Börse New York Starkes US-Wachstum stützt Wall Street

Die US-Börsen setzen ihren Erholungskurs auch am Donnerstag fort. Ein unerwartet großes BIP-Plus nehmen die Börsianer positiv auf, denn diese rechnen wegen China immer noch mit niedrigen Leitzinsen in den Staaten.
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Die Erholung an den US-Börsen setzt sich fort. Quelle: AFP
New Yorker Börsentreiben

Die Erholung an den US-Börsen setzt sich fort.

(Foto: AFP)

New YorkDie Wall Street hat nach dem größten Tagesgewinn seit vier Jahren ihren Höhenflug am Donnerstag fortgesetzt. Börsianer verwiesen auf die sich erholenden Kurse in China, wo es zuletzt große Sorgen um eine Abkühlung der dortigen Wirtschaft und in der Folge einen wochenlangen Crash am Aktienmarkt gab.

Ölpreis geht auf Erholungskurs

Deswegen gehen viele Marktteilnehmer mittlerweile davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Wirtschaft noch länger mit billigem Geld versorgen wird. Eine Zinserhöhung im September ist für die meisten Experten mittlerweile vom Tisch. Die US-Notenbankerin Esther George riet zur Vorsicht. „Nach dem, was wir zuletzt gesehen haben, denke ich, dass wir schlichtweg abwarten und schauen müssen“, sagte die Präsidentin des Fed-Ablegers in Kansas City. George hatte sich zuletzt noch für eine rasche Zinswende ausgesprochen.

Weil die US-Wirtschaft aber brummt, dürfte es zum Jahresende so weit sein. Im zweiten Quartal kletterte das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet um 3,7 Prozent, stärker als von Ökonomen erwartet. Händler sprachen von einer guten Stimmung an den Börsen. „Schnäppchenjäger greifen beherzt zu“, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG Markets.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,3 Prozent höher auf 16.654 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 2,4 Prozent auf 1987 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,5 Prozent auf 4812 Punkte.

Im Mittelpunkt des Handels standen unter anderem die Aktien von St Jude Medical, die sich um über vier Prozent verteuerten. Laut „Financial Times“ steht ein 25 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot im Raum. Der Pharmakonzern Abbott dementierte aber, Interesse zu haben.

Währungen, die Anleger schockierten

CNY/EUR

WKN
ISIN
Börse
XRATE

-0,00 -0,01%
+0,12
Chart von CNY/EUR
Chinesischer Renminbi Yuan
1 von 8

Für den Yuan ging im August besonders kräftig abwärts: Die Senkung der Leitzinsen, die Abwertung durch die Notenbank und der Crash an der Börse ließen die chinesische Währung um 6,7 Prozent gegenüber dem Euro abwerten.

RUB/EUR

WKN
ISIN
Börse
XRATE

+0,00 +0,10%
+0,01
Chart von RUB/EUR
Russischer Rubel
2 von 8

Chinesischer Marktsturz hin oder her: Der Rubel ist ohnehin seit Monaten und sogar Jahren auf Talfahrt. Die Sanktionen und der niedrige Ölpreis machen der russischen Wirtschaft zu schaffen. Innerhalb eines Monats ging es um gut 16 Prozent gegenüber dem Euro abwärts. Innerhalb eines Jahres beläuft sich das Minus auf sogar 40 Prozent.

HKD/EUR

WKN
ISIN
Börse
XRATE

+0,00 +0,00%
+0,11
Chart von HKD/EUR
Hongkong Dollar
3 von 8

Unter die Räder ist auch der Hongkong Dollar gekommen, den die Abstürze an der chinesischen Börse nicht unberührt ließen. Gegenüber dem Euro hat er innerhalb eines Monats rund 3,6 Prozent verloren. Dafür hat der Hongkong Dollar innerhalb des vergangenen Jahres um fast 15 Prozent gegenüber dem Euro aufgewertet.

SWISS FRANC / EURO

WKN
ISIN
Börse
FX

+0,00 +0,32%
+0,89
Chart von SWISS FRANC / EURO
Schweizer Franken
4 von 8

Der Schweizer Franken hat gegenüber dem Euro seit Anfang August verloren. Seit Jahresbeginn steht allerdings ein dickes Plus unterm Strich: Der Schweizer Franken hat um 11,3 Prozent zugelegt. Geschuldet ist dies der Aufhebung der Koppelung des Franken an den Euro. Die Schweizer Notenbank hatte die Koppelung Anfang des Jahres aufgehoben, wonach der Franken rapide aufwertete.

JPY/EUR

WKN
ISIN
Börse
XRATE

-0,00 -0,03%
+0,01
Chart von JPY/EUR
Japanischer Yen
5 von 8

Die japanische Währung erlebte gegenüber dem Euro einen leichten Knick, konnte sich aber wieder erholen. Interessanter ist jedoch die langfristige Betrachtung. Wegen der beispiellosen Geldflut der japanischen Notenbank geht der Yen seit Jahren auf Talfahrt. Innerhalb der letzten drei Jahre hat er im Vergleich zum Euro fast 30 Prozent an Wert verloren.

GBP/USD SPOT RATE

WKN
ISIN
GB0031973075
Börse
FX

+0,00 +0,05%
+1,31€
Chart von GBP/USD SPOT RATE
Britisches Pfund
6 von 8

Das britische Pfund legte ebenfalls im Rahmen der Börsenturbulenzen zu – jedenfalls im Vergleich zum Dollar. Gegenüber dem Euro wertete das Pfund dagegen ab – und zwar um rund drei Prozent innerhalb eines Monats. Als es am Montag an der Börse krachte, kostete ein Pfund 1,36 Euro, sechs Cent weniger als noch Anfang August.

EUR/USD SPOT

WKN
ISIN
EU0009652759
Börse
FX

+0,00 +0,01%
+1,17€
Chart von EUR/USD SPOT
Euro
7 von 8

Der Euro ist im Vergleich zum Dollar der große Gewinner des turbulenten Augusts. Als es am Montag kräftig an der Börse krachte, sprang der Euro sogar über die Marke von 1,15 US-Dollar. Innerhalb von 30 Tagen ist der Euro damit um fast fünf Prozent gestiegen. Auf Jahressicht liegt der Dollar allerdings weit vorne – zum Jahresbeginn kostete der Euro noch rund 1,20 Dollar.

Apple-Papiere, die zuletzt wegen der China-Konjunktursorgen unter Druck standen, kletterten um knapp drei Prozent. Der Konzern lud Journalisten für den 9. September ein. Fachleute gehen davon aus, dass Apple bei diesem Termin neue iPhone-Modelle vorstellen wird.

Auch Tesla-Anteilsscheine gehörten mit einem Aufschlag von acht Prozent zu den Gewinnern, nachdem eine einflussreiche Zeitschrift das Model S P85 des Elektroautobauers in einem Test gut bewertet hatte.

Tiffany -Aktien verloren dagegen mehr als zwei Prozent an Wert. Der Juwelier prognostizierte überraschend einen Gewinnrückgang für das Gesamtjahr.

Was aus 100.000 Euro wurde
Öl (Brent)
1 von 12

Der Ölpreis hat dieses Jahr ziemlich Federn lassen müssen. Wer seit Jahresbeginn 100.000 Euro in das „schwärze Gold“ investiert hat, hätte jetzt nur noch 80.010* Euro. Die hohe Überproduktion, auch ausgelöst durch das Fracking in den USA, und Sorgen um eine schwächere Weltkonjunktur ließen den Ölpreis einbrechen.

Quellen: Bloomberg, Bank of America Merrill Lynch, FMH Finanzberatung

*Anlageergebnis in Euro gerundet ohne Steuern und ohne Kosten für Wertpapierkauf und Wertpapierverwahrung. Bei Öl Terminkontrakt,  bei Anleihen und Aktien Indizes.

Dow Jones
2 von 12

US-Aktien boten dieses Jahr bisher ebenfalls wenig Grund zur Freude. Wer zum Jahresstart 100.000 Euro in den Dow Jones Index gesteckt hätte, würde (wenn er jetzt verkaufen würde) nur noch 92.680 Euro besitzen. Der große Absturz kam vor allem Ende August. Im Vorjahr hatte der Index um rund acht Prozent zugelegt.

Shanghai Composite
3 von 12

Ebenfalls bergab, wenn auch nicht ganz so stark, ging es für chinesische Aktien. Aus 100.000 Euro, die in den Shanghai Composite investiert wären, wären heute 93.600 Euro geworden. Für Turbulenzen an den chinesischen Börsen sorgten vor allem Konjunkturängste. Anleger befürchten, dass sich die chinesische Wirtschaft deutlich abkühlen könnte. Die Abwertung der chinesischen Währung verstärkte diese Sorgen und sorgte für einen Kursrutsch.

MSCI Emerging Markets
4 von 12

Die einstigen Hoffnungsträger, die Schwellenländer, enttäuschten bisher auch. Die traumhaften Wachstumsraten sind schon lange vorbei und Investoren zogen ihr Geld aus den Schwellenländern ab. Aus 100.000 Euro im MSCI Emerging Markets wären seit Jahresbeginn 96.980 Euro geworden. Bekannteste Vertreter der Schwellenländer sind die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika). An der Börse Börse in Bombay (Bild) ging es Ende August auch kräftig abwärts.

MSCI World
5 von 12

Die Aktien der Industrieländer schnitten nur etwas besser ab – ein Plus schafften allerdings auch sie nicht. Wer 100.000 Euro in den MSCI World Index investiert hätte, hätte heute 98.130 Euro.

Deutsche Anleihen
6 von 12

Fast unverändert ist die Entwicklung bei deutschen Staatsanleihen. Aus 100.000 Euro wurden hier 99.900 Euro. Während Anfang des Jahres die Zinsen 10-jähriger Bundesanleihen deutlich sanken, zogen sie im August rapide an. Vor allem die Unsicherheiten in China und die Turbulenzen an der Börse trieben die Anleger wieder in Anleihen.

Tagesgeld
7 von 12

Das erste Plus in dieser Aufzählung, wenn auch nur ein kleines, schafft das Tagesgeld (Durchschnitt). Wer 100.000 Euro zum Jahresbeginn auf ein Tagesgeldkonto eingezahlt hätte, der würde heute über 100.400 Euro verfügen.

In Frankfurt schloss der deutsche Leitindex Dax wieder klar über der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten und zog um 3,2 Prozent auf 10.315,62 Zähler an. Der EuroStoxx gewann 3,7 Prozent. Der Index in Shanghai, der in den vergangenen fünf Tagen rund 23 Prozent verloren hatte, schloss gut fünf Prozent höher.

Kräftig steigende Kurse verzeichnete auch der Rohstoffmarkt: Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuerten sich jeweils um rund zehn Prozent. Seit Monatsbeginn haben die Preise wegen der Sorge vor einer sinkenden Nachfrage aus China rund 18 Prozent nachgegeben. Händler rechneten langfristig mit weiter sinkenden Preisen - das Thema China sei noch nicht ausgestanden, sagte ein Börsianer.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,26 Milliarden Aktien den Besitzer. 2803 Werte legten zu, 324 gaben nach und 86 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,34 Milliarden Aktien 2209 im Plus, 638 im Minus und 111 unverändert.

Die US-Kreditmärkte fanden keine Richtung. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 4/32 auf 98-11/32. Die Rendite stieg auf 2,186 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich dagegen um 3/32 auf 98-31/32 und rentierte mit 2,928 Prozent.

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