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Börse New York Krim-Krise überschattet positive US-Konjunkturdaten

Der US-Arbeitsmarkt hat der Kältewelle in den Staaten getrotzt und im Februar unerwartet viele Stellen geschaffen. Dies sorgte zunächst für freundlichen Handel an der Wall Street. Doch die Krim-Krise belastet.
Update: 07.03.2014 - 23:44 Uhr Kommentieren
Breites Grinsen in New York: Die Zahl neu geschaffener Jobs überraschte die Broker am Freitag. Quelle: Reuters

Breites Grinsen in New York: Die Zahl neu geschaffener Jobs überraschte die Broker am Freitag.

(Foto: Reuters)

New York Die Sorge vor einer Eskalation der Krise auf der Krim hat am Freitag an der Wall Street die positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt überlagert. Laut US-Wirtschaftsministerium entstanden im Februar 175.000 Jobs, während Volkswirte lediglich mit 149.000 neuen Stellen gerechnet hatten. "Die Zahlen überzeugen insbesondere vor dem Hintergrund des oft zitierten strengen Winterwetters", sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf.

Die Beschäftigungsentwicklung in den USA überraschte im Februar nach zwei eher schwächeren Monaten in Folge erstmals wieder positiv. Außerhalb der Landwirtschaft wurden mehr neue Stellen geschaffen als von Experten erwartet. „Das sind offenkundig sehr positive Nachrichten und sie deuten an, dass die Wirtschaft sich weiter auf dem aufsteigenden Ast befindet“, sagte ein Marktstratege aus Richmond im US-Bundesstaat Virginia.

Ihre anfänglichen deutlicheren Kursgewinne konnten die Börsen dann jedoch nicht halten. Ein deutlicherer Auftrieb für die Märkte wurde durch erneut aufkeimende Unsicherheit in der Ukraine verhindert. „Es gibt definitiv die Sorge, dass sich das sprichwörtliche Gewitter der russisch-ukrainischen Krise wieder über den Märkten entlädt“, sagte ein Fondsmanager aus dem US-Bundesstaat New Jersey. Vor dem Wochenende wolle angesichts einer möglichen Eskalation daher niemand am Markt größere Risiken eingehen, sagten Börsianer.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,19 Prozent im Plus bei 16.452 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,05 Prozent auf 1878 Zähler, einem neuen Schlussrekord. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,37 Prozent auf 4336 Punkte. Auf Wochensicht legte der Dow 0,8 Prozent, der S&P ein Prozent und die Nasdaq 0,7 Prozent zu. Der Ukraine-Konflikt hatte zuvor die europäischen Aktienmärkte zum Wochenschluss in den Keller gedrückt: Der Dax schloss zwei Prozent tiefer bei 9351 Punkten.

Die Anteilsscheine der Internet-Sicherheitsfirma FireEye stürzten um fast zehn Prozent ab, weil der Konzern bei einer Kapitalerhöhung seine Aktien mit einem unerwartet hohen Preisnachlass verkaufen musste.

Einer der größten Gewinner im S&P 500 waren zunächst die Aktien der Sportschuhkette Foot Locker, die nach einer unerwartet starken Bilanz fast neun Prozent zulegten. Der Modehändler Gap wartete mit einem Plus von 0,21 Prozent auf. Der größte Händler seiner Art in den USA hatte in seinen seit mindestens einem Jahr bestehenden Läden im Februar zwar rund 7 Prozent weniger umgesetzt als vor einem Jahr. Schuld sei aber das schlechte Wetter im Nordosten und im mittleren Westen der USA gewesen. Mehr als 450 Läden mussten für mindestens einen Tag geschlossen bleiben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 1247 Werte legten zu, 1751 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,17 Milliarden Aktien 1264 im Plus, 1320 im Minus und 124 unverändert.

Für viel Aufsehen sorgte in New York eine milliardenschwere Fusion im US-Einzelhandel. Durch den Zusammenschluss der zweitgrößten Supermarktkette Safeway mit dem Konkurrent Albertsons entsteht vor allem an der Westküste ein dominanter Lebensmittel-Anbieter mit 2400 Geschäften und 250.000 Mitarbeitern. Dazu übernimmt der Finanzinvestor Cerberus für 9,4 Milliarden Dollar Safeway, dessen Aktien jedoch an der Börse um drei Prozent nachgaben.

Diese Aktien leiden unter der Krim-Krise

TAG IMMOBILIEN AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008303504
Börse
L&S

0,00 0,00%
+21,86€
Chart von TAG IMMOBILIEN AG INHABER-AKTIEN O.N.
TAG Immobilien: Anleger enttäuscht über Zahlen
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TAG Immobilien: Anleger enttäuscht über Zahlen

Wie die Börsenwoche in Deutschland verlief, zeigt ein Blick in die Liste der Tops und Flops im HDax. Der Index umfasst 110 Werte aus Dax, M- und TecDax und gibt somit einen guten Marktüberblick. Ganz hinten findet sich diese Woche der Immobilienkonzern TAG Immobilien. Seine vorläufigen Zahlen haben Anleger und auch einige Analysten nicht überzeugt. Die Eckdaten für das Schlussquartal seien gemischt ausgefallen, meint zum Beispiel Torsten Klingner vom Analysehaus Warburg Research. Thomas Neuhold vom Analysehaus Kepler Cheuvreux hält hingegen den Ausblick für das operative Ergebnis 2014 für konservativ. Seine Schätzung von 96 Millionen Euro könne selbst übertroffen werden, wenn sich am Immobilienportfolio nichts mehr ändere. Die Personalveränderungen im Aufsichtsrat sieht er positiv.
Kursentwicklung 1 Woche: − 6,7 Prozent

CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007257503
Börse
L&S

-0,04 -0,87%
+4,56€
Chart von CECONOMY AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Metro: Ukraine-Krise wirft Schatten
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Metro: Ukraine-Krise wirft Schatten

Auf den letzten Plätzen des HDax findet sich auch der Handelskonzern Metro. Er gehört zu den Unternehmen, die unter der Krise in der Ukraine leiden. Der geplante Börsengang der russischen Großmärkte noch vor Ostern sei wegen der Krise unwahrscheinlich, fürchtet Analyst Jürgen Elfers von der Commerzbank. Kollege Bruno Monteyne vom US-Analysehaus Bernstein Research sieht aber auch weitere Belastungsfaktoren: schwächelnde Währungen auch in anderen Schwellenländern, sinkende Gewinne im Immobiliengeschäft, eine im ersten Geschäftsquartal schwächer als erwartet ausgefallene Margensteigerung.
Kursentwicklung 1 Woche: − 6,4 Prozent

LPKF LASER & ELECTRONICS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006450000
Börse
L&S

-0,05 -0,31%
+16,20€
Chart von LPKF LASER & ELECTRONICS AG INHABER-AKTIEN O.N.
LPKF Laser & Electronics: Beobachter hielten Aktie für hoch bewertet
3 von 20

LPKF Laser & Electronics: Beobachter hielten Aktie für hoch bewertet

Die Krise in Osteuropa reißt auch andere Werte nach unten, zum Beispiel die Titel des Anlagenbauers LPKF Laser. Sie galten zuletzt bei manchen Analysten ohnehin als sehr hoch bewertet. Die Bewertung der Aktien spiegele bereits eine Erhöhung der Unternehmensprognosen wider, meinte kürzlich Analyst Karsten Iltgen vom Düsseldorfer Bankhaus Lampe. Dazu dürfte es aber erst im zweiten Halbjahr kommen. Angesichts der Wiederbelebung des Solargeschäfts des Anlagenbauers hatte er die mittelfristigen Umsatzerwartungen angehoben.
Kursentwicklung 1 Woche: − 6,2 Prozent

AURUBIS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006766504
Börse
L&S

+0,10 +0,23%
+44,06€
Chart von AURUBIS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Aurubis: Künftige Gewinne bereits eingepreist
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Aurubis: Künftige Gewinne bereits eingepreist

Auch aus den Papieren des Hamburger Kupferkonzerns Aurubis haben sich die Investoren diese Woche zurückgezogen. Neben der Krise schien die Vermutung einer hohen Bewertung Anlass zu Verkäufen gegeben zu haben. Andere Beobachter, die die Aktie fair bewertet sehen, glaubten aber nicht mehr an weiteres Kurspotenzial. Die Gewinnerholung sowie die höheren Schmelz- und Raffinerielöhne seien inzwischen eingepreist, meinte kürzlich Analyst Fawzi Hanano von der US-Investmentbank Goldman Sachs.
Kursentwicklung 1 Woche: − 5,8 Prozent

SGL CARBON SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007235301
Börse
L&S

+0,02 +0,34%
+4,68€
Chart von SGL CARBON SE INHABER-AKTIEN O.N.
SGL Carbon: Schlechte Zahlen enttäuschen Börsianer
5 von 20

SGL Carbon: Schlechte Zahlen enttäuschen Börsianer

Ebenfalls auf den hinteren Plätzen des HDax findet sich diese Woche der Kohlenstoffspezialist SGL Carbon. Die Jahresergebnisse seien deutlich schlechter ausgefallen als von ihr und dem Markt vorhergesagt, meinte Analystin Yasmin Moschitz von der Commerzbank am Dienstag. Dies habe sicher auch mit einer Bereinigung der Bücher im Zuge des Wechsels an der Vorstandsspitze zu tun. Aber auch die Geschäfte selbst liefen weiter schwierig. Analyst Glen Liddy von der US-Bank JPMorgan geht davon aus, dass SGL wegen des Preis- und Absatzdrucks von 2013 bis 2015 beim Aktienergebnis einen Verlust ausweisen dürfte.
Kursentwicklung 1 Woche: − 5,8 Prozent

Kontron: Berg- und Talfahrt irritiert Börsianer

WKN
ISIN
Börse

Chart von Kontron: Berg- und Talfahrt irritiert Börsianer
Kontron: Berg- und Talfahrt irritiert Börsianer
6 von 20

Kontron: Berg- und Talfahrt irritiert Börsianer

Im TecDax schossen am Mittwoch die Aktien des Kleincomputerbauers Kontron zeitweise um mehr als acht Prozent nach oben und machten damit ihren Kursverlust der vergangenen Tage wett. Die Titel hatten zu Wochenbeginn stärker verloren als alle anderen Werte im TecDax. Donnerstag ging es wiederum um fast vier Prozent bergab. Der Konzern befindet sich in einer Restrukturierungsphase, was Investoren ja häufig verunsichert. Der Fokus richte sich auf die Neubesetzung des Finanzvorstandspostens, schrieb Analystin Yasmin Moschitz von der Commerzbank in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Eine erfolgreiche Restrukturierung des Minicomputer-Herstellers sei längst keine Selbstverständlichkeit. Moschitz rechnet aber mit schrittweisen Verbesserungen.
Kursentwicklung 1 Woche: + 3,5 Prozent

GAZPROM PJSC NAM.AKT.(SP.ADRS)/2 RL 5

WKN
ISIN
US3682872078
Börse
L&S

+0,01 +0,17%
+6,99€
Chart von GAZPROM PJSC NAM.AKT.(SP.ADRS)/2 RL 5
Gazprom: Krim-Krise reißt Aktie nach unten
7 von 20

Gazprom: Krim-Krise reißt Aktie nach unten

Auf den ausländischen Aktienmärkten machten ebenfalls einige Papiere durch größere Kursausschläge von sich reden, insbesondere im Zusammenhang mit der Krim-Krise. So sackten am Montag an der russischen Börse Gazprom-Aktien um mehr als zwölf Prozent ab. Erst jüngst wurde bekannt, dass der russische Staatskonzern seinen Anteil am europäischen Gasmarkt mittlerweile auf einen Rekordwert von mehr als 30 Prozent gesteigert hatte. Die aktuelle Krise untermauere die Einschätzung, dass sich Europa in der Energieversorgung um andere Quellen bemühen müsse, sagte ein Händler.
Kursentwicklung 1 Woche: − 12,4 Prozent

Das China-Geschäft der US-Wirtschaft ist zum Jahresstart allerdings eingebrochen. Die Firmen exportierten im Januar knapp 21 Prozent weniger ins Reich der Mitte als im Dezember, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Da die Einfuhren aus China um 1,7 Prozent zulegten, kletterte das Handelsdefizit der USA mit dem bevölkerungsreichsten Land der Erde deutlich auf fast 28 Milliarden Dollar.

Dies ist der Löwenanteil des gesamten Defizits, das im Januar weitgehend stabil blieb und nur minimal auf 39 Milliarden Dollar kletterte. Die gesamten Exporte und Importe stiegen im Gleichschritt um 0,6 Prozent zum Vormonat. Die US-Exporte waren im vierten Quartal 2013 so stark gewachsen wie seit drei Jahren nicht mehr und hatten das Wachstum der gesamten Wirtschaft von 0,6 Prozent zum Vorquartal kräftig angekurbelt. 

Der Euro gab nach den US-Arbeitsmarktdaten wieder etwas nach und notierte zuletzt bei 1,3872 Dollar. Zuvor hatte er bei 1,3915 Dollar den höchsten Stand seit Oktober 2011 markiert. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen verloren 15/32 Punkte auf 99 20/32 Punkte, ihre Rendite zog auf 2,79 Prozent an.

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