Börse New York Trumps Haushaltsplan wie erwartet

Anleger zeigten sich erleichtert, dass es keine neuen Überraschungen rund um den US-Präsidenten gab. Trumps Haushaltsplan und der Anschlag in Manchester wirkten sich kaum auf die Börsen aus. Gefragt waren Finanzwerte.
Update: 23.05.2017 - 23:44 Uhr Kommentieren
Bei den Einzelwerten stand am Mittwoch die Aktie von Michael Kors im Fokus der Anleger. Quelle: Reuters
Händler an der Wall Street

Bei den Einzelwerten stand am Mittwoch die Aktie von Michael Kors im Fokus der Anleger.

(Foto: Reuters)

New YorkDie US-Börsen haben am Dienstag nach zwischenzeitlichen Verlusten erneut fester geschlossen. Die Anleger seien erleichtert gewesen, dass es keine neuen Überraschungen rund um US-Präsident Donald Trump gegeben habe, sagten Analysten. Der im Laufe des Tages vorgelegte Haushaltsplan des Präsidenten sei weitgehend wie erwartet ausgefallen. „Damit ist der Markt zufrieden“, sagte Wade Balliet, Chef-Investmentstratege bei der Bank of the West. Etwas auf die Stimmung drückten gleichwohl schwache Konjunkturdaten, sagten Händler. Der Selbstmordanschlag in Manchester hatte indes keine nennenswerten Auswirkungen auf die Kurse.

Der Dow-Jones-Index der US-Standardwerte beendete den Handel 0,2 Prozent höher bei 20.938 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um knapp 0,2 Prozent auf 2398 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,1 Prozent auf knapp 6139 Punkte. Der Dax schloss in Frankfurt mit 12.659 Punkten 0,3 Prozent höher.

Anleger blicken auf Fiat Chrysler

Anleger blicken auf Fiat Chrysler

Im ersten Etatplan unter Trump geht die Regierung von einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent aus. Einsparungen von 3,6 Billionen Dollar binnen zehn Jahren sind zudem vorgesehen. „Es gab keine großen Überraschungen“, äußerte sich Stratege Balliet zufrieden.

Bankaktien gehörten zu den Favoriten im Dow. So zogen die Papiere von Goldman Sachs an der Index-Spitze um 1,68 Prozent auf 219,64 US-Dollar an. Unter den Einzelwerten waren vor allem Finanzwerte gefragt. So verteuerten sich die Aktien von JPMorgan um 1,2 Prozent, die von Morgan Stanley um 1,8 Prozent.

Außerhalb des US-Leitindex sprangen die Papiere von Bunge um 16,60 Prozent nach oben. Der in der Schweiz beheimatete Rohstoffkonzern Glencore greift nach dem Agrarhändler. Das nicht-konsolidierte Gemeinschaftsunternehmen Glencore Agriculture Limited hatte die Amerikaner informell kontaktiert.

Das US-Justizministerium verklagte derweil Fiat Chrysler wegen angeblichen Abgas-Betrugs. Die Zivilklage beschuldigt den italienisch-amerikanischen Autobauer, illegale Software zur Abgaskontrolle in rund 104 000 Dieselwagen installiert zu haben. Mit dem Rechtsstreit erreicht der seit Anfang des Jahres laufende Konflikt eine neue Eskalationsstufe. Die Anleger reagierten verschreckt, der Aktienkurs fiel um rund 4 Prozent. Papiere von Autozone sackten um fast zwölf Prozent ab. Der Auto-Zulieferer hat mit seinen Quartalszahlen Anleger enttäuscht.

Unter den Technologiewerten gaben die Papiere von Apple etwas nach. Positiv bewerteten die Anleger zwar, dass ein Patentstreit zwischen dem iPhone-Hersteller und Nokia beigelegt und ein mehrjähriges Lizenzabkommen unterzeichnet worden war, wodurch Nokia neben einer Vorab-Zahlung regelmäßig in diesem Zeitraum weitere Beträge erhält. Etwas auf die Stimmung drückte allerdings ein Bericht der Marktforschungsfirma Gartner. Chinesische Smartphone-Anbieter gewännen immer höhere Marktanteile hinter den beiden Branchenführern Samsung und Apple, hieß es dort.

Schlusslicht im Nasdaq 100 waren die Anteilsscheine von Alexion mit einem Verlust von mehr als 9 Prozent. Der neue Vorstandschef des auf seltene lebensbedrohliche Erkrankungen konzentrierten Biotechunternehmens hatte sich gleich von vier leitenden Mitarbeitern getrennt, unter ihnen auch der erst im Dezember ernannte Finanzchef. Ein Analyst wertete dies als klaren personellen Schnitt der Firma, die zuletzt unter Zweifeln an den Erlösen mit ihrem Medikament Soliris gelitten hatte.

Diese zehn Aktien laufen auch bei Flaute

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+20,29 +0,16%
Chart von DAX ®
Leitindex DAX
1 von 11

Der bedeutendste deutsche Aktienindex ist der Dax. Er spiegelt die Kursentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen wider. Während es lange bergauf ging, herrscht aktuell jedoch Flaute: In dieser Woche hat sich der Dax mit einem Wochenplus von lediglich rund 0,11 Prozent kaum bewegt. Wer jedoch auf die richtigen Unternehmen setzte, konnte ordentlich Kasse machen. Zehn Konzerne legten zu – entgegen der allgemeinen Stagnation – und weisen ein solides Wachstum auf.

BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BAY0017
Börse
L&S

-0,42 -0,45%
+93,12€
Chart von BAYER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Bayer
2 von 11

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer ist weltweit tätig und teilt sich in die Sparten Gesundheit, Ernährung und Kunststoffe. Der Konzern ist besonders gut im Bereich Schädlingsbekämpfung und Saatgutentwicklung aufgestellt. Analysten sehen die Übernahme des US-Konzerns Monsanto positiv. Geduldige Anleger wurden bei Bayer belohnt, über die ganze Woche berechnet (unser Kurs in der oberen rechten Ecke bezieht sich nur auf den Freitag) stieg die Aktie um rund 0,91 Prozent an – und schlug den Dümpel-Dax damit locker.

DEUTSCHE BOERSE AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005810055
Börse
L&S

+0,66 +0,55%
+118,57€
Chart von DEUTSCHE BOERSE AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Börse
3 von 11

Die Deutsche Börse ist mit 37 Standorten in 29 Ländern global vertreten. Seit der 2007 vollzogenen Fusion der Terminbörse Eurex mit der US-amerikanischen ISE versteht sich der Konzern weltweit größter Betreiber von transatlantischen Marktplätzen für Derivate. Mit der Frankfurter Wertpapierbörse betreibt das Unternehmen die mit Abstand größte deutsche Börse. Auch wenn die Fusion mit der London Stock Exchange scheiterte, kehren die Anleger zurück: Die Aktie legte über die ganze Woche gerechnet um rund 1,15 Prozent zu und lag damit fast ein Prozent über der Wochenentwicklung des Dax-Index.

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
L&S

-1,98 -0,98%
+199,82€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
Continental
4 von 11

Continental mit Sitz in Hannover gehört weltweit zu den größten Zulieferern der Automobilindustrie, für die er zahlreiche Komponenten und Module entwickelt und fertigt. Laut einer Analyse der Commerzbank von dieser Woche ist der Autozulieferer und Reifenhersteller stark gewachsen und konnte seine Erwartungen beim Umsatz in allen Bereichen übertreffen. Die Anleger honorierten dieses Lob – die Aktie stieg über die gesamte Woche gerechnet um rund 1,23 Prozent.

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

-0,01 -0,04%
+13,71€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Telekom
5 von 11

Die Deutsche Telekom ist im Bereich der Telekommunikation in Europa und auch weltweit einer der größten Spieler. Privatkunden werden mit Festnetz, Mobilfunk, Internet und TV, Konzerne mit Lösungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie versorgt. Laut Analysten fällt der Konzern durch einen zwar langsamen, aber steten Fortschritt auf. Mut macht Anlegern der Ausbau des Glasfasernetzes und die möglichen Einsparungen durch eine Fusion der US-Mobilfunktochter T-Mobile US mit dem US-Wettbewerber Sprint. In der aktuellen Woche legte die Aktie ganze 1,44 Prozent zu.

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

-0,01 -0,04%
+21,61€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
RWE
6 von 11

Der Energiekonzern RWE ist eines der fünf größten Strom- und Gasunternehmen in Europa. RWE fördert Öl, Gas und Braunkohle und erzeugt Strom aus Gas, Kohle, Kernkraft und regenerativen Quellen. Die Deutsche Bank hat das Kursziel für RWE von 13,50 auf 16 Euro angehoben und stuft die Aktie auf „Hold“ ein. An der Börse entwickelten sich die Papiere in dieser Woche 1,46 Prozent nach oben.

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
L&S

+0,07 +0,32%
+22,10€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Infineon
7 von 11

Der Tech-Hersteller Infineon entwickelt, fertigt und vermarktet eine breite Palette von Halbleiterprodukten und kompletten Systemlösungen für ausgewählte Anwendungsbereiche. Ein Wachstumsbereich soll das Geschäft mit der Autoindustrie sein, Geschäftsperspektiven gibt es mittelfristig auch für Infineons Siliziumkarbid-Technologie. Die Aktie kletterte diese Woche um satte rund 2,05 Prozent.

Der Euro zollte seinem jüngsten Höhenflug Tribut und fiel unter 1,12 US-Dollar. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1183 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1215 (Montag: 1,1243) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8917 (0,8894) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,77 Milliarden Aktien den Besitzer. 1738 Werte legten zu, 1173 gaben nach und 167 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 1487 im Plus, 1342 im Minus und 243 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 9/32 auf 100-25/32. Die Rendite stieg auf 2,287 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 22/32 auf 100-31/32 und rentierte mit 2,950 Prozent.

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