Börse New York Griechischer Schuldenstreit belastet Wall Street

Auch die US-Anleger blicken nach Athen – und sind nach dem erneuten Rückschlag im Schuldenstreit besorgter denn je. Erfreuliche Nachrichten über die US-Konjunktur zu Jahresbeginn geraten da schonmal in den Hintergrund.
Update: 25.06.2015 - 00:08 Uhr Kommentieren
Der erneute Rückschlag im griechischen Schuldenstreit schlägt auch US-Anlegern auf den Magen. Quelle: dpa
Wall Street

Der erneute Rückschlag im griechischen Schuldenstreit schlägt auch US-Anlegern auf den Magen.

(Foto: dpa)

New YorkDie Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern haben US-Anleger am Mittwoch in Atem gehalten. Der zunächst ergebnislose Verlauf der Gespräche in Brüssel belastete die Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,98 Prozent auf 17.966 Zähler nach. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,7 Prozent auf 2108 Punkte, die Technologiebörse Nasdaq fiel um ebenfalls 0,7 Prozent auf 5122 Stellen.

Auch an den europäischen Aktienbörsen bekamen die Anleger kalte Füße. Der Dax gab 0,6 Prozent ab auf 11.471 Punkte, der EuroStoxx50 verlor 0,4 Prozent auf 3612 Zähler. Der Athener Leitindex fiel um 1,8 Prozent, die Bankentitel rauschten um 6,6 Prozent nach unten.

Ungewissheit bremst US-Anleger

Nach dem Höhenflug der vergangenen Tage, ausgelöst durch Hoffnungen auf ein Happy End im Schuldenstreit, machten die Investoren sicherheitshalber Kasse. „Der US-Markt greift einige Signale von der Schwäche in Europa auf“, sagte John Canally von LPL Financial in Boston. Der Markt mache sich Sorgen, was eine Pleite Griechenlands für die Weltwirtschaft bedeuten könne, sagte Adam Sarhan, Chef der Finanzberatungsfirma Sarhan Capital.

Was spricht für, was gegen Aktien?
Pro: Kursgewinne
1 von 8

Wer zum richtigen Zeitpunkt einsteigt, dessen Einsatz lohnt sich allein dank steigender Kurse. Wer zum Beispiel Anfang 1997 zur Rückkehr des Firmengründers Steve Jobs 1000 Dollar in Papiere des am Boden liegenden Computerbauers Apple steckte, ist heute mehr als 200 000 Dollar reicher. Apple ist inzwischen das wertvollste Unternehmen der Welt.

Pro: Dividenden
2 von 8

Viele Unternehmen beteiligen ihre Anteilseigner am Geschäftserfolg. Bei Europas größtem Versicherer Allianz fällt die Gewinnbeteiligung für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2014 besonders üppig aus: Der Münchner Dax-Konzern schüttet 6,85 Euro Dividende je Aktie aus. Viele andere Dax-Konzerne heben ihre Dividende an. K+S hebt sie um 25 auf 90 Cent, Continental will statt 2,50 nun 3,25 Euro je Aktie ausschütten.

Pro: Miteigentümer
3 von 8

Wer Aktien kauft, kauft einen Unternehmensanteil. Mit dem Geld werden neue Geschäftsideen oder der Ausbau des bestehenden Geschäfts finanziert. Das trägt im Idealfall auch dazu bei, dass Arbeitsplätze geschaffen werden oder zumindest erhalten bleiben. Angesichts des schwachen Euros und der damit verbundenen verbesserten Ausgangslage des Exportgeschäfts, kann man als Miteigentümer eines Exportunternehmen Geld verdienen.

Pro: Anlagenotstand
4 von 8

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen im Euroraum quasi abgeschafft. Davon profitieren zwar Kreditnehmer, andererseits wird die bei vielen Deutschen so beliebte Geldanlage auf Sparbuch, Tagesgeld- oder Festgeldkonten kaum noch belohnt. Dass die Menschen zunehmend selbst fürs Alter vorsorgen müssen, zwingt sie dazu mehr Risiko einzugehen. Für ein annehmbares Risiko bekommen sie auf dem Aktienmarkt akzeptable Renditen.

Kontra: Aufs falsche Pferd setzen
5 von 8

Die „Volksaktie“ Telekom startete im November 1996 bei 28,50 Deutsche Mark (14,57 Euro) und kletterte bis März 2000 auf umgerechnet knapp über 100 Euro. Aktuell ist die T-Aktie noch gut 17 Euro wert. Fachleute raten ohnehin dazu, Geld nicht nur in einen Titel zu stecken, sondern möglichst breit zu investieren und die Aktien mehrerer Unternehmen ins Depot zu nehmen, um Schwankungen ausgleichen zu können. Ein zu breite Streuung ist allerdings ebenfalls nicht erbaulich für das Depot, da sonst Gewinne durch Verluste anderer Titel vernichtet werden können.

Kontra: Zum falschen Zeitpunkt einsteigen
6 von 8

Gerade Kleinanleger lassen sich oft von einem Börsenhype mitreißen und steigen ein, wenn die Kurse schon vergleichsweise hoch sind – etwa, weil dann viel darüber berichtet wird. Profi-Investoren machen dann längst schon wieder Kasse und sorgen durch Verkäufe dafür, dass die Kurse wieder sinken. Daher sollten Kleinanleger sich über die Aktienmärkte nicht erst informieren, wenn viel auf ihnen los ist, sondern bereits vorher.

Kontra: Gebühren
7 von 8

Börsenbetreiber und Banken verdienen beim Kauf und Verkauf von Aktien und Fondsanteilen mit. Verbraucherschützer kritisieren, die Gebührenstruktur sei bisweilen unübersichtlich – zulasten der Kunden.

Zu den größten Verlierern unter den Einzelwerten gehörten Monsanto -Aktien, die sich um 5,7 Prozent verbilligten. Der Saatguthersteller kündigte an, im Übernahmepoker um den Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta nicht locker zu lassen. GM -Aktien verloren 3,1 Prozent, nachdem Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne sagte, die Gruppe sei weit davon entfernt, den Aktionären des US-Autobauers ein Angebot für einen möglichen Zusammenschluss vorzulegen.

0,9 Prozent aufwärts ging es dagegen mit Apple-Anteilscheinen. Starinvestor Carl Icahn sagte, er traue dem Technologieriesen das gleiche Potenzial zu, wie Netflix vor einigen Jahren. Gleichzeitig teilte er mit, seine verbliebene Beteiligung an dem Streamingdienst verkauft zu haben. Das sorgte dafür, dass Netflix-Papiere ihre zuvor erzielten Gewinne wieder vollkommen abgaben und 0,4 Prozent schwächer endeten. Die Aktien waren zunächst deutlich gestiegen, nachdem der Konzern Pläne für einen Aktiensplit vorgestellt hatte. Netflix will aus einem Anteilschein künftig sieben machen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 869 Werte legten zu, 2163 gaben nach und 171 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 784 im Plus, 1987 im Minus und 135 unverändert.

Angesichts der Verunsicherung durch den Verlauf der Verhandlungen in Brüssel waren US-Staatsanleihen gefragt. Die zehnjährigen Bonds legten 8/32 auf 97-25/32 zu. Sie rentierten mit 2,380 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 27/32 auf 96-32/32 und hatten eine Rendite von 3,157 Prozent.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Börse New York - Griechischer Schuldenstreit belastet Wall Street

0 Kommentare zu "Börse New York: Griechischer Schuldenstreit belastet Wall Street"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%