Börse New York Entscheid von Japans Notenbank belastet Wall Street

Die Bank of Japan will vorerst keine weitere Hilfe im Kampf gegen die Konjunkturflaute leisten. Das hat die Händler an der Wall Street enttäuscht. Für Unmut sorgte am Donnerstag auch die Aktie des US-Konzerns Apple.
Update: 29.04.2016 - 01:26 Uhr
An der Wall Street sorgen Großfusionen für Bewegung. Quelle: AP
Händler an der Börse New York

An der Wall Street sorgen Großfusionen für Bewegung.

(Foto: AP)

New YorkDie Enttäuschung über ausbleibende weitere Hilfen der japanischen Notenbank im Kampf gegen die Konjunkturflaute hat die US-Börsen am Donnerstag belastet. Zudem drückte im späten Handel ein Kursrutsch bei Apple auf die Stimmung, nachdem der Investor Carl Icahn erklärt hatte, bei dem Tech-Giganten komplett ausgestiegen zu sein. Im frühen Handel hatten starke Zahlen von Facebook und neue Milliardenfusionen die Wall Street noch gestützt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Abschlag von 1,2 Prozent bei 17.831 Punkten, nachdem er im Verlauf zwischen 17.796 und 18.035 Stellen gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,9 Prozent nach auf 2076 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,2 Prozent auf 4805 Stellen. In Frankfurt hatte der Dax 0,2 Prozent fester bei 10.321 Punkten geschlossen.

Trotz Konjunkturflaute verzichtete die BOJ auf die von Börsianern erhoffte weitere Öffnung der Geldschleusen. Dies sorgte für einen Kursrutsch am Tokioter Aktienmarkt und gab dem Yen kräftig Auftrieb. Die US-Notenbank ließ am Mittwochabend den Leitzins unverändert und den Zeitpunkt einer weiteren Anhebung in der Schwebe. Neue Konjunkturdaten dürften sie in ihrer vorsichtigen Haltung bestätigten. Die US-Wirtschaftsleistung legte im ersten Quartal nicht so stark zu wie erwartet.

Apple-Papiere sackten um 3,1 Prozent auf 94,83 Dollar ab und haben in dieser Woche bereits rund neun Prozent verloren. Hauptgrund dafür waren schwache Quartalszahlen. Auslöser für das weitere Minus am Donnerstag war der Investor Icahn, der dem Sender CNBC sagte, er habe sich bei dem iPhone-Hersteller zurückgezogen. Es gebe zu viel Risiko für Apple in China. Ende 2015 besaß Icahn noch 45,8 Millionen Apple-Aktien.

Die sehr starken Facebook-Umsätze im abgelaufenen Quartal konnten die Stimmung im Technologiesektor nicht retten. Dank Werbung auf Smartphones war das Geschäft des weltgrößten Online-Netzwerks kräftig gewachsen. Inzwischen hat Facebook etwa 1,65 Milliarden aktive Nutzer im Monat, was einem Zuwachs von 60 Millionen in drei Monaten entspricht. Das war mehr als Analysten erwartet hatten. Die Aktien erreichten zeitweise bei 120,79 US-Dollar ein Rekordhoch und beendeten den Tag mit plus 7,20 Prozent auf 116,73 Dollar.

Die Papiere von First Solar fielen trotz starker Quartalszahlen an der Nasdaq um rund 8 Prozent. Der Solarkonzern, der zudem einen Chefwechsel bekannt gab, habe kaum Änderungen am Ausblick vorgenommen, begründete ein Analyst die Kursverluste.

Unter den Standardwerten zählten die Aktien des Autobauers Ford, des Zahnpasta-Herstellers Colgate-Palmolive und des Pharmaunternehmens Bristol-Myers Squibb nach vorgelegten Geschäftsberichten und Ausblicken zu den Gewinnern. Sie legten um zwischen 2,68 und 3,15 Prozent zu.

Die 7 wertvollsten Unternehmen der letzten 20 Jahre
General Electric
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Mit der Glühlampe feierte General Electric in den 1880er Jahren seinen ersten großen Erfolg – rund 100 Jahre später war der Mischkonzern das wertvollste Unternehmen der Welt. 1996 besaß GE eine Marktkapitalisierung von rund 137 Milliarden US-Dollar. Im Jahr darauf waren es schon 223 Milliarden. Abgelöst wurde GE 1998 ebenfalls von einem Technologiekonzern.

Microsoft
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Mit einer Marktkapitalisierung von rund 272 Milliarden US-Dollar stieß Microsoft den damaligen Primus GE 1998 vom Thron. Mit dem Erfolg der Betriebssysteme Windows 95 und Windows 98 verbreitete sich die Software des Konzerns aus Redmond wie ein Lauffeuer: Office-Suiten, Webbrowser, Grafiksoftware auf Computern in aller Welt kamen in den 90er Jahren wie selbstverständlich aus dem Hause Microsoft. In den Jahren 2000 bis 2002 sowie ab 2003 übernahm GE zwar wieder die Spitze an der Liste der wertvollsten Konzerne der Welt – doch bis heute bleibt Microsoft unter den Top Ten.

Exxon Mobil
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Mit Öl und Gas schwang sich Exxon Mobil 2005 zum wertvollsten Konzern der Welt auf – bei einer Marktkapitalisierung von rund 372 Milliarden US-Dollar. Viele Jahre blieb Exxon an der Spitze, nur zeitweise unterbrochen von ...

PetroChina
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... dem chinesischen Konkurrenten PetroChina. Im vierten Quartal 2007 sowie vom zweiten Quartal 2009 bis zum zweiten Quartal 2010 lief der größte Ölkonzern Chinas Exxon den Rang ab (Marktkapitalisierung 2007: 724 Milliarden US-Dollar; 2009: 367 Milliarden US-Dollar). Auch diese Serie wurde zeitweise unterbrochen – für genau einen Tag. Denn am 28. Oktober 2008 ...

Volkswagen
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... schoss die Aktie von Volkswagen für eine kurze Zeit dramatisch in die Höhe. Damals steckten zahlreiche Spekulanten, insbesondere Hedgefonds, in einem sogenannten Short Squeeze: Sie hatten mit Leerverkäufen auf fallende Kurse der VW-Aktie gesetzt, bevor der Porsche-Vorstand bekanntgab, zusätzlich zu seiner Beteiligung an VW in Höhe von 42,6 Prozent weitere Anteile in Höhe von 31,5 Prozent über Optionen gesichert zu haben. Weil das Land Niedersachsen allerdings weitere 20 Prozent hielt, blieben weniger als 6 Prozent der VW-Aktie frei handelbar. Das Problem: Die Spekulanten hatten sich für ihre Leerverkäufe zwölf Prozent der Aktien geliehen – durch den Nachfrageüberhang war VW einen Tag lang der teuerste Konzern der Welt, mit zeitweisen Kursen von 1005 Euro pro Aktie.

Exxon Mobil
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Ab dem zweiten Quartal 2010 übernahm Exxon erneut die Spitze des Rankings von PetroChina. Bis Mitte 2011 blieb der Rohstoffkonzern (Marktkapitalisierung Q2/2011: 401 Milliarden US-Dollar) ungeschlagen – als im dritten Quartal erneut ein Technologie-Konzern zum wertvollsten Unternehmen der Welt wurde.

Apple
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Mit iPhones, iPads und iMacs überrollte der Apple-Gründer Steve Jobs die Technik-Welt und schuf nicht nur den wertvollsten Konzern, sondern auch die wertvollste Marke der Welt. Rund 354 Milliarden US-Dollar legten Investoren im dritten Quartal 2011 in Apple-Aktien an. Zwei Quartale (Q4/2011 und Q2/2013) gingen seither zwar noch an Exxon, insgesamt blieb Apple aber viele Jahre an der Spitze. Seinen Höchstwert erreichte das Unternehmen im ersten Quartal 2015 mit einer Marktkapitalisierung von 724,8 Milliarden Euro.

Dagegen reagierten Anleger enttäuscht auf die schwachen Zahlen des Düngerherstellers Potash und des vor der Übernahme durch DuPont stehenden Chemiekonzerns Dow Chemical. Deren Aktien gaben um 3,40 beziehungsweise 0,34 Prozent nach. Die Papiere des Kreditkartenunternehmens Mastercard, die anfangs noch von ihren Quartalszahlen moderat profitiert hatten, büßten 1,22 Prozent ein.

Die Aktien des Paketdienstes United Parcel Service (UPS) sanken ungeachtet guter Quartalszahlen um 1,46 Prozent. Die Anleger seien besorgt, dass sich das Wachstum verlangsamen könne, zumal der weltgrößte Online-Händler und Kunde Amazon ein eigenes Versandnetzwerk aufbauen wolle, hieß es. Außerdem sei die USP-Aktie sehr gut gelaufen und mit aktuell 104,91 Dollar keine 10 Dollar mehr von ihrem Anfang 2015 erreichten Rekordhoch entfernt.

Erneut waren auch Übernahmen an diesem Tag ein Thema. Mit einem Kurssprung von fast 26 Prozent auf 77,79 Dollar fielen die Papiere von St. Jude Medical auf. Der Pharmakonzern Abbott will den Medizintechnikkonzern für 25 Milliarden Dollar übernehmen, was dessen Papieren einen Verlust von fast 8 Prozent einbrockte. Die Anteile des Branchenkollegen Abbvie drehten nach anfänglich deutlichen Verlusten ins Plus und gewannen 0,82 Prozent. Abbvie will den Krebsmittel-Hersteller Stemcentrx für zwei Milliarden Dollar in bar und Aktien schlucken.

An der Nasdaq zeigten sich darüber hinaus die Comcast-Papiere mit minus 0,24 Prozent kaum beeindruckt von dessen Übernahmeplänen. Der Kabelriese will das Trickfilmstudio Dreamworks Animation übernehmen, was dessen Aktienkurs um etwas mehr als 24 Prozent auf 39,95 Dollar nach oben trieb. Comcast bietet 41 Dollar je Aktie in bar, womit der Deal ein Volumen von etwa 3,8 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) hat.

Der Eurokurs lag zur Schlussglocke an der Wall Street bei 1,1350 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1358 (Mittwoch: 1,1303) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8804 (0,8847) Euro. Am US-Rentenmarkt legten zehnjährige Staatsanleihen um 5/32 Punkte auf 98 4/32 Punkte zu. Ihre Rendite sank auf 1,83 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,03 Milliarden Aktien den Besitzer. 1036 Werte legten zu, 1942 gaben nach und 154 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,15 Milliarden Aktien 953 im Plus, 1871 im Minus und 141 unverändert.

US-Staatsanleihen legten angesichts der fallenden Kurse am Aktienmarkt zu. Die zehnjährigen Bonds verbesserten sich um 6/32 auf 98-05/32. Sie rentierten mit 1,830 Prozent. Die 30-Jährigen kletterten 11/32 auf 96-07/32 und hatten eine Rendite von 2,685 Prozent.

  • rtr
  • dpa
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