Börse New York Konjunktur stimmt Wall-Street besorgt

Auch in New York setzt sich der Abwärtstrend des Vortages fort. Nach schwachen chinesischen Konjunkturdaten fürchten Börsianer, dass die Fed mit weiteren Hilfskürzungen die Erholung der Weltwirtschaft abwürgen könnte.
Update: 24.01.2014 - 17:27 Uhr Kommentieren
Broker am Big Apple: Wie schon in Europa scheuten Anleger das Risiko, Gewinnmitnahmen dominierten den Dow. Quelle: AFP

Broker am Big Apple: Wie schon in Europa scheuten Anleger das Risiko, Gewinnmitnahmen dominierten den Dow.

(Foto: AFP)

New YorkDie Furcht vor einem Abschwung der Weltwirtschaft hat die New Yorker Börsen auch zum Wochenausklang belastet. Zusätzlich drückte am Freitag die Spekulation darüber die Kurse, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche ihre milliardenschweren Konjunkturstützen weiter zurückfahren wird.

Für Verunsicherung sorgte zudem die Währungskrise in Argentinien. Überraschend starke Quartalszahlen von Schwergewichten wie Microsoft konnten die Stimmung der Anleger kaum aufhellen. Die führenden Indizes bauten ihre Verluste vom Vortag zu Handelsbeginn aus:

Nach schwachem Start lies der Dow-Jones-Index der Standardwerte weiter nach und fiel um 1,2 Prozent auf 16.010 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 1,4 Prozent auf 1803 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,6 Prozent auf 4148 Punkte.

Die Enttäuschung über Konjunkturdaten aus China und den USA vom Vortag hielt an. Vor diesem Hintergrund sorgten sich die Anleger, dass die US-Notenbank Fed mit einer weiteren Drosselung ihrer Geldflut am Mittwoch die Erholung der Wirtschaft abwürgen könnte.

„Wenn sich eine Abkehr der Fed von der Politik des billigen Geldes abzeichnet, kehren viele Anleger dem Aktienmarkt den Rücken und wechseln zum Anleihe-Markt und seinen garantierten Renditen“, sagte Ken Polcari vom Wertpapierhändler O'Neil Securities.

Zudem entpuppte sich Argentinien als ein neuer Risikofaktor, denn wegen der galoppierenden Inflation wechseln dort immer mehr Bürger ihr Geld in Dollar. Der Peso setzte seine Talfahrt fort, nachdem er am Donnerstag am Interbanken-Markt um 20 Prozent eingebrochen war und damit den größten Tagesverlust seit der argentinischen Finanzkrise von 2002 erlitten hatte. In seinem Sog gerieten auch Währungen anderer Schwellenländer wie der brasilianische Real unter Verkaufsdruck.

Wegen guter Bilanzzahlen konnte sich bei den Einzelwerten vor allem Microsoft gegen den Abwärtstrend stemmen. Dank einer starken Nachfrage nach Programmen für Geschäftskunden und der neuen Spielekonsole Xbox machte der Softwareriese überraschend gute Geschäfte im Weihnachtsquartal. Der Gewinn stieg um drei Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar und hievte die Aktie in der Spitze um 3,3 Prozent in die Höhe.

Die Party an der Börse wird weitergehen
Japan's Nikkei 225 Stock Average closed at a six-year high
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Hauptthema am Markt wird die Fed bleiben

„Kaum etwas dürfte so sehr über den weiteren Verlauf der Aktienmärkte entscheiden wie die zukünftige Politik der US-Notenbank,“ prognostiziert Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe für das Jahr 2014. Das größte Risiko für den Markt stelle ein rascher Ausstieg der Fed aus der ultraexpansiven Geldpolitik dar. Allerdings sei dieser nicht zu erwarten. Dafür sei das Wirtschaftswachstum noch zu schwach.

EZB Zinspause
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Im Zeichen der Politik

Ähnlich sieht dies auch Michael Winkler, Chief Investment Officer der St.Galler Kantonalbank: „Schon das Jahr 2013 hat gezeigt, wie leicht sich die Märkte beeinflussen lassen. Auch 2014 wird im Zeichen der Politik der Notenbanken stehen.“

The headquarters of Deutsche Bank are pictured in Frankfurt
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„Die Bäume wachsen, aber nicht in den Himmel“  

Nach Ansicht der Experten von Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. Vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, sagt Asoka Wöhrmann, Geschäftsführer der DeAWM Investment GmbH. Für 2014 rechnen die Analysten noch nicht mit einer restriktiven Geldpolitik der EZB, sondern eher mit einer „Konsolidierung der Bankenlandschaft, die in den USA nach mehr als 450 abgewickelten Finanzinstituten bereits als abgeschlossen gilt“.

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head of EMEA Equities: „2012 und 2013 standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber der Aktienmärkte werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

DAX auf neuem Rekordthoch
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Die Party am Aktienmarkt geht weiter – aber nüchtern

„Steigende Kapitalmarktzinsen und mehr Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Notenbank dürften für höhere Volatilität und niedrigere Kursgewinne an den Aktienmärkten sorgen“, schreibt Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe in seinem Kapitalmarktausblick. Insgesamt werde es weiter bergauf gehen, allerdings nicht im zweistelligen Bereich. Angesichts der Rekorde, die Dax und Co. verzeichnet haben, sei nur noch wenig Luft nach oben.

Made in Germany Schriftzug
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Deutschland bleibt Top-Pick in Europa

Wirtschaftlich wird Deutschland in Europa weiter den Ton angeben, prognostiziert Christian von Engelbrechten, Fondsmanager des Fidelity Germany Fund. Insgesamt seien deutsche Unternehmen bei Investoren beliebt, weshalb die Kurse weiter steigen dürften. Hauptgrund für die Hausse sei das neue Vertrauen der Anleger in den Aktienmarkt. Allerdings genüge es nicht, einfach alle deutschen Werte zu kaufen. Anleger sollten genau auf die Fundamentaldaten achten, um die besten deutschen Aktien zu finden.

Deutsche Boerse
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Fundamentaldaten werden wichtiger

Auch Matt Siddle, Fondsmanager des Fidelity European Growth Fund, geht in seinem Ausblick für 2014 davon aus, dass Anleger verstärkt auf Fundamentaldaten schauen werden. „Im kommenden Jahr dürften vor allem unternehmensspezifische und nicht so sehr makroökonomische Faktoren den Ton angeben.“

Lange haben Anleger nur auf die Notenbanken geschaut. Doch die Geldflut der Zentralbanken gehört mittlerweile zur Normalität.

MDax knackt 14.000er-Marke
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Dax wird den MDax schlagen

Für den MDax sieht das Bankhaus Lampe 2014 keine Wachstumschancen mehr. Der Mittelwerte-Index habe sein Pulver bereits 2013 verschossen und werde deshalb 2014 wohl ein Minus aufweisen. Für den Dax sehen die Experten dagegen ein Jahresendziel von 9.650 Punkten.

Für Procter & Gamble ging es um 3,3 Prozent nach oben. Zwar musste der weltgrößte Konsumgüterkonzern im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Hersteller von Pampers-Windeln und Wella-Haarpflege hielt aber an seiner Umsatz- und Gewinn-Prognose fest.

Ein überraschender Gewinnrückgang schickt dagegen die Titel von Xerox in den Keller - sie brachen um rund zwei Prozent ein.

  • rtr
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