Börse New York Industrie und Anstieg der Ölpreise stützen Wall Street

Die US-Industrie sorgte für Zuversicht an der Wall Street. Und auch die Erholung der Ölpreise im Handelsverlauf am Donnerstag hob die Stimmung unter den Händlern. Die Börse hat mit Gewinnen geschlossen.
Update: 26.02.2016 - 00:32 Uhr
Die US-Anleger starten zuversichtlich in den Handelstag. Quelle: dpa
New York Stock Exchange

Die US-Anleger starten zuversichtlich in den Handelstag.

(Foto: dpa)

New YorkDie US-Börsen haben am Donnerstag mit Gewinnen geschlossen. Für Zuversicht auf dem Parkett sorgten zunächst Zahlen aus der US-Industrie, die im Januar deutlich mehr Aufträge an Land ziehen konnte als von Ökonomen erwartet.

Die Aufmerksamkeit der Investoren richtete sich auch auf die Ölmärkte: Wegen des anhaltenden Preisverfalls fürchten Experten eine Pleitewelle in der Ölbranche mit negativen Folgen für die Banken. Diese Sorge dominierte lange das Aktiengeschäft. Doch ein Anstieg der Ölpreise im Handelsverlauf beruhigte schließlich die Nerven der Anleger und trieb die Börsenbarometer nach oben.

Ölpreis regt Kauflust der Investoren an

So pendelte der Dow-Jones-Index im Verlauf zwischen einem Hoch von 16.697 und einem Tief von 16.458 Punkten. Er schloss 1,3 Prozent fester auf 16.697 Stellen. Der breiter gefasste S&P legte 1,1 Prozent auf 1951 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,9 Prozent auf 4582 Punkte.

In Frankfurt hatte sich der Dax zuvor 1,8 Prozent fester auf einem Stand von 9331 Punkten aus dem Handel verabschiedet. US-Rohöl wurde zuletzt zu 33,03 Dollar je Barrel und damit 2,7 Prozent höher gehandelt.

Am Aktienmarkt waren vor allem Finanzwerten gefragt. So schlossen die Papiere von Citigroup 1,4 Prozent fester, die von Bank of America stiegen um 1,6 Prozent.

Bei den Einzelwerten stachen Salesforce.com hervor. Die Papiere des SAP-Rivalen verteuerten sich um elf Prozent. Das Unternehmen hob nach einem unerwartet hohen Umsatz die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an.

Auch Domino's Pizza traf den Geschmack der Anleger, die Aktien legten satte 13 Prozent zu. Das Unternehmen profitierte von niedrigeren Käse-Preisen und der Treue seiner Kunden trotz einer Rabattschlacht von Rivalen wie Pizza Hut.

Die Anteilsscheine des Drucker- und PC-Herstellers HP Inc gaben dagegen 4,4 Prozent nach. Der Computerkonzern musste im ersten Geschäftsquartal nach der Aufspaltung Abstriche machen. In den drei Monaten bis Ende Januar schrumpften die Erlöse wegen schwächelnder Verkäufe von Druckern und anderer Hardware.

Das Silicon-Valley-Urgestein Hewlett-Packard hatte sich im November aufgespalten in der Hoffnung, seinen Sparten einzeln zu höherem Wachstum verhelfen zu können. Das Geschäft mit PCs und Druckern wird bei HP Inc. weitergeführt. Die Dienstleistungen für Unternehmen wurden in die neue Gesellschaft Hewlett Packard Enterprises abgetrennt, die am 3. März ihre Quartalszahlen vorlegen will.

Mit diesen Aktien wären Sie dem Börsendebakel entkommen

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-46,30 -0,37%
Chart von DAX ®
DAX
1 von 14

Seit Jahresbeginn liegt der Deutsche Aktienindex mehr als 17 Prozent unter dem Schlussstand von Ende Dezember. Es ist ein ungekannt schwacher Start für den wichtigsten Index in ein Börsenjahr. Ähnlich übel sieht es in den Indizes für mittlere, kleinere und Technologie-Werte aus: MDax (minus 14,6 Prozent), SDax (minus 16,7 Prozent), TecDax (minus 18,6 Prozent).

Doch es gibt einzelne Werte die dem Ausverkauf getrotzt haben und deren Besitzer gut lachen haben. Vor allem im Ausland gibt es einige Perlen zu entdecken.

Stand aller Daten: 9. Februar 2016

GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006602006
Börse
Xetra

-0,27 -0,82%
+32,70€
Chart von GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
GEA Group
2 von 14

Im Dax gibt es derzeit keinen Titel im Plus seit Jahresbeginn und auch im MDax nur einen Titel: Der vor allem für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagebauer Gea Group hat 2015 vier Firmen übernommen und seine Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Im laufenden Jahr peilt Chef Jürg Oleas ohne Zukäufe ein moderates Wachstum an und erntet das Vertrauen der Anleger.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 3,86 Prozent

Software AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Software AG
Software AG
3 von 14

In den großen deutschen Indizes wird man dann noch im TecDax fündig: Mit der Ankündigung einer verbesserten Marge für das Jahr 2016 beeindruckt die Software AG aus Darmstadt. Auch die Ergebnisse für das zurückliegende Jahr hatten die Aktionäre erfreut und so kann sich der Wert völlig von der miserablen Entwicklung des TecDax in diesem Jahr abkoppeln.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 9,95 Prozent

S&P 500

WKN
ISIN
Börse
ISP

-1,08 -0,04%
+2.895,81
Chart von S&P 500
S&P 500
4 von 14

Der weitgefasste US-amerikanische Index liegt seit Jahresbeginn fast ein Zehntel im Minus. Doch die Entwicklung der einzelnen Titel ist extrem unterschiedlich. Während vor allem Banktitel enorm leiden, gibt es deutlich positive Ausreißer.

Kursveränderung seit 1.1.2016: minus 9,4 Prozent

NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60

WKN
ISIN
US6516391066
Börse
Xetra

+0,21 +0,78%
+26,51€
Chart von NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60
Newmont Mining
5 von 14

Der Goldpreis ist zu einem Krisenindikator geworden und hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt, während des für die großen Aktienindizes bergab geht. Mit dem Goldpreis ziehen auch die Aktien von Minenbetreibern an, die noch im vergangen Jahr zu den großen Verlierern gehörten. Newmont Mining aus Denver ist einer der größten Förderer von Gold weltweit und das gilt bei Anlegern jetzt als begehrenswert.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 37,15 Prozent

SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US8454671095
Börse
FSE

+0,10 +2,11%
+4,84€
Chart von SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01
Southwestern Energy
6 von 14

Einige Aktien von Öl- und Gasunternehmen, die sich auf die Fracking-Fördertechnologie spezialisiert haben, waren mit dem fallenden Ölpreis extrem unter Druck geraten. Einige Titel können sich jedoch zwischenzeitlich deutlich erholen, doch auch heftige Rückschläge können die Titel immer wieder erfassen. Ein Beispiel: Southwestern Energy. Vor zwei Jahren notierte die Aktie noch bei über 45 Dollar, erst zum Jahreswechsel setzte eine Trendumkehr bei dem Titel ein.

Kursveränderung seit 1.1.2016: 35,89 Prozent.

EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US30161N1019
Börse
FSE

+0,33 +0,90%
+36,96€
Chart von EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.
Exelon
7 von 14

Eine klassische Ausweichbewegung in turbulenten Börsenphasen zeigt sich auch am US-Markt. Anleger setzen verstärkt auf Versorger, die als Energielieferanten mit regelmäßigen Mittelzuflüssen rechnen können. Ein Branchenindex für US-Versorger liegt seit Jahresanfang fast sieben Prozent im Plus, die Aktie von Exelon liegt deutlich über dem Schnitt.

Kursentwicklung seit 1.1.2016: plus 15,42 Prozent

Aktien von Einrichtungshäusern gerieten mit schlechten Nachrichten von Restoration Hardware unter Druck. Das Unternehmen hatte mit seinen vorläufigen Gewinnkennziffern die Erwartungen derart enttäuscht, dass die Papiere etwas mehr als ein Viertel an Wert verloren. Die Anteilsscheine des Wettbewerbers Williams-Sonoma sackten um 6,09 Prozent ab.

Der Eurokurs zog im US-Handel zeitweise bis auf 1,10449 US-Dollar an und wurde zur Schlussglocke an der Wall Street bei 1,1026 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1027 (Mittwoch: 1,0981) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9069 (0,9107) Euro. Am US-Rentenmarkt stiegen richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen um 15/32 Punkte auf 99 11/32 Punkte und rentierten mit 1,70 Prozent.An der New York Stock Exchange wechselten rund 952 Millionen Aktien den Besitzer. 2265 Werte legten zu, 784 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 1,7 Milliarden Aktien 1684 Titel im Plus, 1074 im Minus und 150 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen stiegen um 10/32 auf 90-08/32. Sie rentierten mit 1,7054 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 11/32 auf 98-09/32 und hatten eine Rendite von 2,5812 Prozent. Die als besonders sicher geltenden Anleihen waren vor allem gefragt, als sich der Ölpreis noch im Rückwärtsgang befand und Sorgen um die Konjunktur schürte.

  • rtr
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Börse New York - Industrie und Anstieg der Ölpreise stützen Wall Street

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%