Börse New York US-Börsen schließen mit Verlusten

Die anhaltenden Probleme in China haben für mächtig Trubel an der Wall Street gesorgt. Der Dow Jones raste zunächst mehr als 1000 Punkte ins Minus. Eine zwischenzeitliche Erholung konnte er am Abend nicht mehr halten.
Update: 24.08.2015 - 22:27 Uhr Kommentieren

Dow Jones verliert 1000 Punkte: Kommt der Turn-Around Tuesday?

New YorkAuch die US-Börsen haben am Montag dem weltweiten Börsen-Crash nicht trotzen können. Zwar kämpften sich die wichtigsten Indizes am Montag in New York nach einem schwachen Handelsstart zunächst so weit wieder nach oben, dass ihre Verluste weniger als ein Prozent betrugen. Im späten Handel gewann jedoch die Sorge über die Konjunkturentwicklung in China wieder die Oberhand. Auch die Titel von Apple, die nach einem Absturz von 13 Prozent zeitweilig mehr als zwei Prozent im Plus lagen, schlossen mit einem deutlichen Abschlag.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 15.871 Punkten 3,6 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 15.370 und 16.459 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1893 Zählern 3,9 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 3,8 Prozent und schloss bei 4526 Punkten. In Frankfurt hatte der Dax mit 9648 Punkten 4,7 Prozent im Minus geschlossen.

Seit Jahresbeginn häufen sich die Anzeichen für eine stärkere Abkühlung der chinesischen Wirtschaft. Das weltweite Börsenbeben am Montag begann dann auch in Shanghai, wo der Leitindex um 8,5 Prozent abstürzte. Nach Asien und Europa wurden auch die US-Märkte erfasst: Der Dow Jones gab zunächst 1000 Zähler ab, in Punkten der größte Verlust seiner Geschichte. Eine Erholung gegen Mittag begründeten Experten noch mit starken US-Fundamentaldaten. Auch das US-Präsidialamt erklärte zu den Turbulenzen am Markt, die Amerikaner sollten sich auf die ungebrochene Stärke ihrer Wirtschaft besinnen.

Allerdings rutschten die Kurse im späteren Verlauf wieder ab. Teilweise hätten die Käufer angesichts der niedrigen Kurse kurzfristige Gewinne angepeilt, sagte Rick Meckler, Präsident von LibertyView Capital Management am Nachmittag. "Jetzt sehen wir eine zweite Verkaufswelle."

Die Sorgen um die chinesische Konjunktur hatten besonders Apple getroffen, weil das Reich der Mitte ein zentraler Markt für die Smartphones des US-Konzerns sind. In einer E-Mail an den Sender CNBC erklärte allerdings Firmenchef Tim Cook, der iPhone-Hersteller habe dort im Juli und August ein "starkes Wachstum" verzeichnet. Apple-Titel schlossen nach ihrem Ausflug in die Gewinnzone fast 2,5 Prozent im Minus.

Die heftigsten Kursrutscher seit dem Dax-Allzeithoch

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+91,11 +0,74%
Chart von DAX ®
Dax
1 von 16

Am 10. April dieses Jahres knallten bei vielen Börsianern die Sektkorken. Als Reaktion auf das von Mario Draghi aufgesetzte Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank, kletterte der Leitindex auf 12.391 Punkte – und damit auf sein Allzeithoch. Doch die Feierstimmung währte nicht lange. Der Index begab sich auf Korrekturkurs. Seitdem hat der Dax mehr als 2500 Punkte verloren. Einige Werte haben nach der Hausse eine besonders bittere Landung erfahren müssen. Ein Überblick.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
Xetra

+0,17 +1,91%
+8,84€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
DAX - Eon
2 von 16

Die Energiewerte hatten es nicht leicht im Dax. Auch Eon konnte die Anleger wenig überzeugen. Nach dem Allzeithoch haben sich die Anleger beeilt, die Aktien des Düsseldorfer Versorgers aus ihren Depots zu nehmen.

Verlust seit dem 10. April 2015: -28,7 Prozent

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
Xetra

+0,75 +0,93%
+81,04€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
DAX - BASF
3 von 16

Der Chemiekonzern BASF hat Anleger und Analysten mit eher schwachen Quartalszahlen enttäuscht. Im Dax landet das Unternehmen auf Platz vier unter den Verlierern.

Verlust seit dem 10. April 2015: -30,2 Prozent

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

+1,09 +1,28%
+86,41€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
DAX - BMW
4 von 16

Zu Beginn des Jahres zählte BMW noch zu den absoluten Lieblingen der Anleger. 123,75 Euro kostete die Aktie des bayerischen Automobilherstellers im März. Seitdem ging es allerdings deutlich bergab. Inzwischen notiert das Papier deutlich unter 80 Euro. Grund für den Pessimismus der Anleger sind die wachsenden Sorgen um die chinesische Konjunktur.

Verlust seit dem 10. April 2015: -33,9 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

+3,90 +2,56%
+156,34€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
DAX - Volkswagen
5 von 16

Mit Volkswagen geriet ein weiterer Automobilhersteller wegen wachsender China-Sorgen ins Taumeln. Vor allem die Yuan-Abwertung Anfang August hat den deutschen Autowerten zugesetzt. Dabei ist eine schwache chinesische Währung an sich nicht schlimm – VW produziert die Autos für den chinesischen Markt vor Ort und wäre als Exportunternehmen von der Abwertung nur mäßig betroffen. Doch die Anleger sorgen sich um die chinesische Nachfrageseite. Und die wird von der schwachen Konjunktur negativ beeinflusst.

Verlust seit dem 10. April 2015: -35,6 Prozent

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
Xetra

+0,13 +0,61%
+21,58€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
DAX - RWE
6 von 16

Die Aktie von RWE hat seit dem Allzeithoch am stärksten gelitten. Analysten blicken mit Sorge vor allem auf die hohe Steuerquote des Energieversorgers. Insgesamt sei das politische und regulatorische Umfeld in Deutschland ungünstig für das Unternehmen, begründet etwa Analyst Vincent Gilles von der Credit Suisse.

Verlust seit dem 10. April 2015: -43,6 Prozent

GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006602006
Börse
Xetra

-0,13 -0,39%
+32,80€
Chart von GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
MDAX - Gea Group
7 von 16

Deutlich bergab ging es auch für den auf Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie spezialisierten Anlagenbauer Gea. Schrumpfende Auftragseingänge und die Russland-Krise machen dem Unternehmen zu schaffen. Zudem schlagen hohe Kosten für den Konzernumbau zu Buche, mit dem Gea-Chef Jürg Oleas das Unternehmen nach den Zukäufen der vergangenen Jahre verschlanken will. Das brachte dem Unternehmen im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 21,8 Millionen Euro ein.

Verlust seit dem 10. April 2015: -29,4 Prozent

Andere High-Tech-Werte schlugen sich noch schlechter. Die Aktien des chinesischen Internet-Händlers Alibaba lagen fast 3,5 Prozent im Minus und fielen damit unter ihren Ausgabepreis des viel beachteten Börsengangs. In der vergangenen Woche hatte bereits Twitter dieses Schicksal erlitten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,66 Milliarden Aktien den Besitzer. 131 Werte legten zu, 3064 gaben nach und 39 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,47 Milliarden Aktien 281 im Plus, 2633 im Minus und 85 unverändert.

Die Unruhe an den Aktienmärkten machte US-Staatsanleihen attraktiv. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 9/32 auf 99-27/32. Sie rentierten mit 2,02 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 4/32 auf 102-26/32 und hatten eine Rendite von 2,74 Prozent.

  • rtr
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