Börse New York Wal-Mart und Ölpreise belasten Wall Street

Der Ölpreis gibt weiter den Ton an auf den US-Finanzplätzen. Dow Jones, S&P-500 und der Nasdaq-Index gaben nach. Mit Sorge blicken Anleger auf die sich füllenden Öl-Tanklager in den USA.
Update: 19.02.2016 - 00:06 Uhr
Die Wall Street zeigt trotz Donnerstaglahmheit die beste Woche seit November. Quelle: Reuters
Händler an der New Yorker Wertpapierbörse

Die Wall Street zeigt trotz Donnerstaglahmheit die beste Woche seit November.

(Foto: Reuters)

New YorkBelastet von Kursverlusten bei Wal-Mart haben die US-Börsen am Donnerstag nachgegeben. Negativ wirkten sich auch die Kursschwankungen bei den Ölpreisen aus. In den USA füllen sich die Tanklager immer weiter: Dem US-Energieministerium zufolge stiegen die Rohöl-Reserven in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch von 504,105 Millionen Barrel. Weil das Angebot die Nachfrage übersteigt, ist der Ölpreis in den vergangenen eineinhalb Jahren um 70 Prozent eingebrochen. Dies reißt milliardenschwere Löcher in die Haushalte der Förderländer.

Außerdem befürchten Börsianer eine Pleitewelle unter den Förderfirmen, vor allem in den USA. Denn dort wird der Rohstoff meist mit Hilfe des technisch aufwendigen und teuren „Fracking“-Verfahren gewonnen. Eine Häufung von Firmen-Zusammenbrüchen würde die Banken in Schieflage bringen, weil diese dann auf milliardenschweren Krediten sitzenbleiben. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee notierte am Abend nach einer Berg- und Talfahrt 0,3 Prozent im Minus bei 34,40 Dollar je Barrel (159 Liter).

Größere Kursverluste an der Wall Street wurden durch neueste Daten vom Arbeitsmarkt verhindert. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe legten in der vergangenen Woche mit 262.000 weniger stark zu als erwartet. Zudem verbesserte sich die Lage der US-Industrie in einer wichtigen Schlüsselregion. Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia stieg im Februar auf minus 2,8 Zähler von minus 3,5 Punkten im Januar. Auch die Aussicht auf eine behutsamere Straffung der US-Geldpolitik ließ die Anleger aufatmen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab bis zum frühen Nachmittag in New York 0,2 Prozent auf 16.413 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,5 Prozent auf 1917 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,9 Prozent auf 4487 Stellen.

Bei den Einzelwerten ließen die Aktien von Wal-Mart rund vier Prozent Federn. Der weltgrößte Einzelhändler schraubte die Prognose für das angelaufene neue Geschäftsjahr herunter und rechnet nur noch mit einem stagnierenden Umsatz.

Mit diesen Aktien wären Sie dem Börsendebakel entkommen

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-12,85 -0,10%
Chart von DAX ®
DAX
1 von 14

Seit Jahresbeginn liegt der Deutsche Aktienindex mehr als 17 Prozent unter dem Schlussstand von Ende Dezember. Es ist ein ungekannt schwacher Start für den wichtigsten Index in ein Börsenjahr. Ähnlich übel sieht es in den Indizes für mittlere, kleinere und Technologie-Werte aus: MDax (minus 14,6 Prozent), SDax (minus 16,7 Prozent), TecDax (minus 18,6 Prozent).

Doch es gibt einzelne Werte die dem Ausverkauf getrotzt haben und deren Besitzer gut lachen haben. Vor allem im Ausland gibt es einige Perlen zu entdecken.

Stand aller Daten: 9. Februar 2016

GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006602006
Börse
FSE

-0,29 -0,92%
+31,05€
Chart von GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
GEA Group
2 von 14

Im Dax gibt es derzeit keinen Titel im Plus seit Jahresbeginn und auch im MDax nur einen Titel: Der vor allem für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagebauer Gea Group hat 2015 vier Firmen übernommen und seine Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Im laufenden Jahr peilt Chef Jürg Oleas ohne Zukäufe ein moderates Wachstum an und erntet das Vertrauen der Anleger.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 3,86 Prozent

Software AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Software AG
Software AG
3 von 14

In den großen deutschen Indizes wird man dann noch im TecDax fündig: Mit der Ankündigung einer verbesserten Marge für das Jahr 2016 beeindruckt die Software AG aus Darmstadt. Auch die Ergebnisse für das zurückliegende Jahr hatten die Aktionäre erfreut und so kann sich der Wert völlig von der miserablen Entwicklung des TecDax in diesem Jahr abkoppeln.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 9,95 Prozent

S&P 500

WKN
ISIN
Börse
ISP

-2,66 -0,09%
+2.771,69
Chart von S&P 500
S&P 500
4 von 14

Der weitgefasste US-amerikanische Index liegt seit Jahresbeginn fast ein Zehntel im Minus. Doch die Entwicklung der einzelnen Titel ist extrem unterschiedlich. Während vor allem Banktitel enorm leiden, gibt es deutlich positive Ausreißer.

Kursveränderung seit 1.1.2016: minus 9,4 Prozent

NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60

WKN
ISIN
US6516391066
Börse
FSE

+0,03 +0,09%
+31,37€
Chart von NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60
Newmont Mining
5 von 14

Der Goldpreis ist zu einem Krisenindikator geworden und hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt, während des für die großen Aktienindizes bergab geht. Mit dem Goldpreis ziehen auch die Aktien von Minenbetreibern an, die noch im vergangen Jahr zu den großen Verlierern gehörten. Newmont Mining aus Denver ist einer der größten Förderer von Gold weltweit und das gilt bei Anlegern jetzt als begehrenswert.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 37,15 Prozent

SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US8454671095
Börse
FSE

-0,06 -1,32%
+4,51€
Chart von SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01
Southwestern Energy
6 von 14

Einige Aktien von Öl- und Gasunternehmen, die sich auf die Fracking-Fördertechnologie spezialisiert haben, waren mit dem fallenden Ölpreis extrem unter Druck geraten. Einige Titel können sich jedoch zwischenzeitlich deutlich erholen, doch auch heftige Rückschläge können die Titel immer wieder erfassen. Ein Beispiel: Southwestern Energy. Vor zwei Jahren notierte die Aktie noch bei über 45 Dollar, erst zum Jahreswechsel setzte eine Trendumkehr bei dem Titel ein.

Kursveränderung seit 1.1.2016: 35,89 Prozent.

EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US30161N1019
Börse
FSE

-0,35 -0,97%
+35,41€
Chart von EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.
Exelon
7 von 14

Eine klassische Ausweichbewegung in turbulenten Börsenphasen zeigt sich auch am US-Markt. Anleger setzen verstärkt auf Versorger, die als Energielieferanten mit regelmäßigen Mittelzuflüssen rechnen können. Ein Branchenindex für US-Versorger liegt seit Jahresanfang fast sieben Prozent im Plus, die Aktie von Exelon liegt deutlich über dem Schnitt.

Kursentwicklung seit 1.1.2016: plus 15,42 Prozent

IBM baut mit einem milliardenschweren Zukauf sein Geschäft mit Gesundheitsdaten aus. Der weltweit größte IT-Dienstleister übernimmt dazu für 2,6 Milliarden Dollar Truven Health Analytics. Die Börsianer honorierten die Übernahme mit einem IBM-Kursplus von rund fünf Prozent.

Nvidia-Aktien verteuerten sich um gut neun Prozent, nachdem der Chiphersteller mit seinen Geschäftszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen hatte.

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