untersuchen soll.

In den USA wird über ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten diskutiert. Da Trumps Republikaner Senat und Repräsentantenhaus kontrollierten, sei das aber alles andere als gesetzt, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London. Zudem dürften die Untersuchungen langwierig sein. Zwar sei die Unsicherheit für die Aktienmärkte nicht gut. Doch dürfte letztlich die Erholung der US-Wirtschaft entscheidend sein und die Märkte stützen.

Auch Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets sieht eine Amtsenthebung Trumps als wenig wahrscheinlich an. „Die Tatsache aber, dass sie ins Spiel gebracht wird, bringt etwas ganz anderes ins Wanken: Den von Trump und seinem Finanzminister den Märkten als zügig umsetzbar verkauften fiskalischen Stimulus für die US-Wirtschaft“, so Stanzl.

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3 Kommentare zu "Börse Frankfurt : Trump-Chaos zieht auch den Dax runter"

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  • Wenn man von Schuld überhaupt reden will:............
    dann sind es die Investmentbanker mit Ihren angestellten Zockern und Hasadeuren; sonst niemand.

  • Das Trump-eltier hat wieder zugeschlagen! Und so wird es wohl (leider) weiter gehen.
    ABER: Politische Börsen haben immer nur kurze Beine. Vom wirtschaftlichen Umfeld hat sich überhaupt gar nichts geändert, die Zinsen sind niedrig, die EZB pumpt weiter Geld in den europäischen Markt und die Unsicherheit in anderen Märkten bleibt extrem hoch. Deshalb wird es nach dieser Korrektur an den Börsen auch wieder recht schnell nach oben gehen.

    In diesem Sinne: PROST!

  • An was Trump so alles Schuld sein soll.

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