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Börse New York Wall Street lässt Federn vor dem TV-Duell

Das TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump hält die US-Anleger in Atem – die Wall Street hat zum Wochenbeginn nachgegeben. Vor allem Donald Trump sorgt bei vielen Investoren für schwere Bauchschmerzen.
Das bevorstehende TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump bestimmt das Handelsgeschehen an der Wall Street. Quelle: AFP
Besorgte Händler in New York

Das bevorstehende TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump bestimmt das Handelsgeschehen an der Wall Street.

(Foto: AFP)

New YorkMit dem Auftakt der heißen Phase im US-Wahlkampf wächst an den Börsen die Unruhe. Wenige Stunden vor dem ersten TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump gingen auch US-Anleger auf Nummer sicher und strichen Gewinne ein. "Wenn Clinton im TV-Duell schwächelt, könnte dies für eine nächste Verkaufswelle von Aktien sorgen", sagte Jens Klatt, Marktanalyst des Brokerhauses JFD. "Clinton gilt als Wall-Street-Liebling, Trump eher nicht."

Der für die Republikaner antretende Milliardär Trump sollte in der Nacht zum Dienstag (03.00 Uhr MESZ) gegen seine demokratische Rivalin Clinton antreten, die ehemalige US-Außenministerin. Trump sei eine große Unbekannte, betonten Experten des Vermögensverwalters Amundi. Es sei völlig unklar, wie er seine geplanten Reformen umsetzen oder finanzieren wolle. "Ganz anders Clinton, deren Positionen klar und vertraut sind, da sie sie seit Jahren praktiziert."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,9 Prozent tiefer auf 18.095 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 fiel ebenfalls 0,9 Prozent auf 2146 Zähler, wie auch der Index der Technologiebörse Nasdaq, der bei 5257 Punkten schloss. Dax und EuroStoxx50 büßten jeweils etwa zwei Prozent auf 10.394 und 2976 Punkte ein.

Vor TV-Debatte herrscht Anspannung

In den USA standen bei den Einzelwerten die Papiere von Chemtura im Mittelpunkt. Sie sprangen um fast 16 Prozent in die Höhe. Der deutsche Spezialchemiekonzern Lanxess will den US-Rivalen für rund 2,4 Milliarden Euro übernehmen.

Pfizer -Papiere gaben dagegen 1,8 Prozent nach. Der Pharmakonzern hat Erwägungen zu einer Konzernaufspaltung zu den Akten gelegt.

Yahoo -Anteilsscheine ließen 1,2 Prozent Federn. Der massive Datendiebstahl bei dem Unternehmen könnte zum Thema für die US-Börsenaufsicht werden. US-Senator Mark Warner forderte eine Untersuchung des Vorfalls. Der angeschlagene Internet-Pionier hatte Ende vergangener Woche eingeräumt, dass Hacker sich vor zwei Jahren Zugang zu den Daten von 500 Millionen Benutzerkonten verschafft hatten.

Die auch in den USA notierten Aktien der Deutschen Bank brachen rund sieben Prozent ein. "Eine Kapitalerhöhung erscheint unausweichlich", urteilte Mediobanca-Analyst Adam Terelak. Auch ohne die drohenden milliardenschweren US-Strafzahlungen könne sie ihre Ziele für den Ausbau des Kapitalpuffers nur schwer erreichen. Die Ausgabe neuer Aktien ist für die Deutsche Bank nach Aussagen eines Sprechers derzeit aber kein Thema. Das sei nicht verwunderlich, schließlich sei die Höhe der Strafen noch unklar, betonte ein Börsianer.

Twitter-Aktien legten nach einem Medienbericht über ein mögliches Gebot des Unterhaltungs- und Medienkonzerns Disney für den Kurznachrichtendienst zu. Das Papier schloss 3,3 Prozent im Plus. Die Agentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass Walt Disney mit einem Berater an einer potenziellen Offerte für Twitter arbeite. Disney-Scheine verbilligten sich um 1,4 Prozent.

Deshalb wächst die Sorge um Deutschlands größte Bank
Josef Ackermann, Angela Merkel
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In den Jahren bis 2007 lief es rund bei Deutschlands größter Bank: Das Geldhaus verdiente Milliarden und Vorstandschef Josef Ackermann erwuchs zum staatsmännischen Vorstandschef, der es schaffte, dass die Kanzlerin zu seinem 60. Geburtstag ins Kanzleramt lud.

Das Bild zeigt Ackermann und Kanzlerin Angela Merkel im Jahr 2006 in Berlin.

(Foto: AP)
Rückblick
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Die Deutsche Bank hatte es nach der Übernahme der US-Großbank Bankers Trust zur Jahrtausendwende in den Olymp der großen Investmentbanken der Welt geschafft. Das lästige deutsche Privatkundengeschäft sollte zwischenzeitlich als „Deutsche Bank 24“ vom Rest gelöst werden – man spielte in einer anderen Liga. Der Plan wurde zwar kassiert und zurück blieb die „24“ am Ende der Deutsche-Bank-Bankleitzahlen. Doch der globale Anspruch des Instituts blieb bestehen.

Das Bild zeigt den damaligen Bankchef Rolf-E. Breuer nach der Verkündung der Bankers-Trust-Übernahme im Jahr 1998.

Die Finanzkrise
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Als ab 2006 der US-Immobilienmarkt kollabierte und in der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 und einer globalen Finanzkrise gipfelte, gelang es der Deutschen Bank zwar ohne Staatshilfe durch zu kommen. Eine Fußnote der Geschichte war aber: Milliardenforderungen gegenüber dem US-Versicherer AIG waren der Bank nur dank US-Staatshilfen zugeflossen. Und Missetaten aus der Zeit vor der Finanzkrise verfolgen die Bank noch heute.

Bild: Lehman-Brothers-Mitarbeiter nach der Kündigung 2008 in London.

(Foto: Reuters)
Die Folgen der Immobilienkrise
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Die USA werfen der Deutschen Bank vor, das Risiko von Immobilienwertpapiere in den Jahren vor der Finanzkrise verschleiert und gutgläubigen Investoren angedient zu haben. Ein Verfahren läuft seit Jahren und ist ein Grund dafür, dass die Aktie am Montag ein neues Allzeittief erreichte. Denn in den Vergleichsverhandlungen fordert das US-Justizministerium umgerechnet wohl 12,5 Milliarden Euro von der Bank (bei einem Börsenwert von 16 Milliarden Euro) – und das nach einem Milliardenverlust 2015 und gebildeten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von 5,5 Milliarden Euro. Die Bank selbst hofft, mit eher zwei Milliarden Euro im Immobilienstreit auszukommen.

(Foto: dpa)
Schwaches Kerngeschäft
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Nach der Finanzkrise gab es zwei wesentliche Entwicklungen unter globalen Großbanken. Die in den USA beheimateten Institute (Bild: New Yorks Finanzdistrikt) – mit zwangsweiser Staatshilfe versorgt – konnten die Krise beschleunigt hinter sich lassen. Sie wuchsen gar zu neuer Größe. Die andere Gruppe stutzte das Investmentbanking, dass weniger lukrativ wurde und mit weniger Mitarbeitern zu leisten war – und fokussierte sich auf die hauseigene Vermögensverwaltung. Die Deutsche Bank suchte den Mittelweg aus eigener Kraft: keine Staatshilfe, kein großer Strategieschwenk. Die Folge: Dutzende Strafzahlungen etwa wegen Zinsmanipulationen schlugen ins Kontor, während gleichzeitig das Kerngeschäft litt.

(Foto: AFP)
Riskante Finanzierung
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Sowohl der Internationale Währungsfonds als auch die US-Einlagensicherung halten die Bank für das riskanteste Institut der Welt. Im Verhältnis zum Eigenkapital ist die Deutsche Bank hochverschuldet. Die sogenannte „Leverage Ratio“ ist die niedrigste unter den globalen Großbanken. Zwar hat die Bank in den vergangenen Jahren Kapitalerhöhungen durchgezogen. Doch an dieser weltweit beachteten Kennziffer hat sich wenig geändert.

(Foto: dpa)
Wenig Reserven
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Die Deutsche Bank rühmt sich zwar eines hohen Polsters an Liquidität, also stets zu veräußernder Wertpapiere in ihren Büchern. Das soll zeigen: Wir haben Reserven, auf die wir zugreifen können. Doch die drohenden Justizstrafen lassen Analysten vermuten, dass eine Kapitalerhöhung nötig werden könnte. Das würde den Aktienkurs noch weiter schwächen – in vorauseilendem Gehorsam fällt der Kurs.

(Foto: dpa)

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 850 Werte legten zu, 2173 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,66 Milliarden Aktien 689 im Plus, 2176 im Minus und 148 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 8/32 auf 99-6/32. Die Rendite sank auf 1,587 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 11/32 auf 98-14/32 und rentierte mit 2,3220 Prozent. Einige Investoren nahmen Kurs auf "sichere Häfen" und kauften Anleihen.

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