Börse New York Wall Street glaubt nicht an baldige Zinserhöhung

Der Bericht des privaten Jobvermittlers ADP weist ein schwaches Beschäftigungswachstum aus. Mit Blick auf die Zinswende der Federal Reserve freut das die Anleger. Erst bei starken Zahlen gerät die Fed unter Zugzwang.
Update: 06.08.2015 - 01:12 Uhr 3 Kommentare
Die Wall Street freut sich über die schwachen Konjunkturdaten. Quelle: AFP
Börsengeschehen in New York

Die Wall Street freut sich über die schwachen Konjunkturdaten.

(Foto: AFP)

New YorkSpekulationen auf weiter niedrige Zinsen haben am Mittwoch die US-Börsen gestützt. Auslöser waren unerwartet schwache Arbeitsmarkt-Daten. So entstanden nach Zahlen des Arbeitsvermittlers ADP in der US-Privatwirtschaft im Juli deutlich weniger neue Jobs als von Experten vorausgesagt.

Die Statistik nährte am Markt Zweifel an der bisherigen Einschätzung, dass die Notenbank bereits im September mit ihren Leitzinserhöhungen beginnen wird. Bleiben dagegen die Zinsen bei nahe null, kommen Firmen und Verbraucher weiter äußerst günstig an Kredite. Das stützt die Kurse.

Fed-Vertreter Jerome Powell sagte, zunächst müsse die Notenbank die Wirtschaftsdaten daraufhin prüfen, ob eine Anhebung bereits im September infrage komme. Experte Jeff Clark vom Analysehaus Stansberry erklärte, er glaube nicht, dass die Fed zu einer Zinserhöhung bereit sei. „Sie sucht vielmehr nach Gründen, um die Zinsen nicht zu erhöhen.“ Nun wird mit besonderer Spannung auf den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht der Regierung gewartet, der auch staatliche Stellen berücksichtigt.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte ging 0,6 Prozent tiefer aus dem Handel mit rund 17.540 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg dagegen 0,3 Prozent auf knapp 2100 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf fast 5140 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 1,6 Prozent höher auf 11.636 Punkten.

Unter den Einzelwerten standen Disney -Aktien im Fokus, die gut neun Prozent verloren. Der Unterhaltungskonzern schraubte die Erwartungen für seine Kabelnetz-Sparte zurück und verfehlte zum ersten Mal seit zwei Jahren die Umsatzprognosen.

Einen Kurssprung von 16,7 Prozent gab es hingegen bei First Solar. Der Sonnenkraftwerksbauer steigerte seinen Gewinn deutlich und hob seine Prognose an.

Apple -Titel erholten sich von ihrem Kursrutsch am Dienstag etwas und legten 0,7 Prozent zu.

Die lukrativsten Märkte der letzten 20 Jahre
Platz 18: Japan
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Die Sutor Bank hat die 18 wichtigsten Aktienmärkte der Welt im Zeitraum von 20 Jahren untersucht, um herauszufinden, welcher Markt die stärkste Performance hatte. In der Auswertung der Hamburger Privatbank kommt Japan auf den letzten Platz. „Das war durchaus erwartbar“, kommentierte Lutz Neumann, Leiter der Vermögensberatung der Sutor Bank, das schlechte Abschneiden Japans. Auf den anderen Plätzen fanden sich allerdings ein paar Überraschungen.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 0,19 Prozent pro Jahr

Platz 17: Österreich
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Ziemlich oft bergab ging es auch für Anleger am österreichischen Aktienmarkt. Auf 20-Jahressicht schaffte der österreichische MSCI Austria Index immerhin doch noch ein Plus. Schlusslicht war Österreich unter anderem im Jahr 2014. Die Sanktionen gegen Russland belasteten österreichische Banken und Unternehmen, die stark in Russland engagiert sind.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 1,65 Prozent pro Jahr

Platz 16: Italien
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Der MSCI Italy Index gehört im internationalen Vergleich der Sutor Bank ebenfalls zu den Schlusslichtern. Besonders schlecht lief es für den italienischen Aktienmarkt in den Jahren 2010 und 2011 als die europäische Schuldenkrise aufkam.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 3,99 Prozent pro Jahr

Platz 15: Singapur
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Singapur ist ein beliebter Finanzplatz und verfügt über eine beeindruckende Skyline. Besonders hoch hinaus kamen hier Anleger jedoch nicht. Der MSCI Singapore Index gehört zu den schwächsten innerhalb der vergangenen 20 Jahre.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 5,35 Prozent pro Jahr

Platz 14: Belgien
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In der Gesamtwertung kommt Belgiens Aktienmarkt nur auf den vierzehnten Platz. Allerdings holte der MSCI Belgium Index in den vergangenen Jahren deutlich auf. 2014 schlug er alle anderen Indizes mit einem Plus von 37 Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 6,8 Prozent pro Jahr

Platz 13: Frankreich
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Der Aktienmarkt der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schaffte es innerhalb der letzten zwanzig Jahr nicht unter die Top 10 (im Schnitt). Besonders schlecht lief es in den Jahren 2001 (- 18 Prozent) und 2002 (- 33 Prozent). Lutz Neumann von der Sutor Bank betont, dass die Entwicklung eher zufällig erfolgt. Eine belastbare, seriöse Vorhersage sei unmöglich, erklärt die Privatbank.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 7,15 Prozent pro Jahr

Platz 12: Norwegen
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Der norwegische Aktienmarkt erlebte einen legendären Boom im Jahr 2009: Der MSCI Norway Index stieg um sagenhafte 81 Prozent. 2014 gehörte er allerdings zu den schwächsten Märkten, mit einem Minus von elf Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 7,31 Prozent pro Jahr

An der New Yorker Börse wechselten rund 910 Millionen Aktien den Besitzer. 1518 Werte legten zu, 1542 gaben nach, und 135 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,03 Milliarden Aktien 1606 im Plus, 1203 im Minus und 154 unverändert.

An den US-Kreditmärkten drückten die ADP-Jobdaten auf die Kurse. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 16/32 auf 98-23/32. Sie rentierten mit 2,27 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 1-3/32 auf 101-3/32. Die Rendite stieg auf 2,94 Prozent.

  • rtr
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3 Kommentare zu "Börse New York: Wall Street glaubt nicht an baldige Zinserhöhung"

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  • Das ist doch der falsche Karli merk ich doch sogar.

  • Andersen
    gibt das Ihnen eine innere Befriedung, jedem Artikel einen Kommentar hinzu fügen zu müssen?

  • ADP ist relativ unbedeutend angesichts besserer offizieller Zahlen und dazu noch des soeben veröffentlichten ISM Services, der viel besser ausfällt als die Prognose. Immerhin deckt er etwa 70% des US-GDP ab und ist daher von erheblicher Bedeutung. Somit fällt auch der Euro, was logisch ist.

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