Börse New York Biotech- und Energiewerte helfen Wall Street ins Plus

Schlechte Geschäftsprognosen von Adobe und Yum Brands haben am Mittwoch an der Wall Street zunächst zu zögerlichem Handeln geführt. Letztlich halfen aber Energie- und Biotech-Aktien dem Börsenhandel in New York ins Plus.
Update: 07.10.2015 - 23:28 Uhr
Die Aktienkurse von Exxon und Chevron verteuerten sich im frühen Handel. Quelle: AFP
Börse New York

Die Aktienkurse von Exxon und Chevron verteuerten sich im frühen Handel.

(Foto: AFP)

New YorkKursgewinne von Energie- und Biotech-Aktien haben am Mittwoch den US-Börsen Auftrieb gegeben. Nach volatilem Handel schlossen die Indizes fester. Allerdings stimmten schlechtere Geschäftsprognosen vom Softwareunternehmen Adobe und dem Gastronomiekonzern Yum Brands die Anleger vorsichtig. Sorgen um die Firmenergebnisse seien derzeit ein wichtiges Thema, sagte Analyst Daniel Ives von der Investmentbank FBR Capital. Das gelte insbesondere für Technologieunternehmen. Am Donnerstag nach US-Börsenschluss läutet traditionell der Aluminiumriese Alcoa die Bilanzsaison ein.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,7 Prozent höher mit 16.912 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,8 Prozent auf knapp 1996 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,9 Prozent auf 4791 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax bei 9970 Punkten 0,7 Prozent im Plus.

Spannung vor Kongress-Auftritt von US-VW-Chef

An der Wall Street zeigten Energiewerte deutliche Kursschwankungen. Nach anfänglichen Gewinnen drehten sie vorübergehend ins Minus. Auslöser waren Daten des US-Energieministeriums, wonach die Rohölbestände vergangene Woche stärker zugelegt hatten als erwartet. Später zog der Sektorindex wieder deutlich an und schloss 1,3 Prozent fester. Biotechnologiewerte legten im Schnitt zwei Prozent zu.

Zudem standen Firmen im Blick, die ihre Gewinnprognosen senkten. So büßte der Konzern Yum Brands, zu dem die Restaurantketten Kentucky Fried Chicken (KFC) und Pizza Hut gehören, knapp 19 Prozent an Börsenwert ein. Die Aktien von Adobe verbilligten sich um 5,3 Prozent. Der Softwarekonzern gab wegen des starken Dollars eine Gewinnwarnung für 2016 heraus. Zu den Verlierern unter den Technologiewerten zählten ferner Apple, die 0,5 Prozent nachgaben.

Gefragt waren hingegen Anteilsscheine von Twitter, die acht Prozent mehr kosteten. Der saudiarabische Milliardär Prinz Alwaleed bin Talal und dessen Investmentfirma haben ihre Beteiligung an dem Kurznachrichtendienst auf mehr als fünf Prozent aufgestockt.

Die VW-Opfer und China-Bezwinger

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
FSE

-1,85 -3,29%
+54,50€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
1 von 23

Die VW-Abgasskandal hat die Autobranche in Aufruhr versetzt. Auch die anderen Autowerte im Dax mussten zahlreiche Aktienverkäufe hinnehmen – obwohl Daimler und BMW jegliche Manipulationsvorwürfe von sich wiesen. „Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen“, sagte Daimler-Chef Diester Zetsche der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Bei Mercedes-Benz gebe es darüber hinaus keine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränke. Zugleich betonte der Konzernchef auf die Frage, ob alle Autohersteller Betrüger sind: „Klare Antwort: Nein!“. Die Aktien gaben dennoch nach. Daimler verlor über zwölf Prozent, BMW knapp acht Prozent.

Kursentwicklung (ein Monat*): - 12,2 Prozent

*vom 1. bis zum 30. September 2015

ROYAL DUTCH SHELL REG. SHARES CLASS B EO -,07

WKN
ISIN
GB00B03MM408
Börse
FSE

+0,12 +0,41%
+30,50€
Chart von ROYAL DUTCH SHELL REG. SHARES CLASS B EO -,07
Royal Dutch Shell
2 von 23

Am Monatsende die Überraschung. Der Ölkonzern Royal Dutch Shell gibt die Suche nach Öl vor der Küste Alaskas vorerst auf. Als Gründe wurden die zu geringen Öl- und Gas-Mengen sowie hohe Kosten und unwägbare Umweltauflagen genannt. Shell hat bisher rund sieben Milliarden Dollar für Bohrungen in der Arktis investiert. Doch der gesunkene Ölpreis macht es für die Ölkonzerne zunehmend unattraktiver, neue Gebiete zu erschließen. Ölmultis wie Royal Dutch Shell steuern mit Einsparungen gegen. Den Abbau von Arbeitsplätzen oder Investitionskürzungen hatten zuletzt neben Shell auch, BP auch Total  und Chevron angekündigt. Allein Shell will 6500 seiner knapp 100.000 Jobs streichen, im vergangenen Quartal war der Nettogewinn um 37 Prozent eingebrochen.

Kursentwicklung: - 12,6 Prozent

LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005408884
Börse
FSE

-0,46 -1,25%
+36,21€
Chart von LEONI AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Leoni
3 von 23

Der VW-Skandal hat auch die Zulieferer erfasst. Leoni-Aktien mussten im September Verluste von fast 16 Prozent hinnehmen. Zuletzt hatte der Zulieferer zudem seine Prognose für 2016 gesenkt. Verantwortlich dafür ist der Verkauf seines chinesischen Bordnetz-Werk, das nun nicht mehr in die Bilanz von Leoni einfließt. Der Umsatz werde statt der bisher angekündigten fünf Milliarden Euro lediglich bei rund 4,8 Milliarden Euro liegen. Die Rendite (Ebit-Marge) soll weiter sieben Prozent betragen. Leoni setzt darauf, dass der Deal langfristig für Schub sorgt.

Kursentwicklung: - 15,9 Prozent

CATERPILLAR INC. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US1491231015
Börse
FSE

-0,86 -0,66%
+130,04€
Chart von CATERPILLAR INC. REGISTERED SHARES DL 1
Caterpillar
4 von 23

Caterpillar ist einer der größten Bergbaumaschinenkonzerne der Welt. Dementsprechend hart trifft das Unternehmen auch der Rohstoffpreisverfall. Denn Minenbetreiber fragen aufgrund der gesunkenen Kupfer-, Eisenerz-, Stahl-, Diamanten- und Goldpreise weniger Maschinen nach. Zuletzt musste Caterpillar sogar seine Prognose für 2016 nach unten korrigieren. Im nächsten Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von fünf Prozent. Caterpillar will dem mit der Streichung von 10.000 Arbeitsplätzen bis 2018 entgegenwirken. Analysten bleiben jedoch skeptisch. JP Morgan senkte das Kursziel von 78 auf 76 Dollar. Citi Research geht noch weiter. Sie senkten ihre Prognose von 85 auf 70 Dollar.

Kursentwicklung: - 16,0 Prozent

HELLA GMBH & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A13SX22
Börse
Xetra

-0,95 -1,84%
+50,75€
Chart von HELLA GMBH & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Hella
5 von 23

Der Gewinneinbruch bei Hella kam wegen des VW-Skandals zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Innerhalb eines Tages rauschten die Papiere des Autozulieferers, der erst im November 2014 sein Börsendebüt hinlegte, in der Spitze um 16,2 Prozent ins Minus. Wegen des Ausfalls eines chinesischen Lieferanten fiel der operative Gewinn (Ebit) nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 69 Millionen Euro.

Kursentwicklung: - 16,5 Prozent

PEUGEOT S.A. ACTIONS PORT. (C.R.) EO 1

WKN
ISIN
FR0000121501
Börse
FSE

-0,83 -3,41%
+23,36€
Chart von PEUGEOT S.A. ACTIONS PORT. (C.R.) EO 1
Peugeot
6 von 23

Der September war ein schlechter Monat für die Autobauer. Neben den Sorgen um Chinas Konjunkturschwäche kam der VW-Abgasskandal erschwerend hinzu. Das japanische Analysehaus Nomura hat das Kursziel für Peugeot deswegen von 17 auf 16 Euro gesenkt und die Einstufung auf „neutral“ belassen. Die rückläufigen Autoverkäufe in China seien in den Branchenwerten inzwischen eingepreist, eventuell aber nicht die sinkenden Margen, schrieb Analyst Raghav Gupta-Chaudhary in einer Studie. Die Ergebnisse des französischen Autobauers Peugeot hingen im Sektorvergleich am stärksten von China ab. Aber auch Renault kam im abgelaufenen Monat unter die Räder. Die Aktien verloren 17,3 Prozent.

Kursentwicklung: - 20,4 Prozent

ELECTRICITE DE FRANCE (E.D.F.) ACTIONS AU PORTEUR EO -,50

WKN
ISIN
FR0010242511
Börse
FSE

-0,24 -1,54%
+15,60€
Chart von ELECTRICITE DE FRANCE (E.D.F.) ACTIONS AU PORTEUR EO -,50
EDF
7 von 23

Der staatliche Energiekonzern EDF plant Investitionen in erneuerbare Energien außerhalb Europas. Bisher beschränken fünf Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens auf Länder außerhalb Europas. „Bis 2030 wollen wir unsere Präsenz in drei bis fünf Ländern außerhalb Europas in den Bereichen Solar- und Windenergie ausbauen“, sagte EDF-Chef Jean-Bernard Levy. Die Aktionäre scheinen vor dieser Idee nicht wirklich überzeugt zu sein. Die Aktien gehörten im September zu den schwächsten Werten.

Kursentwicklung: - 21,2 Prozent

Ein Euro kostete im US-Handel zuletzt 1,1240 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vortag. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen sanken um 8/32 Punkte auf 99 14/32 Punkte und rentierten mit 2,06 Prozent.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,19 Milliarden Aktien den Besitzer. 2385 Werte legten zu, 670 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,14 Milliarden Aktien 2060 im Plus, 775 im Minus und 145 unverändert.

Die Erholung an den Börsen lockte Investoren von den US-Kreditmärkten weg und sorgte dort für Kursverluste. Die zehnjährigen Papiere verloren 9/32 auf 99-12/32. Die Rendite stieg auf 2,07 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 15/32 auf 99-18/32 und rentierte mit rund 2,9 Prozent.

  • rtr
  • dpa
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