Börse New York Konjunkturängste und Öl drücken Wall Street ins Minus

An der Wall Street blieb die Stimmung nach dem China-Schock gedrückt. Für Unruhe unter den Anlegern sorgte auch der fallende Ölpreis. Wegen eines Zeitungsberichts aus Japan gerieten vor allem Apple-Aktien unter Druck.
Update: 06.01.2016 - 23:00 Uhr
Weltweit stehen die Börsen zu Jahresbeginn unter Druck. Quelle: Reuters
US-Börsenhändler in New York.

Weltweit stehen die Börsen zu Jahresbeginn unter Druck.

(Foto: Reuters)

New YorkSorgen um die chinesische Wirtschaft und ein weiterer Rückgang der Öl-Preise haben die US-Börsen am Mittwoch deutlich ins Minus gedrückt. Zudem sorgte Nordkoreas angebliche Zündung einer Wasserstoffbombe für Unruhe.

Auch die während des Handels veröffentlichten Protokolle der US-Notenbank zur jüngsten Zinssitzung gaben den Anlegern keinen Grund zur Freude: Einige Fed-Mitglieder zeigten sich darin besorgt, dass die Inflation auf einem niedrigen Niveau verharren könnte.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.906 Punkten fast 1,5 Prozent im Minus. Der breiter gefasste S&P-500 tendierte mit 1990 Zählern 1,3 Prozent tiefer. Die Technologiebörse Nasdaq gab knapp 1,1 Prozent auf 4835 Stellen nach. Der Dax verlor 0,9 Prozent auf 10.214 Punkte.

Bereits am Montag hatten Stimmungsdaten aus Chinas Industrie enttäuscht und die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Zur Wochenmitte sorgten Daten aus der Dienstleistungsbranche für weitere Ernüchterung. Die chinesischen Wachstumsaussichten hätten sich „eindeutig eingetrübt“, kommentierte Hao Zhou, Analyst bei der Commerzbank. Zur Überraschung vieler Anleger ließ Chinas Notenbank eine deutliche Abwertung der Landeswährung Yuan zu.

Bei den Einzelwerten standen besonders Technologiewerte im Fokus. Apple -Titel schlossen fast zwei Prozent im Minus, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, die Produktion des iPhones werde gedrosselt. Zwischenzeitlich fiel der Kurs der Kalifornier zum ersten Mal seit August unter 100 Dollar, um dann bei 100,70 Dollar zu schließen.

Die Aktien amerikanischer Ölkonzerne litten unter dem deutlichen Preisrückgang für den wichtigen Rohstoff. Der Preis der Öl-Sorte Brent fiel zeitweilig auf den niedrigsten Stand seit 2004. Auch die vergangene Woche überraschend gesunkenen US-Rohölreserven konnten die Ölpreise nicht stützen. Die Chevron-Titel waren mit einem Kursverlust von 3,95 Prozent Schlusslicht im Dow Jones, während sich ExxonMobil mit minus 0,83 Prozent klar besser hielten. Außerhalb des Leitindex büßten ConocoPhillips 4,32 Prozent ein.

Für die Papiere von Halliburton ging es um 2,85 Prozent bergab. Der Öldienstleister ließ laut der Nachrichtenagentur Bloomberg eine Frist bei der europäischen Kartellbehörde wegen der Übernahme des auch in Europa tätigen Rivalen Baker Hughes verstreichen. Dessen Aktien verbilligten sich um 4,94 Prozent.

Das wurde 2015 aus 100.000 Euro
Platz 25: Ukrainische Aktien
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Der Konflikt mit den pro-russischen Separatisten im Osten des Landes, aber auch Misswirtschaft hat die Ukraine an den Rand des Staatsbankrotts getrieben. Der Internationale Währungsfonds hält Kiew mit Hilfskrediten über Wasser und fordert im Gegenzug Wirtschafts- und Sozialreformen. Der Leitindex PFTS verlor 2015 mehr als 35 Prozent, gleichzeitig brach die ukrainische Währung Hrywnja ein. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in die Aktien des Leitindex investierte, hat jetzt nur noch 44.950 Euro - also mehr als die Hälfte seines Geldes verloren, so viel wie mit keiner anderen Anlage.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 24: Brasilianische Aktien
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Das südamerikanische Land durchlebt eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Die Inflation ist bereits zweistellig und Volkswirte fürchten, dass Brasiliens Wirtschaft bis 2017 um acht Prozent schrumpfen wird. Die Politik ist durch einen Korruptionsskandal gelähmt. Das belastete auch die Börse deutlich. Der Index Ibovespa verlor zwölf Prozent. Da gleichzeitig der Real gegenüber dem Dollar und dem Euro einbrach, vergrößert sich der Verlust für Euro-Anleger: Von 100.000 Euro bleiben nur 66.200 Euro übrig.

Stand: 29.12.2015, Schlusstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 23: Brentöl
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Der Verfall der Ölpreise – bedingt durch die Wachstumssorgen in den Schwellenländern und die unverändert hohen Fördermengen der Opec – hielt das ganze Jahr an. Kurz vor Weihnachten fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar auf das Elf-Jahrestief von 35,98 Dollar und ist seither nur leicht gestiegen. In Dollar gerechnet liegt der Jahresverlust bei gut 35 Prozent, in Euro sind es 28,16 Prozent. Das heißt: Aus 100.000 Euro wurden 71.850 Euro.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 22: Aktien Griechenland
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Anders als für die nur noch wenigen Besitzer griechischer Anleihen war für die Besitzer griechischer Aktien ein schlechtes Jahr: Fünf Wochen lang war im Sommer die griechische Börse wegen des drohenden Ausscheidens Griechenlands aus dem Euro-Raum geschlossen. Als die Börsen im August wieder öffneten, ging es weiter bergab: Der Leitindex ASE brach in diesem Jahr um 25,37 Prozent ein – von 100.000 Euro blieben Anlegern nur 74.630 Euro übrig.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 21: Magere Schweine
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Nicht nur Öl, Industrierohstoffe und Metalle sind 2015 unter die Räder gekommen, sondern auch die Preise für landwirtschaftliche Produkte. Dazu gehören auch an der Chicago Mercantile Exchange gehandelte Terminkontrakte auf Nutztiere: Der Preis für magere Schweine zum Beispiel fiel hier um 27 Prozent. In Euro gerechnet liegt der Verlust bei 19,34 Prozent. Somit bleiben von 100.000 investierten Euro noch 80.660 Euro übrig.

Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Platz 20: Kaffee
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Auf dem Preis für die schwarzen Bohnen lastet unter anderem der heftige Verlust des brasilianischen Real zum Dollar, da Brasilien das mit Abstand wichtigste Kaffee produzierende und exportierende Land ist. Gleichzeitig sind die Ernteaussichten gut, das erwartete hohe Angebot drückt zusätzlich auf den Preis. In Euro gerechnet fiel der Terminkontrakt für am Chicago Board of Trade gehandelten Kaffee um 19,28 Prozent. Das entspricht bei einer Anlage von 100.000 Euro einem Verlust von 19.280 Euro.

Stand: 29.12.2015, Schlusstand. Quelle: Bloomberg, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 19: US-Junk-Bonds der Energiebranche
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Der Verfall der Öl- und Gaspreise ließ die Ausfälle bei amerikanischen Energieunternehmen mit schwacher Bonität nach oben schnellen. Die Folge: Die Kurse der Junk-Bonds (Schrottanleihen) dieser Unternehmen fielen rasant. In Dollar gerechnet ist ein Verlust von 23,9 Prozent aufgelaufen, in Euro sind es mehr als 15 Prozent. Aus 100.000 Euro sind so bei dieser Anlage nur noch 84.440 Euro geworden.

Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.

Kräftig nach oben ging es dagegen für die Papiere von Netflix. Der Online-Videodienst kündigte an, nun in fast allen Ländern der Erde Filme und Serien anzubieten. Netflix-Titel schlossen 9,3 Prozent höher.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,05 Milliarden Aktien den Besitzer. 779 Werte legten zu, 2314 gaben nach und 115 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,15 Milliarden Aktien 812 im Plus, 2019 im Minus und 143 unverändert.

Bei den US-Staatsanleihen stand das Fed-Protokoll im Fokus. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 20/32 auf 100-20/32. Sie rentierten mit 2,18 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 1-12/32 auf 101-5/32 und hatten eine Rendite von 2,94 Prozent.

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