Börse New York Pharma-Aktien unter Druck

Die Pharma-Aktien mussten an den US-Börsen Verluste in Kauf nehmen. Bei den Einzelwerten rückte Allergan durch seine gesenkte Umsatzprognose in den Fokus. Auch die Panne der US-Fluglinie Delta hatte Folgen.
Update: 08.08.2016 - 23:21 Uhr
Händler in New York warten auf neue Impulse. Quelle: AFP
Handelsraum in New York

Händler in New York warten auf neue Impulse.

(Foto: AFP)

New YorkDie US-Börsen sind am Montag kaum von der Stelle gekommen. Nach einem anfänglichen Rekord drehte der S&P-500-Index leicht ins Minus. Vor allem Pharma-Aktien kamen unter die Räder. Marktteilnehmer sagten jedoch, der überraschend gute Arbeitsmarktbericht vom Freitag wirke noch nach und trage zu einem optimistischeren Konjunkturbild bei. Auch der steigende Ölpreis stützte die Kurse.

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,1 Prozent auf 18.529 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab um 0,1 Prozent auf 2181 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,15 Prozent auf 5213 Punkte.

In Europa hatte zuvor mehr Optimismus geherrscht. Eine Erholung der Finanzwerte schob in Frankfurt etwa den Dax an. Dieser kletterte um 0,63 Prozent auf 10.432 Punkte und schloss damit so hoch wie seit April nicht mehr.

Trumps Wirtschaftspläne lassen Wall Street kalt

Bei Einzelwerten sorgten am Montag vor allem Übernahmen für Kursausschläge. Die Aktien des Bettenverkäufers Mattress Firm Holding schossen nach einer Kaufofferte des Möbel- und Handelskonzerns Steinhoff um rund 114 Prozent auf 63,75 US-Dollar hoch.

Die gebotenen 3,8 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden beinhalten einen Preis von 64 Dollar in bar je Mattress-Aktie - das ist mehr als das Doppelte des Schlusskurses vom vergangenen Freitag. Die Steinhoff-Papiere legten im MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen um anderthalb Prozent zu.

Bei Everbank konnten sich die Anteilseigner über ein Kursplus von 3,00 Prozent auf 19,20 Dollar freuen. Der Finanzdienstleister TIAA will seinen Konkurrenten für 2,5 Milliarden Dollar schlucken. Die Everbank-Aktionäre sollen 19,50 Dollar je Aktie erhalten.

Im Dow Jones gehörten die Papiere von Wal-Mart mit minus 0,57 Prozent zu den schwächsten Werten. Der Einzelhandelskonzern will für 3,3 Milliarden Dollar inklusive Schulden den Onlinehändler Jet.com übernehmen. Mit dem Zukauf bringt sich der im Internet-Geschäft ins Hintertreffen geratene Handelsgigant in Stellung, um Boden gegenüber Konkurrenten wie Amazon gut zu machen. Dessen Titel gewannen 0,08 Prozent.

Die Aktien von Berkshire Hathaway gaben um marktkonforme 0,06 Prozent nach. Die Investmentgesellschaft von Staranleger Warren Buffett hatte zwar im zweiten Quartal einen weiteren kräftigen Gewinnanstieg geschafft, blieb aber etwas hinter den Analystenerwartungen zurück.

Für die Papiere von Allergan ging es um 2,18 Prozent bergab, nachdem der Arzneimittelhersteller das Scheitern einer klinischen Studie mitgeteilt hatte. Das getestete Präparat, welches als Begleittherapie zur Depressionsbehandlung wirken sollte, hatte demnach keine spürbare Wirkung gezeigt. Am Dow-Ende büßten die Aktien der Pharmakonzerne Merck & Co. und Pfizer 1,57 beziehungsweise 1,44 Prozent ein.

Tesla -Papiere gaben 1,7 Prozent nach. Der Elektroauto-Hersteller hatte am Wochenende erneut vor möglicherweise steigenden Kosten gewarnt.

Papiere von Delta verloren 0,6 Prozent an Wert. Wegen einer Computerpanne sind viele Passagiere der US-Fluglinie auf Flughäfen rund um den Globus gestrandet.

Für Unterstützung in New York sorgten die anziehenden Ölpreise. Medienberichte über eine mögliche Förderkürzung gaben den Preisen etwas Schub: Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um zwei Prozent auf 45,18 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete mit 42,88 Dollar 2,6 Prozent mehr.

Öl steigt weiter, Erdgas schmiert ab
Platz 18: Lebendrind
1 von 18

So neugierig das Rind auch schaut, sein Wert an der Börse sinkt: Um 15,37 Prozent fielen die Erträge für Lebendrind seit Beginn des Jahres laut „Thomson Reuters/Jeffries CRB Index“ (RJ/CRB-Index). Der Index umfasst 19 verschiedene Futures, die an Warenterminbörsen gehandelt werden, und gilt als Indikator für die zukünftige Entwicklung der Inflation oder die Kostenentwicklung in der Industrie.

Platz 17: Orangensaft
2 von 18

Gut für Gesundheitsbewusste: Der Orangensaft entwickelt sich zum Preisschlager. Seit Jahresbeginn haben die Preise um 11,04 Prozent nachgegeben.

Platz 16: Erdgas
3 von 18

Der Verbraucher merkt es meist erst viel später – wenn überhaupt. Doch die Gaspreise sind seit Anfang des Jahres um 9,63 Prozent gesunken. Viele Experten rechnen jedoch mit einem langfristigen Anstieg des Preises, vor allem wegen schwindender Erdölreserven.

Platz 15: Kaffee
4 von 18

Vom Luxusprodukt zum Alltagsgut: Auch Kaffee wird immer günstiger. Seit Jahresbeginn sanken die Preise zwar weniger stark als bei Lebendrind und Orangensaft – aber immerhin noch um 4,1 Prozent.

Platz 14: Kakao
5 von 18

Nahezu preisgleich geblieben ist der Kakao – mit einem Rückgang von lediglich 0,12 Prozent seit Januar 2016.

Platz 13: Baumwolle
6 von 18

Nur leicht teurer wurde dagegen Baumwolle. Der Rohstoff, der vor allem im China, Indien, den USA und Pakistan angebaut wird, verteuerte sich seit Jahresbeginn um 0,76 Prozent.

Platz 12: Weizen
7 von 18

Er ist das am dritthäufigsten angebaute Getreide der Welt: der Weizen. In vielen Ländern wird er als Brotgetreide verwendet und gilt damit als Grundnahrungsmittel. Seit Januar hat sich der Rohstoff um 1,76 Prozent verteuert.

Der Euro kam auch im New Yorker Handel kaum vom Fleck und kostete zuletzt 1,1082 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1087 (Freitag: 1,1156) US-Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9020 (0,8964) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 794 Millionen Aktien den Besitzer. 1697 Werte legten zu, 1255 gaben nach und 144 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,61 Milliarden Aktien 1361 Werte im Plus, 1498 im Minus und 153 unverändert.

Die Renditen bei US-Staatsanleihen stiegen leicht an. Hintergrund sind offenbar Hoffnungen, dass die Notenbank Fed die Zinsen zumindest für kurzfristige Papiere bis Jahresende anheben könnte. An den Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Papiere um 1/32 auf 100-9/32. Sie rentierten mit 1,59 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 10/32 auf 104-6/32 und hatten eine Rendite von 2,3 Prozent.

  • rtr
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Börse New York - Pharma-Aktien unter Druck

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%