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Börse New York Konjunkturdaten und Ölkonzerne belasten Wall Street

Ein sehr schwaches Wirtschaftswachstum enttäuscht die Börsianer. Doch die Kurse fallen nur gering. Es ist nicht viel los – und der ein oder andere Händler wäre wohl lieber im Urlaub oder zumindest schon im Wochenende.
Update: 30.07.2016 - 01:04 Uhr
Die Börse legt eine Atempause ein. Quelle: Reuters
Angestrengte Gesichter in New York

Die Börse legt eine Atempause ein.

(Foto: Reuters)

Revidierte Wachstumszahlen und enttäuschende Bilanzen von Ölkonzernen haben den US-Anlegern zum Wochenschluss die Stimmung verdorben. Die US-Wirtschaft wuchs von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet nur um 1,2 Prozent und damit weniger stark als gedacht. Außerdem trübte sich die Kauflaune der Verbraucher ein. Für Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank, ist eine weitere Zinserhöhung der Notenbank Fed in diesem Jahr damit vom Tisch. „Es gibt nichts am Markt, was einen begeistern könnte“, sagte Phil Davis, Chef von PSW Investments.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab am Freitag in New York um 0,1 Prozent auf 18.432 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 gewann dagegen 0,2 Prozent auf 2174 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 5162 Punkte.

Schnäppchen, die lieber nicht ins Depot wandern sollten

HDAX ® PERFORMANCE-INDEX

WKN
ISIN
DE0008469016
Börse
Xetra

-20,96 -0,29%
Chart von HDAX ® PERFORMANCE-INDEX
Kurs-Buchwert-Verhältnis – ein Indikator für Börsen-Schnäppchen?
1 von 21

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) ist eine Kennzahl, die bei modernen Investoren als etwas angestaubt gilt. Dennoch kann sie Anlegern dabei helfen, unterbewertete Börsenunternehmen ausfindig zu machen. Dabei wird der Börsenkurs der Aktie durch den Buchwert der Aktie dividiert. Einfach gesagt ist der Buchwert das, was bei einer Liquidation einer Gesellschaft an Wert übrig bleibt (gesamtes Gesellschaftsvermögen - Verbindlichkeiten). Ist das Verhältnis kleiner als eins, gilt das Unternehmen als günstig. Allerdings ist Vorsicht geboten. Schließlich kann ein kleines KBV auch darauf hindeuten, dass Anleger einem Unternehmen nicht besonders viel zutrauen oder sogar mit seinem baldigen Niedergang rechnen. Ob es sich also tatsächlich um „Schnäppchen” handelt, hängt vom Einzelfall ab. Auch in den Dax-Indizes gibt es jede Menge Firmen, deren Buchwert um einiges größer ist als ihr Börsenwert. Ein Überblick.

Quelle: Bloomberg, KBV zum 26. Juli 2016

DRAEGERWERK AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKT.O.ST.O.N.

WKN
ISIN
DE0005550636
Börse
L&S

+1,70 +3,17%
+55,05€
Chart von DRAEGERWERK AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKT.O.ST.O.N.
Drägerwerk
2 von 21

Ginge es nur nach dem KBV, so würde der Anbieter von Medizin- und Sicherheitstechnik als fair bewertet. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt bei Drägerwerk genau eins. Doch die Investoren sind skeptisch, wenn auch geduldig. Zuletzt vermeldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang, vor allem wegen schwacher Nachfrage in Südamerika und im Mittleren Osten. Der Umsatz sank um 6,3 Prozent auf 579 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 21,2 Millionen Euro aber in etwa auf Niveau des Vorjahres.

KBV: 1,00

VTG AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000VTG9999
Börse
HAM

-1,00 -1,89%
0,00€
Chart von VTG AG INHABER-AKTIEN O.N.
VTG
3 von 21

Auch der Hamburger Schienenlogistik-Konzern VTG ist vergleichsweise günstig bewertet. Zuletzt machte eine Auftragsdelle dem Konzern zu schaffen. „Uns hat im ersten Quartal eine Reihe von Sondereffekten, etwa durch Produktionsunterbrechungen bei unseren Kunden, im Logistikbereich getroffen”, räumte Finanzchef Kai Kleeberg im Gespräch mit der „Börsen-Zeitung” Ende Mai ein. Man hoffe aber, im zweiten Quartal wieder auf Kurs zu kommen.

KBV: 0,98

HEIDELBERGCEMENT AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006047004
Börse
L&S

+0,54 +0,83%
+65,22€
Chart von HEIDELBERGCEMENT AG INHABER-AKTIEN O.N.
Heidelberg Cement
4 von 21

Der Kurs des Zementherstellers hat sich zuletzt etwas erholt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Heidelberger Konzern bei der Übernahme des italienischen Konkurrenten Italcementi vorangekommen ist und die dafür nötigen EU-Auflagen erfüllt hat. Heidelberg Cement will die rund 3,7 Milliarden Euro teure Übernahme von Italiens Branchenführer im zweiten Halbjahr abschließen. Den Buchwert des Unternehmens dürfte das weiter vorantreiben. Momentan kommen bei Heidelberg Cement auf jeden Euro Börsenwert rund 62 Euro an materiellen Vermögenswerten in der Bilanz.

KBV: 0,95

DEUTZ AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006305006
Börse
L&S

-0,17 -3,01%
+5,62€
Chart von DEUTZ AG INHABER-AKTIEN O.N.
Deutz
5 von 21

Der Kölner Motorbauer Deutz hat zuletzt viel Analystenlob bekommen. Am 4. Mai hatte die Credit Suisse das Kursziel auf 4,20 Euro von 3,80 Euro angehoben. Das Umfeld für den Motorenbauer
stabilisiere sich, begründeten die Experten ihre höheren Schätzungen. Der Kurs der Aktie ist dennoch nur moderat gestiegen.

KBV: 0,91

BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005909006
Börse
L&S

+1,94 +6,66%
+30,74€
Chart von BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.
Bilfinger
6 von 21

Eine Gewinnwarnung nach der nächsten hatte der Baustoffkonzern aus Rheinland-Pfalz seinen Anlegern in den vergangenen Monaten zugemutet. Auch der Verkauf der Bau- und Immobiliensparte des Konzerns für 1,2 Milliarden Euro im Juni hat dem Kurs nur wenig genützt. Investoren beklagen die fehlende Strategie für die übrig gebliebene Konzernsparte, die zudem unter niedrigem Ölpreis und Investitionszurückhaltung leidet.

KBV: 0,90

SILTRONIC AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000WAF3001
Börse
L&S

-2,28 -2,84%
+77,72€
Chart von SILTRONIC AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siltronic
7 von 21

Angesichts trüber Geschäftsaussichten haben viele Anleger beim Siliziumscheiben-Hersteller Siltronic die Reißleine gezogen. Die Preise für hauchdünne Silizium-Scheiben, die Siltronic produziert, sind in diesem Jahr gesunken. Die Wacker-Tochter, die erst Mitte vergangenen Jahres an die Börse gegangen ist, hat seit dem 1. Januar mehr als 34 Prozent an Wert verloren. Da ist ein KBV von unter eins wenig verwunderlich.

KBV: 0,89

Für Enttäuschung sorgten auch die Zwischenberichte der Energiekonzerne Exxon Mobil und Chevron. Der Preisverfall bei Öl setzte den beiden Unternehmen zu weshalb Anleger die Papiere aus ihren Depots warfen. Exxon-Aktien fielen zwei Prozent und Chevron-Papiere 0,3 Prozent.

Technologiegrößen dämmten den Abwärtstrend am Markt allerdings etwas ein. Amazon -Anteilsscheine gewannen 1,2 Prozent an Wert, die von Google 4,3 Prozent. Amazon verzehnfachte seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal, Googles Mutterkonzern Alphabet steigerte den Überschuss um rund ein Viertel. Damit untermauerten sie ihre Vormachtstellung im Internetgeschäft, das sie zusammen mit Facebook immer mehr dominieren.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Anteilsscheine von Qiagen. Das Biotech-Unternehmen steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal. Die Qiagen-Aktie sprang mehr als 15 Prozent in die Höhe.

Der größte chinesische Internetsuchmaschinen-Betreiber Baidu enttäuschte die Investoren mit seinen Quartalszahlen. Die Aktie büßte 3,4 Prozent ein.

In Europa gaben Kursgewinne der Finanzwerte den Börsen zum Wochenschluss Auftrieb. Der Dax schloss 0,6 Prozent höher bei 10.337,50 Punkten. Der EuroStoxx50 rückte um 0,8 Prozent auf 2990,76 Punkte vor.

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