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Börse New York China scheucht die Wall Street ins Minus

An den US-Börsen reagieren die Anleger nervös auf die geldpolitische Abwertung des chinesischen Yuan. Diese belastete am Dienstag unter anderem die Aktien von Ölkonzernen. Unter den Einzelwerten sorgt Google für Furore.
Update: 11.08.2015 - 23:24 Uhr Kommentieren
Die Public Bank of China hat sie alle überrascht. Quelle: AFP
Broker am Big Apple

Die Public Bank of China hat sie alle überrascht.

(Foto: AFP)

New York Die überraschende Abwertung der chinesischen Währung hat die US-Aktienbörsen ins Minus gedrückt. So fiel der Dow Jones am Dienstag um mehr als ein Prozent. "Heute geht es nur um China", sagte Portfolio-Manager Paul Nolte von Kingsview Asset Management.

Die Ausschläge an den Märkten erklärte er mit den widersprüchlichen Signalen, die Investoren etwa aus China sowie von der US-Notenbank bekommen. Während die Volksrepublik in diesem Jahr das schwächste Wachstum seit einem Vierteljahrhundert hinlegen dürfte, könnten die US-Währungshüter im September die Leitzinsen anheben, weil sich die Wirtschaft weiter erholt. "Für die USA ist es schwer, im weltweiten Sturm eine Insel zu sein", sagte Nolte.

Am Markt wurden die möglichen Auswirkungen der Maßnahmen in China auf die Geldpolitik der Federal Reserve in den USA lebhaft diskutiert: „Wegen der Abwertung könnte sich die Zinswende ins kommende Jahr verschieben“, sagte Experte Craig Erlam vom Währungshändler Oanda. Die von China eingeläutete neue Runde im Währungs-Abwertungswettlauf könnte schließlich den Exporteuren der USA schaden, betonte Erlam.

Die Analysten der Societe Generale sehen das Risiko umfangreicherer Kapitalabflüsse aus China und schwacher Währungen in den Emerging Markets. Die für September erwartete erste Leitzinserhöhung in den USA seit der Finanzkrise könnte dann womöglich aufgeschoben werden, bis sich die erhöhte Unsicherheit wieder lege.

Der Dow-Jones-Index fiel um 1,2 Prozent auf 17.402 Punkte, während der S&P 500 ein Prozent auf 2084 Stellen nachgab. Beim Nasdaq-Index betrug das Minus 1,3 Prozent auf 5036 Zähler.

In Frankfurt ging der Dax mit einem Verlust von 2,7 Prozent auf 11.293 Punkte aus dem Handel. Auch dort hatte die chinesische Führung mit der überraschenden Yuan-Abwertung zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft den Anlegern einen Schrecken eingejagt.

Gute Zeiten für Google, schlechte Zeiten Apple

Turbulenzen am Öl-Markt

In New York gerieten Ölkonzerne unter Druck, weil China der größte Energieverbraucher der Welt ist. Grund dafür war auch der Preisverfall an den Ölmärkten. Auch Auto- und Industriekonzerne sowie die Luxusgüterbranche sind stark von Exporten nach China abhängig sind - und zählten am Dienstag zu den größten Verlierern. Die Aktien von General Motors (GM) fielen stellvertretend um 3,5 Prozent, Caterpillar verlor 2,6 Prozent, und die Anteile am Schmuckhändler Tiffany bröckelten um 2,10 Prozent ab.

Papiere von Apple gaben sogar um 5,2 Prozent nach. Analysten der Investmentbank Jefferies hatten sich über den Absatz des gewinnträchtigen iPhones vor allem in China besorgt gezeigt.

Google begeistert die US-Anleger

Dagegen ging es mit Google -Aktien um 4,1 Prozent bergauf. Der Internetkonzern gibt sich eine neue Struktur und will so schneller auf Veränderungen reagieren. Das Web-Geschäft mit der Suchmaschine und der Online-Werbung soll von neuen Unternehmungen wie selbstfahrenden Autos oder Drohnen getrennt werden. Die Kern-Firma heißt weiterhin Google, wandert aber unter das Dach eines neu geschaffenen Mutterkonzerns mit dem Namen Alphabet.

Begeistert zeigten sich Investoren von den Fusionsplänen des Kranherstellers Terex. Er will mit dem finnischen Unternehmen Konecranes einen Konzern mit rund zehn Milliarden Dollar Umsatz und 32.000 Beschäftigten bilden. Die Terex-Aktie stieg um 22,7 Prozent.

Symantec-Aktien rutschten dagegen am Indexende um 6,85 Prozent auf den tiefsten Kurs seit mehr als einem Jahr ab. Der Softwarehersteller will für 8 Milliarden Dollar den IT-Spezialisten Veritas an den Finanzinvestor Carlyle Group verkaufen. Dessen Titel verloren mit minus 3,54 Prozent ebenfalls deutlich. Beim Autoverleiher Hertz Global Holding quittierten Anleger einen schlechter als erwartet ausgefallen Quartalsbericht mit minus 3,62 Prozent.

Euro hält sich über 1,10 Dollar

Der Kurs des Euro wurde von der Grundsatzeinigung der Geldgeber mit Griechenland gestützt. Er hielt sich über 1,10 US-Dollar. Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,1045 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1055 (Montag: 1,0960) Dollar festgesetzt. An der New York Stock Exchange wechselten rund 860 Millionen Aktien den Besitzer. 1152 Werte legten zu, 1932 gaben nach, und 100 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 847 im Plus, 1968 im Minus und 142 unverändert.

An den Anleihenmärkten führten die Turbulenzen in China zu einer Rally, weil Investoren aus Furcht vor einem Währungskrieg in hochwertige Papiere wie US-Bonds oder britische Gilts flüchteten. Die zehnjährigen US-Papiere stiegen um 27/32 auf 99-27/32. Die Rendite fiel auf 2,14 Prozent. Die 30-jährigen Anleihen legten um 1-27/32 auf 103-25/32 zu und rentierten mit 2,81 Prozent.

  • rtr
  • dpa
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