Börse New York US-Börsen leicht erholt – Anaplan mit starkem Börsendebüt

Schnäppchenjäger nutzten Freitag das gesunkene Kursniveau zu Aktienkäufen. Ein Börsenneuling sorgt für Optimismus bei Techaktien.
Update: 12.10.2018 - 23:32 Uhr Kommentieren
Am Donnerstag hatte der Dow Jones erneut über zwei Prozent im Minus geschlossen. Quelle: Reuters
Händler an der New Yorker Börse

Am Donnerstag hatte der Dow Jones erneut über zwei Prozent im Minus geschlossen.

(Foto: Reuters)

New YorkAn der Wall Street haben am Freitag Schnäppchenjäger das gesunkene Kursniveau zu Aktienkäufen genutzt. Der Dow Jones der Standardwerte stieg um 1,1 Prozent auf 25.339 Zähler. Im vorangegangenen Wochenverlauf hatte der Index noch rund fünf Prozent eingebüßt, nachdem Anleger nach Warnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor Konjunkturschwäche und Marktturbulenzen Gewinne mitgenommen hatten. Der S&P 500 rückte um 1,4 Prozent auf 2767 Punkte vor. Der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 2,3 Prozent auf 7496 Punkte.

Doch die Stimmung ist weiter von Unsicherheit geprägt. Einige Börsianer fürchten das Ende der seit Jahren dauernden Hausse oder gar den Beginn eines großen Crashs. Andere setzen dagegen auf Schnäppchenjagd und schließen sogar eine Jahresendrally nicht aus. „Mittlerweile steht die Angst vor einer Abschwächung des weltweiten Wachstums im Fokus“, sagt Helaba-Analyst Christian Schmidt.

Anaplan trotzt der schlechten Stimmung

Für einen Lichtblick bei den stark gebeutelten Technologie-Aktien sorgte der Börsenneuling Anaplan aus San Francisco. Das Unternehmen setzt auf sogenanntes „Connected Planning“ und will althergebrachte Planungs-Tools bei Unternehmen durch moderne Cloud-Lösungen ersetzen. Während in der klassischen Planungswelt Wochen, wenn nicht Monate damit verbracht werden, alle relevanten Finanzdaten im Unternehmen zusammenzutragen, verknüpft Anaplan die Quellen miteinander und hält die so immer aktuell. Wird also ein Planungswert in einer Abteilung geändert, zeigen sich die Auswirkungen sofort bei allen betroffen Bereichen.

Die Anleger finden diese „einzigartige Positionierung“, so Anaplan-CEO Frank Calderoni im Gespräch mit dem Handelsblatt, offenbar so attraktiv, dass die Aktie mit 24,30 Dollar, einem Plus von 42,9 Prozent über dem Ausgabekurs, aus dem Handel ging. Marktbeobachter zeigten sich erleichtert, dass zu einer solch kritischen Zeit ein Technologie-Börsengang so wohlwollend aufgenommen wird. Die großen Wettbewerber von Anaplan sind Oracle, IBM oder SAP.

Die großen Namen des Tech-Segments holten überwiegend einen kleinen Teil der teils dramatischen Wochenverluste auf. Die Aktien des Filmportals Netflix rückten um 5,75 Prozent vor, die Anteilsscheine des Online-Händlers Amazon um 4,03 Prozent, Microsoft um 3,46 and Apple um 1,8 Prozent.

Bankgewinne beruhigen die Märkte

Bei den US-Einzelwerten standen die Banken im Fokus. JPMorgan steigerte dank der Steuerreform und der brummenden Konjunktur den Gewinn im vergangenen Quartal um ein Viertel auf 8,4 Milliarden Dollar. Die Aktien gaben nach anfänglichen Gewinnen 1,09 Prozent nach, nachdem sie am Donnerstag bereits drei Prozent verloren hatten. Auch die Citigroup und Wells Fargo wiesen höhere Quartalsgewinne aus. Citigroup-Scheine verteuerten sich um 2,14 Prozent und Wells-Frago-Papiere um 1,3 Prozent.

Neuer GE-Chef braucht mehr Zeit

Ein Grund für die etwas enttäuschende Performance des S&P-500-Index liegt in der erneuten Schwäche von GE. Der Mischkonzern zählt zu den größten Werten im Index und setzte gegen den Trend am Freitag seine Talfahrt mit einem Minus von 3,14 Prozent fort. Der belagerte Industrieriese kündigte eine Verschiebung der Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal um fünf Tage auf jetzt den 30. Oktober an. Larry Culp, der erst Anfang Oktober eingesetzte CEO soll so etwas mehr Zeit für Research bekommen, bevor er die Zahlen und Voraussagen für 2019 verkündet. Analysten von Barclays hatten zuvor GE auf „übergewichten“ angehoben mit derBegründung, die meisten schlechten Nachrichten, einschließlich einer erwarteten Dividendenkürzung, seien im Kurs bereits vorweggenommen.

Sears sendet noch Lebenszeichen

Ein Medienbericht über eine mögliche Einigung mit den Gläubigern hauchte Sears neues Leben ein. Die Aktien der angeschlagenen Kaufhauskette schossen um über 22 Prozent in die Höhe. Der TV-Sender CNBC berichtete, mit dem fraglichen Deal könnte das Unternehmen noch mindestens bis Weihnachten seine Läden an rund 900 Standorten offen halten. Dahinter stecke die Hoffnung, dass Sears noch einen Käufer findet, zitierte der Sender Insider. Schon an diesem Wochenende könne Sears den Insolvenzantrag stellen.

Mit Material von Reuters

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