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Börse New York Furcht vor US-Rezession löst Ausverkauf an den Börsen aus

An den US-Börsen ist es am Dienstag kräftig abwärts gegangen. Vor allem Signale vom Rentenmarkt verunsicherten die Anleger an der Wall Street stark.
Update: 04.12.2018 - 23:57 Uhr Kommentieren

„Strafzölle auf deutsche Autos? Vielleicht doch nicht“

New York An der Wall Street hat sich am Dienstag Ernüchterung breitgemacht. Der Leitindex Dow Jones verlor bis zum Handelsschluss 3,1 Prozent auf 25.027 Punkte. Am Montag hatte er noch gut ein Prozent hinzugewonnen. Der S&P 500 fiel 3,2 Prozent auf 2700 Punkte, und der Nasdaq-Composite gab sogar um 3,8 Prozent auf 7158 Punkte nach.

Vor allem drückte die Annäherung der Renditen kurz- und langfristiger US-Anleihen auf die Stimmung. Fallen die Renditen langfristiger Titel unter diejenigen mit kürzerer Laufzeit, wird das im Fachjargon als inverse Zinskurve bezeichnet. Dies deutet darauf hin, dass Anleger einen Wirtschaftsabschwung fürchten. Zum Börsenschluss in New York lag die Rendite zehnjähriger Bonds nur noch etwa 0,1 Prozent höher als die zweijähriger Titel.

Anleger stellten nach der anfänglichen Euphorie zudem den Burgfrieden im Handelsstreit zwischen den USA und China infrage. „Es ist nicht klar, worauf sich die beiden Seiten geeinigt haben – wir wissen nur, dass es einen begrenzten Waffenstillstand gibt“, sagte Ökonom Scott Brown vom Finanzdienstleister Raymond James.

US-Präsident Donald Trump brachte am Dienstag zwar eine Verlängerung der 90-Tage-Frist ins Gespräch, in der die USA keine zusätzlichen Zölle gegen China verhängen wollen. Doch beruhigte dies die Anleger kaum.

Einem Tweet des Präsidenten zufolge haben die Verhandlungen über die Beilegung des Handelsstreits bereits begonnen. „Wenn sie nicht verlängert werden, enden die 90 Tage nach dem wunderbaren und sehr herzlichen Abendessen mit Präsident Xi in Argentinien“, fügte Trump hinzu.

Sein Wirtschaftsberater Larry Kudlow erläuterte, er sehe eine Reduzierung von chinesischen Zöllen auf US-Autoimporte sowie Agrar- und Energieprodukte als Lackmustest für den Erfolg der Handelsgespräche.

Ferner schlugen den Anlegern schlechte Nachrichten aus London aufs Gemüt: Nur wenige Stunden vor Beginn der fünftägigen Debatte über das Brexit-Abkommen hatte das britische Parlament der Regierung eine empfindliche Niederlage bereitet. Die Abgeordneten entschieden, dass die Regierung die Rechte des Parlaments missachtet hat. Für Premierministerin Theresa May ist dies ein weiterer Rückschlag. Ohnehin werden ihr nur geringe Chancen zugestanden, eine Mehrheit für ihr Abkommen bei der geplanten Abstimmung am 11. Dezember im Parlament zu erreichen.

Börsenstratege: Arbeitsmarktzahlen könnten Märkte wieder steigen lassen

Matt Maley, Aktienstratege bei Miller Tabak, glaubt aber, dass die Märkte schon Ende der Woche wieder steigen könnten. Dann werden Daten für den US-Arbeitsmarkt veröffentlicht. „Sollten sie die Erwartungen erfüllen oder gar übertreffen, kann es eine große Bewegung in die andere Richtung geben.“

Am Dienstag gerieten derweil besonders Industrie- und Technologiewerte unter Druck. Die beiden Sektoren reagieren in der Regel am sensibelsten auf Nachrichten rund um den Handelskonflikt. Am Montag hatten sie den Markt noch maßgeblich nach oben gezogen, als die Erleichterung über den Burgfrieden im amerikanisch-chinesischen Konflikt überwog.

Den Dow belasteten am Dienstag vor allem die Börsenschwergewichte Boeing und Caterpillar, die 4,8 beziehungsweise 6,9 Prozent verloren.

Apple-Aktien gaben 4,4 Prozent nach und drückten so den S&P und die Nasdaq nach unten. Die britische Investmentbank HSBC hatte die Kaufempfehlung für die Papiere des iPhone-Herstellers gestrichen, da es an kurzfristigen Kurstreibern mangele. Auch alle anderen Dow-Werte schlossen im Minus.

Die Warenhauskette Dollar General hatte ihr Ziel für das Jahresergebnis je Aktie gesenkt und damit die durchschnittliche Analystenschätzung verfehlt, was den Anteilsscheinen ein Minus von fast 7 Prozent einbrockte.

Eine skeptische Analystenstudie schickte die Papiere der Logistikkonzerne Fedex und UPS auf Talfahrt: Sie verloren gut 6 beziehungsweise mehr als 7 Prozent. Die Anleger unterschätzten die Wettbewerbsrisiken durch den Markteintritt des Online-Händlers Amazon in das Frachtgeschäft, hieß es.

Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1342 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1409 (Montag: 1,1332) Dollar festgesetzt. Der Dollar war 0,8765 (0,8825) Euro wert.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,69 Milliarden Aktien den Besitzer. 695 Werte legten zu, 2976 gaben nach und 180 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,11 Milliarden Aktien 448 im Plus, 2661 im Minus und 134 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 21/32 auf 101-25/32. Die Rendite sank auf 2,9154 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 2-3/32 auf 103-30/32 und rentierte mit 3,1695 Prozent.

An diesem Mittwoch werden derweil Wall Street und Nasdaq zum Gedenken an den am 30. November verstorbenen Ex-Präsidenten George H. W. Bush, 41. Präsident der USA, geschlossen bleiben.

Mit Material von Reuters und dpa

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