Börse New York Tech-Giganten glänzen an der Wall Street

Amazon, Google, Microsoft - die Schwergewichte der Technologiebranche können mit ihren Bilanzen mehr als überzeugen. Der Dow-Jones-Index und S&P-500 legen zu, die Nasdaq ist weiter auf Rekordkurs.
Update: 24.04.2015 - 22:14 Uhr Kommentieren
Legt der Dollar weiter zu? Quelle: dpa

Legt der Dollar weiter zu?

(Foto: dpa)

New YorkTechnologie-Giganten wie Amazon, Microsoft und Google haben zum Wochenschluss für gute Laune an den US-Börsen gesorgt. Ermutigende Quartalsbilanzen der Börsenschwergewichte trieben die Kurse. Im Mittelpunkt des Handels stand allerdings auch das Scheitern des 45 Milliarden Dollar schweren Zusammenschlusses der beiden größten Kabelnetz-Betreiber. Marktführer Comcast sagte die geplante Übernahme des Branchenzweiten Time Warner Cable ab. Aus der Fusion wäre ein Konzern mit großer Marktmacht im Bezahlfernsehen und im Internetgeschäft hervorgegangen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher auf 18.080 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,2 Prozent auf einen Schlussrekord von 2117 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,7 Prozent auf einen Rekord-Schlussstand von 5092 Punkten. Im Wochenvergleich zog der Dow 1,4 Prozent, der S&P 1,8 Prozent und der Nasdaq 3,3 Prozent an.

Tech-Unternehmen erfreuen Investoren

Bei den Einzelwerten schossen die Aktien von Amazon 14 Prozent in die Höhe. Das Cloud-Computing zahlt sich für den Online-Händler immer stärker aus. Der Umsatz übertraf die Erwartungen.

Google-Papiere gewannen knapp drei Prozent an Wert. Die Online-Suchmaschine setzt mit Smartphone-Werbung immer mehr um. Auch Microsoft überraschte den Markt positiv. Die Aktien legten mehr als zehn Prozent zu. Die jüngsten Investitionen ins Cloud-Geschäft und der Kauf der Nokia-Handysparte kommen dem weltgrößten Softwarehersteller zugute.

Zu den wenigen Verlierern gehörten dagegen die Anteilsscheine von Xerox, die fast neun Prozent verloren. Den Hersteller von Druckern und Kopierern belastete wie viele Konkurrenten der starke Dollar, der die Produkte im Ausland teurer macht. Xerox senkte deshalb die Prognose für das Gesamtjahr.

Nach dem Scheitern der Fusionspläne legten Time-Warner-Cable-Aktien 4,4 Prozent und Comcast-Papiere 0,7 Prozent zu.

Mit diesen Aktien verbrennen Anleger Geld

BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005909006
Börse
L&S

-0,14 -0,33%
+42,48€
Chart von BILFINGER SE INHABER-AKTIEN O.N.
Bilfinger: Fünfte Gewinnwarnung vertreibt Investoren
1 von 22

Aus dem Nebenwerteindex MDax legten diese Woche einige Unternehmen ihre Bilanzen vor – viele enttäuschten. So zum Beispiel der Baukonzern Bilfinger. Zum fünften Mal senkte er die Prognose und schockierte damit am Donnerstag die Investoren. Sie flüchteten in Scharen; die Aktie stürzte in der Spitze um mehr als 16 Prozent auf 48,21 Euro ab. Wegen der schlechten Entwicklung des Öl- und Gasgeschäfts in den USA sowie einer sinkenden Nachfrage in der Kraftwerksparte rechnet der Konzern mit „erheblichen Rückgängen“ beim operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) gegenüber dem Vorjahreswert von 270 Millionen Euro. Noch bis vor kurzem hatte Bilfinger einen Anstieg von bis zu fünf Prozent prognostiziert.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 17,0 Prozent

DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0CAYB2
Börse
L&S

+0,20 +0,35%
+57,57€
Chart von DIEBOLD NIXDORF AG INHABER-AKTIEN O.N.
Wincor Nixdorf: Ausblick enttäuscht Börsianer
2 von 22

Noch ein Ausblick, den Börsianer als düster bewerten: Der Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf erwartet einen Umsatzrückgang um drei bis fünf Prozent, während Analysten wie zum Beispiel Harald Schnitzer von der DZ-Bank mit einem Anstieg um ein Prozent gerechnet hatten. Schnitzer zeigte sich zudem vom Ausmaß des Restrukturierungsprogramms erstaunt, das die Paderborner angekündigt haben. Wincor will massive Sparmaßnahmen umsetzen und 1100 Mitarbeiter entlassen. Auch Equinet-Analyst Adrian Pehl sprach angesichts des Stellenabbaus von einer „großen Überraschung“, allerdings sei das Programm notwendig und angemessen. Die ebenfalls im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie fiel am Donnerstag um bis zu 4,3 Prozent auf ein Fünf-Monats-Tief von 35,63 Euro.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 4,6 Prozent

AXEL SPRINGER SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005501357
Börse
L&S

-0,94 -1,44%
+64,36€
Chart von AXEL SPRINGER SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Axel Springer: Analysten lassen Aktie durchfallen
3 von 22

Nach einem kritischen Analystenkommentar haben Anleger am Mittwoch die Finger von Axel Springer gelassen. Die Titel rutschten mit einem Abschlag von 3,5 Prozent ans MDax -Ende. Sie waren mit 52,13 Euro so billig wie zuletzt vor drei Monaten. Equinet-Analyst Christoph Bast geht davon aus, dass die Ergebnisse im ersten Quartal unter anderem unter rückläufigen Umsätzen im Print-Bereich und Wechselkurseffekten leiden werden. Die Zahlen könnten daher negativ überraschen, schrieb der Experte in einem Kommentar. Er stufte die Springer-Aktien herunter auf „Accumulate“ von „Neutral“. Springer lässt sich am 7. Mai in seine Bücher schauen.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 2,6 Prozent

SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006202005
Börse
L&S

-0,26 -0,63%
+39,76€
Chart von SALZGITTER AG INHABER-AKTIEN O.N.
Salzgitter: Lokführerstreik belastet Stahlwerte
4 von 22

Wieder legten die Lokführer den Zugverkehr lahm. Millionen Bahnreisende spürten das diese Woche, aber auch die Wirtschaft. So gaben am Dienstag zum Beispiel Stahlwerte nach. Salzgitter und Klöckner & Co. rutschten im MDax 2,3 beziehungsweise drei Prozent ins Minus. Thyssen-Krupp verloren im Dax 0,2 Prozent. Die deutsche Stahlindustrie rechnet wegen des Bahnstreiks mit einem Schaden in Millionenhöhe. Die Schwerindustrie sei sowohl bei der Versorgung mit Rohstoffen als auch bei dem Transport ihrer Produkte in hohem Maße auf die Deutsche Bahn angewiesen, erklärte die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Dienstag. „Daher gibt der Streik auf der Schiene Anlass zu größter Sorge. Es entstehen erheblicher wirtschaftlicher Schaden und Zusatzkosten in Millionenhöhe.“
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 0,7 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

-4,65 -3,14%
+143,56€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen: Sorge um China-Geschäft belastet Kurs
5 von 22

Auch die Aktien von VW waren diese Woche auf der Verliererseite zu finden. Am Montag machten sich die Investoren laut Händlern Sorgen um das wichtige Geschäft in China. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) wurden vergangenes Jahr in der Volksrepublik 18,4 Millionen Pkw verkauft. Für 2015 rechnet der Verband mit 19,5 Millionen Neuwagen. Das ist zwar ein Plus von rund sechs Prozent, damit wäre die Zuwachsrate indes deutlich kleiner als in früheren Jahren, als hohe zweistellige Werte an der Tagesordnung waren. Die VW-Aktien gaben 1,8 nach und waren damit die einzigen Dax-Verlierer an einem ansonsten strahlenden Börsentag.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 2,7 Prozent

CARL ZEISS MEDITEC AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005313704
Börse
L&S

+0,72 +1,11%
+65,49€
Chart von CARL ZEISS MEDITEC AG INHABER-AKTIEN O.N.
Carl Zeiss Meditec: Anleger lassen sich verunsichern
6 von 22

Auch im Technologieindex TecDax fielen diese Woche einige Unternehmen mit Kursausschlägen auf, zum Beispiel der Medizintechnik-Hersteller Carl Zeiss Meditec. Dessen Aktien rutschten am Dienstag um bis zu 5,3 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief von 21,91 Euro. Sie bildeten damit das Schlusslicht im TecDax. Der Konzern hatte am Montag kurz vor Handelsschluss seine Halbjahreszahlen veröffentlicht und zunächst kaum eine Reaktion provoziert. Am Dienstag senkten die Analysten von JP Morgan indes das Kursziel für die mit „Neutral“ bewerteten Titel auf 22,04 von 22,90 Euro. Die Kollegen der DZ Bank bekräftigten dagegen ihren Fair Value von 27 Euro und ihre Kaufempfehlung für die Titel. Das vor allem durch Währungssicherungsgeschäfte beeinflusste schwache Nettoergebnis sei nicht überzubewerten, schrieben sie in einem Kommentar.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 0,6 Prozent

KERING S.A. ACTIONS PORT. EO 4

WKN
ISIN
FR0000121485
Börse
L&S

-17,30 -3,43%
+486,45€
Chart von KERING S.A. ACTIONS PORT. EO 4
Kering: Puma-Mutter enttäuscht Anleger
7 von 22

Zwar hat der Sportartikelhersteller Puma mit seinen Quartalszahlen die Börsianer überzeugt; der Mutterkonzern Kering fiel allerdings an der Börse durch. Dessen Titel rutschten am Mittwoch in der Spitze 6,5 Prozent auf 166,35 Euro ab. Die Umsätze bei Kering gingen im ersten Quartal laut Händlern stärker zurück als erwartet.
Kursentwicklung bis Donnerstag: - 3,6 Prozent

Der deutsche Leitindex verabschiedete sich mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 11.810,85 Punkten in den Feierabend. Damit gewann er im Wochenvergleich ein Prozent. Sein europäisches Pendant legte am Freitag 0,4 Prozent zu auf 3713,96 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 760 Millionen Aktien den Besitzer. 1541 Werte legten zu, 1481 gaben nach und 163 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Milliarden Aktien 1267 im Plus, 1470 im Minus und 153 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 9/32 auf 100-24/32. Die Rendite sank auf 1,917 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 14/32 auf 97-20/32 und rentierte mit 2,615 Prozent. Investoren gingen davon aus, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche noch keinen Zinsschritt signalisieren wird.

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