Börse New York Hoffnung auf Krisenentspannung stützt Wall Street

Die Lage in der Ukraine ist noch nicht entschärft, doch es gibt Hoffnungsschimmer und US-Anleger greifen wieder bei Aktien zu. Derweil haben zwei „Ein-Dollar-Shops“ einen Bieterstreit vom Zaun gebrochen.
Update: 19.08.2014 - 00:31 Uhr Kommentieren
Händler an der New York Stock Exchange. Die Aktie des Ein-Dollar-Shops „Family Dollar“ zog deutlich an. Um „Family Dollar“ ist ein Bieterkampf entbrannt. Quelle: ap

Händler an der New York Stock Exchange. Die Aktie des Ein-Dollar-Shops „Family Dollar“ zog deutlich an. Um „Family Dollar“ ist ein Bieterkampf entbrannt.

(Foto: ap)

New YorkHoffnungen auf eine Entspannung in der Ukraine und Erfolge im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) haben die US-Aktienmärkte zum Wochenauftakt gestützt. Dazu kamen besser als erwartet ausgefallene Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt. Ein Übernahmekampf in der Billigdiscounter-Branche sorgte bei den Titeln der beteiligten Unternehmen mehrheitlich für Kursgewinne.

Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss am Montag 1,06 Prozent höher bei 16 838,74 Punkten. Der marktbreite S&P-500-Index gewann 0,85 Prozent auf 1971,73 Punkte. Der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 0,83 Prozent auf 4020,50 Punkte zu. Am Freitag hatten Sorgen um eine militärische Eskalation in der Ukraine die anfangs freundliche Stimmung gestört.

Marktanalyst Craig Erlam von Alpari in London verwies auf Anstrengungen, die inzwischen gemacht wurden, um die Spannungen zwischen den prorussischen Separatisten und der Ukraine zu mindern. „Für die USA handelt es sich dabei zwar nur um das Nachlassen eines geopolitischen Risikos, doch so etwas kommt stets gut an den Märkten an“, sagte Erlam. Die gegen Russland verhängten Sanktionen dürften der US-Wirtschaft jedenfalls keinen größeren Schaden zufügen, wogegen in Europa das Vertrauen bereits krisenbedingt gelitten habe.

Gelungener Wochenstart in New York

Nach einem Krisentreffen in Berlin wies die ukrainische Regierung indes Russlands Forderung nach einer bedingungslosen Waffenruhe zurück. Sie knüpfte diese an Bedingungen, welche wiederum bei Russland auf scharfe Kritik stießen. Derweil brachten kurdische Truppen mit Unterstützung der US-Luftwaffe den wichtigen Mossul-Staudamm wieder vollständig unter ihre Kontrolle. Die IS-Terrorgruppe hatte die für die Trinkwasserversorgung und Stromerzeugung im Irak wichtige, größte Talsperre des Landes vor etwa zwei Wochen erobert.

Auf Unternehmensseite standen in den USA erneut die Ein-Dollar-Läden im Fokus der Anleger. Ein sich abzeichnender Übernahmekampf um den Discounter Family Dollar trieb dessen Aktien um 4,93 Prozent hoch. Konkurrent Dollar General hatte mit einer 8,95 Milliarden US-Dollar schweren Offerte das 8,5-Milliarden-Dollar Gebot von Dollar Tree gekontert. Während Dollar General um 11,63 Prozent anzogen, gaben Dollar Tree um 2,42 Prozent nach. Die Aktien des Discounters Wal-Mart Stores, dem ein Zusammenschluss von Konkurrenten zu schaffen machen würde, zeigten sich unbeeindruckt und gewannen 0,80 Prozent.

Für die Anteilsscheine von IBM ging es um marktkonforme 1,06 Prozent hoch. Der Computerkonzern und sein chinesischer Wettbewerber Lenovo haben freie Bahn für ihren milliardenschweren Server-Deal, der wegen Spionagebedenken der US-Behörden über Monate in der Schwebe gehangen hatte. Die Wettbewerbshüter hätten nun doch keine Sicherheitsvorbehalte gegen einen Verkauf an den chinesischen Konzern mehr, hatte IBM noch am Freitag mitgeteilt.

Der Pharmakonzern Valeant stößt indes bei den umworbenen Aktionären des Botox-Herstellers Allergan offenbar nur auf wenig Gegenliebe. Die Kanadier hatten daher am späten Freitagnachmittag (Ortszeit) die Annahmefrist für ihr Angebot gleich bis Jahresende verlängert. Ursprünglich wäre die Offerte am vergangenen Freitag um 23.00 Uhr MESZ ausgelaufen. Während Valeant um 2,21 Prozent nachgaben, sanken Allergan um 1,67 Prozent.

Der Euro litt etwas unter den guten Daten vom US-Immobilienmarkt und kostete zuletzt 1,3362 Dollar. Richtungsweisende US-Staatsanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit gaben um 14/32 auf 99 27/32 Punkte nach und rentierten mit 2,39 Prozent.

  • dpa
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