Börse Frankfurt Wankelmütiger Dax schließt über 11.000 Punkten

Nach tagelangen Verlusten kann der Dax leicht zulegen. Positive US-Börsen und der Wille der EU-Partner, Griechenland im Euro zu behalten, stützen die Kurse. Von einer Entspannung kann jedoch nicht die Rede sein.
Update: 16.06.2015 - 17:58 Uhr 8 Kommentare

Dax rutscht zeitweise unter 10.800 Punkte

FrankfurtWer immer schon mal wissen wollte, was politische Börsen sind, der musste sich lediglich den heutigen Kursverlauf des Dax anschauen. Ein wilder Ritt zwischen Verlusten und leichten Gewinnen endete mit einem recht hohen Plus in Höhe von 0,5 Prozent auf 11.044 Punkten – recht hoch, weil die Rahmenbedingungen für die Börsen alles andere als kauffördernd sind.

Es ist vor allem das griechische Schuldendrama, das die Anleger vor sich hertreibt. Noch immer ist die Schuldendebatte festgefahren und eine Lösung ist immer noch nicht in Sicht. Griechenland steht schon seit Wochen mit seinen Partnern auf Kriegsfuß. Bis Ende Juni muss sich Athen mit der EU und dem IWF einigen, sonst bleibt eine weitere Hilfstranche in Höhe von 7,2 Milliarden Euro des IWF aus.

In Athen scheuchten die Anleger die Aktienmärkte ebenfalls hin und her. Der ASE General raste nach einem durchwachsenen Morgen bereits am Vormittag tief ins Minus. Am Nachmittag baute der griechische Leitindex seine Verluste aus und schloss 4,8 Prozent im Minus. Der europäische Auswahlindex Euro Stoxx 50 passte sich hingegen der Kursentwicklung des Dax an und schloss 0,5 Prozent höher bei 3454 Punkten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel strebt allen Widerständen zum Trotz dennoch eine Einigung mit Griechenland an. „Ich möchte alles dafür tun, was möglich ist, Griechenland in der Euro-Zone zu halten“, sagte Merkel am Dienstag nach einem Treffen mit dem luxemburgischen Ministerpräsidenten Xavier Bettel. „Solange noch geredet wird, ist Hoffnung da“, sagte Bettel.

Diese Aussagen lösten zusammen mit positiven US-Börsen ein wenig die Spannung an den Finanzmärkten. Danach war der Weg frei für den Dax, wieder über die 11.000-Punkte-Marke zu springen. Unionsfraktionschef Volker Kauder versuchte, ebenfalls Zuversicht zu verbreiten: „Schlaft alle ganz ruhig. Die Entscheidung kommt auf uns zu, und dann werden wir schon den richtigen Weg finden.“ Kauder versicherte, seine Fraktion wolle trotz großen Unmuts Athen im Euro halten: „Der Geduldsfaden ist stark genug.“

Die anlegerfreundlichsten Märkte
Platz 12: Deutschland
1 von 10

Deutschland landet mit der Note C+ im Mittelfeld des Rankings. In der Kategorie „Vertrieb und Medien“ schneidet Deutschland überdurchschnittlich ab. Abzüge gibt es für die relative hohe Besteuerung von Fondsinvestoren.

Morningstar bewertet Ländern in vier Kategorien, die gewichtet werden, um die Gesamtnote zu errechnen: Regulierung und Besteuerung, Offenlegung, Gebühren sowie Vertrieb und Medien. Im Allgemeinen bieten diejenigen Länder für Fondsanleger ein gutes Umfeld, die über eine unabhängige und proaktive Regulierung verfügen, wo sich die steuerliche Belastung in Grenzen hält, wo eine hohe Transparenz herrscht, das Gebührenniveau moderat ist, Fonds über diverse Vertriebskanäle verfügbar sind und die Medien Anleger über verschiedene Investmentmöglichkeiten aufklären.

Platz 11: Schweiz
2 von 10

Die Schweiz landet mit der Note B- vor Deutschland. Neu in diesem Jahr: Morningstar verwendet den The World Press Freedom Index bei der Beurteilung der Medien in der Kategorie ‚Vertrieb und Medien‘. Reporter ohne Grenzen, eine internationale gemeinnützige Organisation, veröffentlicht den Index jährlich, um die Informationsfreiheit in 180 Ländern zu messen.

Platz 10: Norwegen
3 von 10

Norwegen erhält ebenfalls die Note B-. In fast jedem Land wurde die Regulierung über die letzten zwei Jahre weiterentwickelt, was das aktive Engagement der Aufsichtsbehörden in den bewerteten Kategorien demonstriert.

Platz 9: Finnland
4 von 10

Auch Finnland erhält die Note B-. Finnland hat eine Durchschnittsnote von B -, was eine konsistente Regulierung reflektiert, die sich aus gesamteuropäischen Vorschriften entwickelt hat.

Platz 8: Dänemark
5 von 10

Die Note B- gibt es auch für Dänemark. Neu berücksichtigt wird die Häufigkeit der Portfolioveröffentlichung in der Kategorie „Offenlegung“.

Platz 7: Australien
6 von 10

Auch Australien erhält die Note B-. In 22 der 25 bewerteten Länder sind Banken und Versicherungen der dominierende Vertriebskanal. Der nächsthäufigste Vertriebsweg, der in sieben Ländern aufgeführt wird, sind die unabhängigen Berater.

Platz 5: Großbritannien
7 von 10

Das Vereinigte Königreich kommt auf die Note B.

Die Regierung in Athen jedoch spannt diesen Geduldsfaden bis zum Anschlag an. Laut der „Bild“ will die Athener Regierung keine neue Reformliste vorlegen. „Wir haben vom griechischen Volk den Auftrag erhalten, die Sparpolitik zu beenden“, sagte Tsipras am Dienstag in Athen vor Abgeordneten seiner Partei. Den Geldgebern warf er vor, Griechenland demütigen zu wollen.

EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis ließ heute außerdem durchblicken, dass die EU-Staaten auch bereits über die Folgen eines Scheiterns der Griechenland-Verhandlungen sprechen. „Es gibt einige Diskussionen in der Euro-Arbeitsgruppe, was die möglichen Auswirkungen von weniger vorteilhaften Szenarien sind“, sagte Dombrovskis am Dienstag in Vilnius.

Anleihe- und Devisenmärkte schwanken ebenfalls
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8 Kommentare zu "Börse Frankfurt: Wankelmütiger Dax schließt über 11.000 Punkten"

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  • Gleich wieder NACH Handelsschluss Schnäppchen in ausgesuchten Calls...ohne Risisko...im Schattenmarkt

  • Natürlich helfen die Amis dem DAX....am NACHmittag wird doch immer hochgekauft....so läuft das Spüiel der Reichen in ihrem Selbstbedienungsladen...da kann der Kleinanleger sich nur wundern...aber der auft ja nur Puts

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Sie haben das Spiel der Mächtigen anscheinend nicht verstanden...da handelt kein Mensch mehr....nur Maschinen....mit Programmen zur Gewinnmaxiemierung...egal ob rauf oder runter.... diese Systeme handeln beide Seiten...vollautomatisch und ohne Emotionen

  • Ohne radikalen Schuldenschnitt wird kein Investor sein Geld in Griechenland investieren.
    Falls einer das tut muss er damit rechnen dass er auch für Griechenlands Schulden mit dem eingesetztem Kapital haftet und ihm droht der totale Verlust.
    Die Banken, vor allem deutsche und französische, haben wir gerettet, Griechenland und vielleicht den EURO haben wir dafür geopfert! Toll!

  • Dann gehts auch den Spekulanten wieder besser :)
    Ehrlich ein Blick ins Protfolio und 'überall' ist es rot , kann Griechenland doch nicht das Zünglein an der Waage sein?
    oder etwa doch und es steht und fällt mit Griechenland das ganze Finanzsystem?
    oder es laufen ganz andere Dinge die viel gehaltvoller sind auf dem Markt, Ablenkung is alles;
    /K

  • Das Zittern der Spekulanten
    Nachts wachen sie schweißgebadet auf und sind einem Herzkasper nahe.
    Sie wackeln auf die Toilette um sich zu übergeben.
    Arme Spekulanten. Griechenland verdirbt ihnen den Tag.
    Hatte der DAX doch schon die 12000 überschritten, taumelt er jetzt unter der 1100.
    Das ist schrecklich!
    Hier muss die Politik einschreiten und Griechenland retten, dann geht' es auch mit dem DAX wieder aufwärts.

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