Börse New York Griechenland-Krise setzt der Wall Street zu

Und wieder nichts: Die erneute Krisensitzungs-Vertagung im Schuldenstreit, hat auch der Wall Street die Stimmung verhagelt. Die Anleger zeigten sich trotz guter US-Konjunkturdaten zurückhaltend.
Update: 26.06.2015 - 23:06 Uhr 3 Kommentare
Der griechische Schuldenstreit in Europa belastet die US-Börsen. Quelle: AFP
Verhaltene Stimmung an der Wall Street

Der griechische Schuldenstreit in Europa belastet die US-Börsen.

(Foto: AFP)

New YorkDie Griechenland-Krise hat die Wall Street am Freitag belastet. Die Anleger wagten sich aus Verunsicherung vor der nächsten Krisensitzung der Euro-Finanzminister am Samstag nicht weit aus der Deckung, wie Händler sagten. Die Furcht vor einer Staatspleite mit unvorhersehbaren Folgen schüre die Nervosität. Den Markt etwas stützen konnten positive Konjunkturdaten. Die Stimmung der US-Verbraucher hellte sich im Juni deutlich auf. Das Barometer für die Konsumlaune legte auf 96,1 Zähler von 90,7 Punkten im Mai zu. Das ist der beste Wert seit Januar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent höher bei 17.947 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 notierte zuletzt kaum verändert bei 2101 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ließ 0,6 Prozent auf 5080 Punkte Federn. Im Wochenvergleich sank der Dow 0,4 Prozent, der S&P ebenfalls 0,4 Prozent und der Nasdaq 0,7 Prozent.

Auf Unternehmensseite im Blickpunkt stand Nike mit einem Kursplus von gut vier Prozent. Der weltgrößte Hersteller von Sportartikeln enteilt seinem Rivalen Adidas immer weiter. Mit einem Umsatzplus von zehn Prozent auf 30,6 Milliarden Dollar im abgelaufenen Geschäftsjahr ist Nike mittlerweile fast doppelt so groß. Der Konzern profitiert besonders vom florierenden Geschäft mit Basketballschuhen und übertraf das achte Quartal in Folge die Gewinnerwartungen.

Diese Aktien rauben Anlegern den Schlaf

MAN SE INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005937007
Börse
L&S

+0,03 +0,03%
+93,44€
Chart von MAN SE INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
MAN: Börse verschmäht Umstrukturierungsprogramm
1 von 16

Mit seinem Umstrukturierungsprogramm ist der Lkw-Hersteller MAN am Mittwoch an der Börse nicht gut angekommen, auch am Donnerstag sackte die Aktie ab. MAN will seine Lkw-Fertigung verschlanken und dafür rund 1800 Jobs streichen. Etwa 1400 Stellen fallen in der Verwaltung weg, weitere 400 direkt in der Produktion, teilte die Nutzfahrzeugsparte des Münchener Konzerns am Mittwoch mit. Das Programm soll bis Ende 2017 laufen; MAN will damit die Kosten in der margenschwachen Nutzfahrzeugsparte reduzieren und den Gewinn ankurbeln. Offenbar zweifelt der Markt aber am Erfolg.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 0,3 Prozent

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
L&S

+0,98 +1,27%
+78,52€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF: Analysten sehen wieder Einstiegschancen
2 von 16

Im Dax fiel diese Woche auch BASF auf. Das Papier des Chemiekonzerns verlor am Mittwoch 1,7 Prozent und war damit der größte Verlierer im deutschen Leitindex. Dies schien allein dem angeschlagenen Marktumfeld geschuldet, denn Marktbeobachter raten nach der Korrektur zum Einstieg. Und die Aktienstrategen der britischen Investmentbank HSBC belassen ihre Einstufung für die Aktie auf "Buy" mit einem Kursziel von 99 Euro, wie sie in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie mitteilten. Auf Wochensicht notiert die Aktie denn auch deutlich im Plus.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 2,8 Prozent

Monsanto

WKN
ISIN
US61166W1018
Börse
n. a.

Chart von Monsanto
Monsanto: Investoren missfällt Syngenta-Engagement
3 von 16

Vor allem auf den internationalen Märkten fielen diese Woche einige Papiere mit Kursausschlägen nach unten auf, zum Beispiel der Saatguthersteller Monsanto. Dessen Aktien gehörten am Mittwoch mit einem Verlust an der Wall Street von 5,7 Prozent zu den größten Verlierern unter den Einzelwerten. Das Unternehmen hatte angekündigt, im Übernahmepoker um den Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta nicht locker zu lassen.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 5,2 Prozent

BLACKBERRY LTD. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
CA09228F1036
Börse
L&S

-0,03 -0,36%
+8,74€
Chart von BLACKBERRY LTD. REGISTERED SHARES O.N.
Blackberry: Börse schaut insbesondere auf den Absatz
4 von 16

Ebenfalls an der Wall Street fiel am Dienstag Blackberry auf. Die Aktien sackten um 4,2 Prozent ab, nachdem sie vorbörslich noch um rund neun Prozent gestiegen waren. Der Smartphone-Pionier hatte im vergangenen Geschäftsquartal den Umsatzschwund gestoppt und sich in den schwarzen Zahlen gehalten. Allerdings war der Absatz der Blackberry-Telefone trotz der Markteinführung neuer Modelle weiter geschrumpft.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 2,6 Prozent

Local Corporation: Yahoo-Ausstieg lässt Aktie abstürzen

WKN
ISIN
Börse

Chart von Local Corporation: Yahoo-Ausstieg lässt Aktie abstürzen
Local Corporation: Yahoo-Ausstieg lässt Aktie abstürzen
5 von 16

Wenn ein großer Kunde wegfällt, ist das ein Schock. Das erlebten die US-Marketingfirma Local Corporation und ihre Investoren diese Woche. Local musste am Sonntag bekanntgeben, dass der Internet-Konzern Yahoo die ursprünglich bis Ende Oktober 2017 laufende Vereinbarung zum 1. November 2015 gekündigt hat. Dieser Deal habe in den vergangenen beiden Jahren knapp die Hälfte zum Gesamtumsatz von Local beigetragen. Am Montag reagierte die Börse entsprechend – die Aktien des Spezialisten für regionales Online-Marketing brachen bereits im vorbörslichen US-Geschäft um 15 Prozent ein, dann ging es rasant nach unten.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 83,7 Prozent

BOUYGUES S.A. ACTIONS PORT. EO 1

WKN
ISIN
FR0000120503
Börse
L&S

+1,30 +3,46%
+36,20€
Chart von BOUYGUES S.A. ACTIONS PORT. EO 1
Bouygues: Fusions-Hin und Her verwirrt Börsianer
6 von 16

Wollen sie nun oder nicht? Am Montag sorgten Spekulationen auf eine Übernahme des französischen Mobilfunkers Bouygues durch den Kabelkonzern Altice für ein Kursfeuerwerk bei beiden Unternehmen. Bouygues-Aktien schossen in Paris um bis zu 15,6 Prozent nach oben. Altice stiegen in der Spitze um 24,4 Prozent. Bouygues bestätigte am Montag, eine Offerte erhalten zu haben. Am Mittwoch dann die Ernüchterung: Die französische Regierung leistete Widerstand; daraufhin erteilte der Bouygues-Verwaltungsrat den Altice-Übernahmeplänen eine Absage. Die Mobilfunker-Papiere verloren 8,5 Prozent, die Titel des Kabelnetz-Betreibers rutschten um 9,1 Prozent ab. Der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron hatte bereits zu Wochenbeginn gesagt, er wolle kein Unternehmen, das zu groß sei, um zu scheitern und nur durch kostspielige staatliche Programme gerettet werden könne.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 4,6 Prozent

ACCOR S.A. ACTIONS PORT. EO 3

WKN
ISIN
FR0000120404
Börse
L&S

-0,47 -1,07%
+42,85€
Chart von ACCOR S.A. ACTIONS PORT. EO 3
Accor: Analystenkommentar belastet Aktien
7 von 16

Ebenfalls in Frankreich fielen die Aktien der französischen Hotelkette auf. Am Dienstag verloren die Papiere in Paris bis zu 2,2 Prozent und waren damit im französischen Leitindex CAC 40 das Schlusslicht. Auslöser war ein Analystenkommentar. Die Credit Suisse hatte ihre Empfehlung für die Aktien auf "underperform" von "neutral" gesenkt und dies unter anderem mit der wachsenden Konkurrenz des Online-Ferienwohnungs-Portals Airbnb begründet. Zwar sei Belegung und Preismacht von Accor gut. Aber es fehle an Dynamik. Accor betreibt 14 Hotel-Ketten, darunter die preisgünstige Ibis-Gruppe und die höher angesiedelte Kette Sofitel. Weltweit liegen die Franzosen hinter InterContinental, Marriott und Starwood auf dem vierten Platz. Unterm Strich bleibt indes ein Wochenplus.
Kursentwicklung bis Donnerstag: + 2,3 Prozent

Die Aktien von Micron Technology stürzten dagegen um 18 Prozent ab. Der Chip-Hersteller erlitt wegen eines Preisrückgangs und einer geringeren Nachfrage nach seinen PC-Chips im Quartal einen Gewinneinbruch von 39 Prozent auf 491 Millionen Dollar.

Die Finanzminister der Euro-Zone kommen im Griechenland-Streit am Samstag erneut zu einer Krisensitzung zusammen. Dann wollen sie über die Reformvorschläge der Athener Regierung und deren Bewertung durch die Institutionen von EU-Kommission, Internationalen Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) beraten. Eine Einigung ist die Voraussetzung für die Freigabe weiterer Finanzspritzen. Einem Vertreter der Euro-Zone zufolge stehen bei einem Scheitern der Verhandlungen Gespräche über Vorbereitungen auf eine Staatspleite Griechenlands im Raum. Der Mittelmeer-Anrainer muss dem IWF bis kommenden Dienstag 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen. Es ist unklar, ob das Land dieses Geld aufbringen kann.

Wegen des immer noch ungelösten Streits zwischen dem hoch verschuldeten Mittelmeer-Anrainer und seinen Geldgebern ging es mit Dax und EuroStoxx50 auf und ab. Aus dem Handel ging der deutsche Leitindex 0,2 Prozent höher bei 11.492 Punkten, sein europäisches Pendant schloss 0,5 Prozent fester.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,71 Milliarden Aktien den Besitzer. 1332 Werte legten zu, 1754 gaben nach und 131 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,77 Milliarden Aktien 1152 im Plus, 1647 im Minus und 128 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 25/32 auf 96-29/32. Die Rendite stieg auf 2,482 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-25/32 auf 95-8/32 und rentierte mit 3,250 Prozent. Die Staatspapiere seien trotz Griechenland-Krise nicht mehr als sicherer Hafen gesucht gewesen, sagten Händler.

  • rtr
  • dpa
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3 Kommentare zu "Börse New York: Griechenland-Krise setzt der Wall Street zu"

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  • Wie recht das Scheißerchen hat. 20000 sind die Untertreibung des Jahres.

  • Ich muss noch hinzufügen, dass die Amis auch nicht verschuldet sind und keine Probleme mit ihrem Haushalt haben, wie so manche europäische Niete.
    Deshalb sehe ich den Dow Jones bald
    bei 20000

  • Gute Firmen und Dividenden in den USA. deshalb steht der Dow Jones bei
    18000 und keine europäische Unsinns-Solidarität.

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