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Börse Istanbul Türkische Aktien rutschen in den Bärenmarkt

Der Aktienmarkt am Bosporus erlebt eine Berg- und Talfahrt. Das liegt vor allem an der schwachen Lira. Ausländische Investoren sind verunsichert.
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Händler arbeiten in der Börse Istanbul. Der Leitindex ISE ist deutlich gefallen. Quelle: Reuters
Handelssaal

Händler arbeiten in der Börse Istanbul. Der Leitindex ISE ist deutlich gefallen.

(Foto: Reuters)

Istanbul, DüsseldorfDer türkische Aktienmarkt befindet sich in einem Bärenmarkt. Der Leitindex ISE 100 an der Börse in Istanbul fiel am Mittwoch zwischenzeitlich um 1,7 Prozent und verlor damit mehr als 20 Prozent gegenüber dem Höchststand im Februar dieses Jahres – das ist die Definition eines Bärenmarkts.

Zwischenzeitlich rutschte der Index unter die Marke von 84.000 Punkten. Größte Verlierer waren die Aktien der Geldhäuser Turkiye Garanti Bankasi und Akbank.

Ein Grund für die Verluste am Aktienmarkt war der erneute Kursverfall der türkischen Währung an diesem Mittwoch. Die Lira gab sowohl gegenüber dem Dollar als auch im Vergleich zum Euro rund ein Prozent nach. Ein Euro kostet derzeit 6,81 Lira.

Bereits im vergangenen Jahr verlor die Lira rund 30 Prozent an Wert. 2019 ging es um weitere 15 Prozent nach unten. Hintergrund sind auch Unsicherheiten wegen diplomatischer Spannungen mit den USA. Unter dem Sinkflug der heimischen Währung leidet vor allem die Wirtschaft.

Experten erwarten eine Fortsetzung dieses Trends. „Eine umfangreiche frühe Zinserhöhung im Falle einer Lira-Abwertung erscheint weiterhin unwahrscheinlich, was nichts Gutes für die Lira verheißt“, meinen die Devisenanalysten der Commerzbank.

Der türkische Aktienmarkt hat in diesem Jahr bereits eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Der Index erreichte Ende Februar die Marke von 105.000 Punkten, ein Plus von 20 Prozent innerhalb kurzer Zeit. Händler feierten eine größere Stabilität der Währung nach dem Einbruch im Jahr 2018. Die Zentralbank versuchte, durch Zinserhöhungen ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen und die Unabhängigkeit von der Politik zu demonstrieren. Auch die geopolitischen Spannungen ließen nach.

Betrug bei den Kommunalwahlen?

Doch die Stimmung drehte nach den Kommunalwahlen. Nach massivem Protest aus der AKP sowie von Staatspräsident Erdogan entschied die türkische Oberste Wahlkommission (YSK), die Wahlen für Istanbul am 23. Juni wiederholen zu lassen.

Was folgte, war ein Sturm der Entrüstung in weiten Teilen der Gesellschaft. Da das YSK keine konkrete Begründung für die Annullierung des Ergebnisses vorlegen konnte, wittern viele Wahlbetrug.

„Wir erleben Entwicklungen, die ausländische Investoren sowohl aus konjunkturellen als auch aus politischen Gründen verängstigen“, erklärte der Fondsinvestor Volkan Sari im türkischen Fernsehsender Habertürk Anfang des Monats.

Diese Entwicklung ist insofern problematisch, als dass sich fast zwei Drittel der türkischen Aktien in ausländischer Hand befinden. Und die internationalen Investoren verlieren die Geduld, zumal der Lira-Verfall ungebremst weitergeht. Von den türkischen Sparguthaben sind dagegen gerade einmal fünf Prozent in Aktien angelegt.

Mehr: Seit Dienstag gilt in der Türkei eine eintägige Verzögerung bei Devisengeschäften. Das steckt hinter der neuen Vorschrift.

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