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Börse New York EZB enttäuscht US-Anleger

Mario Draghi hat die Märkte im Griff. Seine Aussagen zur geldpolitischen Zukunft der EZB bremsen auch in den USA die Kauflust. Viele US-Anleger haben sich vom EZB-Präsidenten konkretere Hinweise gewünscht.
Update: 04.12.2014 - 22:47 Uhr Kommentieren
Ernüchterung an der Wall Street: US-Händler sind von Mario Draghis unkonkreten Aussagen enttäuscht. Quelle: dpa

Ernüchterung an der Wall Street: US-Händler sind von Mario Draghis unkonkreten Aussagen enttäuscht.

(Foto: dpa)

New YorkNach der jüngsten Rekordjagd haben die US-Börsen am Donnerstag wieder leicht an Boden verloren. Ursache dafür sei die Enttäuschung vieler Anleger über die eher zurückhaltende Position der EZB in ihrem weiteren Kampf gegen die geringe Teuerungsrate und die Konjunkturschwäche im Euro-Raum, sagten Händler in New York. EZB-Präsident Mario Draghi hatte in Frankfurt erklärt, die Europäische Zentralbank (EZB) werde Anfang 2015 ihre geldpolitischen Maßnahmen überprüfen und bei Bedarf Umfang und Tempo ändern. Die Flutung der Märkte mit immer neuem Geld durch die Notenbanken ist seit langem der wichtigste Grund für steigende Kurse am Aktienmarkt.

Alle drei großen US-Indizes verloren 0,1 Prozent. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss damit bei 17.900 Zählern, nachdem er im Verlauf zwischen 17.814 und 17.937 Stellen gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 schloss mit 2071 Punkten, der Index der Technologiebörse Nasdaq mit 4769 Punkten. In Frankfurt war der Dax zunächst auf ein Rekordhoch geklettert, ehe sich auch dort Ernüchterung über die weitere EZB-Politik breit machte. Am Ende schloss das Börsenbarometer 1,2 Prozent tiefer mit 9851 Punkten.

Gute Nachrichten, wenig Wirkung

Der weitere Rückgang des Ölpreises belastete Aktien von Energie-Unternehmen. Der Index für die Firmen der Branche verlor 0,8 Prozent nach. Nordsee-Öl der Sorte Brent hatte sich um knapp ein weiteres Prozent verbilligt und fiel unter die Marke von 70 Dollar pro Fass (159 Liter). Seit dem Sommer ist der Preis um rund 40 Prozent eingebrochen. Das Öl-Angebot liegt über der Nachfrage. Die Förderländer der Opec hatten sich zuletzt dennoch nicht auf eine Kürzung der Produktion verständigen können.

Aktien des auf Jugend-Mode ausgerichteten Konzerns Aeropostale standen nach dem achten Quartalsverlust in Folge unter Druck. Die Papiere verloren rund ein Fünftel ihres Werts. Am Vortag hatte schon Konkurrent Abercrombie & Fitch enttäuschende Zahlen vorgelegt. Deren Papiere gaben am Donnerstag 3,2 Prozent nach.

Gar ein Drittel ihres Wertes büßten Anteilsscheine von Kindred Biosciences ein. Der Anbieter von Medikamenten für Tiere hatte erklärt, die Entwicklung eines Mittels gegen eine bestimmte Hautkrankheit bei Hunden zu stoppen. Grund sei der überraschend schnelle Erfolg eines entsprechenden neuen Präparates des Rivalen Dechra.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,8 Milliarden Aktien den Besitzer. 1116 Werte legten zu, 1962 gaben nach und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1068 im Plus, 1625 im Minus und 144 unverändert.

US-Staatsanleihen legten zu. Auch hier war Händlern zufolge die EZB mit ihrer Erklärung ausschlaggebend, erst Anfang 2015 weitere geldpolitische Schritte im Erwägung zu ziehen. Die zehnjährigen Bonds verbesserten sich um 11/32 auf 100-02/32. Sie rentierten mit 2,243 Prozent. Die 30-Jährigen kletterten um 31/32 auf 101-07/32 und hatten eine Rendite von 2,938 Prozent.

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