Börse New York Angst vor Abschwung in China belastet Wall Street

Enttäuschende Daten aus China verunsicherten am Dienstag die Anleger, die Furcht vor einem Konjunktureinbruch lastete auf den US-Börsen. Zudem gaben die Ölpreise nach und sorgten für deutliche Einbußen bei Energieaktien.
Update: 08.03.2016 - 22:15 Uhr
Enttäuschende Konjunkturdaten aus China sorgen für Unruhe an der Wall Street. Quelle: AFP
New York Stock Exchange

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China sorgen für Unruhe an der Wall Street.

(Foto: AFP)

New YorkDie Furcht vor einem Einbruch der Weltkonjunktur hat die Wall Street am Dienstag ins Minus gedrückt. Hintergrund waren enttäuschende Daten aus China. Dort sanken die Exporte im Februar um etwa ein Viertel. Auch das Minus bei den Einfuhren fiel höher aus als erwartet. Der Aktienmarkt sei fragil, sagte Chefvolkswirt Scott Brown vom Finanzdienstleister Raymond James. "Die Leute sind weiter sehr nervös."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer bei 16.964 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,1 Prozent auf 1979 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 1,3 Prozent auf 4648 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,9 Prozent schwächer mit knapp 9693 Punkten.

An der Wall Street sorgten zudem sinkende Ölpreise für Druck auf die Kurse. Öl der Nordseesorte Brent verbilligte sich um mehr als drei Prozent, die US-Sorte WTI um gut vier Prozent. Energieaktien büßten im Schnitt 4,1 Prozent ein.

So reagieren die Märkte aufs China-Beben

SSE Composite Index

WKN
ISIN
CNM000000019
Börse
SE

-1,60 -0,06%
Chart von SSE Composite Index
Shanghai Composite Index
1 von 15

Der Aktiencrash des Sommers ist gerade einmal ein halbes Jahr her, nun kracht es wieder an der chinesischen Börse: Nach dem zweiten Kursrutsch in der ersten Januarwoche wurde der Wertpapierhandel am Donnerstag erneut für den Rest des Tages ausgesetzt – gerade einmal eine halbe Stunde nach der Börseneröffnung. Das war damit der kürzeste Handelstag der 25-jährigen Geschichte der chinesischen Börse. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen waren zuvor um mehr als sieben Prozent gefallen.

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+19,53 +0,16%
Chart von DAX ®
Dax
2 von 15

An den Märkten weltweit sorgte die chinesische Börsenschließung für ein Kursbeben, so auch im Dax. Der deutsche Leitindex verlor am Vormittag mehr als drei Prozent.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

+1,78 +1,18%
+152,86€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Auto-Aktien
3 von 15

Am härtesten traf es die Autowerte im Dax, allen voran Volkswagen. Kein Wunder, schließlich gehört China zu den wichtigsten Exportmärkten des ohnehin schon krisengebeutelten Konzerns. Die VW-Aktie sank um rund sechs Prozent ab und war damit eindeutig der Dax-Kellerwert des Tages. Für BMW ging es ebenfalls tief nach unten. Die Aktie rutschte um 4,5 Prozent. Auch die Daimler-Papiere büßten mehr als vier Prozent ein.

CAC 40

WKN
ISIN
FR0003500008
Börse
PAR

+29,95 +0,56%
Chart von CAC 40
CAC 40 Index
4 von 15

Den Dax trifft der China-Crash naturgemäß besonders hart, schließlich sind die darin gelisteten Unternehmen exportstark und auch die Automobilwerte machen einen nicht unwichtigen Teil des Index aus. Etwas leichter kommen die anderen europäischen Aktienmärkte davon. Der französische Leitindex CAC 40 verlor rund 2,7 Prozent.

FTSE 100

WKN
ISIN
GB0001383545
Börse
n. a.

Chart von FTSE 100
FTSE 100 Index
5 von 15

Noch weniger gelitten hat der britische FTSE 100 Index, von den Anlegern liebevoll auch „Footsie” genannt. Dieser verlor gerade einmal ein Prozent.

NIKKEI 225 INDEX

WKN
ISIN
JP9010C00002
Börse
TOKIO

+2,41 +0,01%
Chart von NIKKEI 225 INDEX
Nikkei
6 von 15

Für den japanischen Nikkei ging es dagegen prompt auf ein Dreimonatstief auf 17.767 Punkte. Zugleich verbuchte der Index die größte Neujahrspechsträhne seit 1995. Grund dafür ist der durch die China-Turbulenzen erstarkte Yen.

JPY/USD

WKN
ISIN
XC0009652428
Börse
XRATE

+0,00 +0,01%
+0,01€
Chart von JPY/USD
Yen
7 von 15

Die Anleger haben die japanische Währung als sicheren Hafen angesteuert. Diese gewann gegenüber dem US-Dollar.

Apple gaben 0,8 Prozent nach. Zuvor hatte der deutsche Apple-Zulieferer und Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor vor einer Abkühlung des Smartphone-Geschäfts gewarnt. Für das laufende Quartal sagte das Unternehmen einen Umsatzrückgang voraus.

Der Aktienkurs der Modekette Urban Outfitters schoss 16 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen machte zuletzt überraschend starke Geschäfte mit seiner Marke Free People.

Die Titel von Shake Shack büßten dagegen zwölf Prozent an Börsenwert ein. Die Burgerkette verprellte Anleger mit ihrem Zwischenbericht.

Die Papiere von American Express stiegen 0,7 Prozent. Dem Sender Fox Business News zufolge könnte der Kreditkartenanbieter von der Großbank Wells Fargo oder einer anderen Finanzfirma übernommen werden. Ein Wells-Fargo-Sprecher bezeichnete den Bericht aber als falsch.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,12 Milliarden Aktien den Besitzer. 726 Werte legten zu, 2316 gaben nach und 100 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,96 Milliarden Aktien 631 im Plus, 2207 im Minus und 146 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gefragt. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 21/32 auf 98-5/32. Die Rendite sank auf 1,8287 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-11/32 auf 97-6/32 und rentierte mit 2,6356 Prozent.

  • rtr
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