Börse New York Wall Street schließt mit Gewinnen

Schuldenkrise? Haushaltmisere? Egal! Die US-Anleger treiben den Leitindex auf neue Höhen. Die Notenbank macht's möglich – mit Milliarde um Milliarde für die Wirtschaft. Im Sog der Wall Street legt auch der Dax zu.
Update: 05.03.2013 - 22:11 Uhr 22 Kommentare
Der Dow Jones ist auf ein neues Allzeithoch geklettert. Quelle: AP/dpa

Der Dow Jones ist auf ein neues Allzeithoch geklettert.

(Foto: AP/dpa)

New YorkAngetrieben von der Spekulation auf weitere Geldspritzen der Notenbanken haben sich die Anleger an den internationalen Börsen kräftig mit Aktien eingedeckt. An der Wall Street erreichte der Dow-Jones-Index am Dienstag den höchsten Stand seiner Geschichte. Das Börsenbarometer durchbrach die bisherigen Höchststände von 2007 in einer breiten Rally, die von der Hoffnung der Investoren auf eine Besserung der US-Konjunktur angefeuert wurde. Ermutigende Daten aus dem großen Dienstleistungssektor in den Vereinigten Staaten stärkten den Optimismus der Anleger zusätzlich.

Der Dow-Jones mit den 30 Standardwerten schloss 0,9 Prozent höher auf 14.253 Punkten - ein neuer Rekord-Schlussstand. Damit hat der Index in diesem Jahr mittlerweile fast neun Prozent zugelegt. Im Handelsverlauf hatte das Barometer zwischen 14.127 und dem neuen Allzeithoch von 14.286 Punkten geschwankt. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 1,0 Prozent auf 1539 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,3 Prozent auf 3224 Punkte. Der Dax schloss mit einem Plus von 2,3 Prozent bei 7870,31 Zählern so hoch wie seit Januar 2008 nicht mehr.

"Es kommt eine Menge Schub für die Aktien aus Barmitteln und Bonds - derzeit hat die Stimmung gegenüber den Fundamentaldaten die Oberhand", erklärte Stephen Wood von Russell Investments in New York und verwies auf ungelöste wirtschaftliche und politische Probleme. "Den heutigen Handelstag werden die Anleger an den internationalen Finanzmärkten so schnell nicht vergessen", kommentierte Marktanalyst Stefan Hötte von IG Markets das Geschehen. Viele Börsianer wunderten sich, dass es ohne konkrete Gründe so deutlich nach oben ging. "Die Aktienmärkte reiten auf der Welle des billigen Notenbank-Geldes", sagte Anlagestratege Alan Gayle von Ridgeworth Investments.

Anleger stützten ihre Spekulationen unter anderem auf Aussagen der Vize-Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen. Sie hatte am Montag betont, dass eine Fortsetzung der aggressiven Anleihe-Käufe notwendig sei, weil die US-Konjunktur weiterhin schwächele. Der designierte Chef der Bank von Japan, Haruhiko Kuroda, gilt ebenfalls als Verfechter einer ultra-lockeren Geldpolitik zur Ankurbelung der Konjunktur.

Auf Unternehmensseite stand an der Wall Street unter anderem der Chip-Konzern Qualcomm im Mittelpunkt. Die Papiere verteuerten sich um zwei Prozent, nachdem das Unternehmen eine Erhöhung der Dividende und ein Programm zum Aktienrückkauf angekündigt hatte. Bereits am Montag hatten sie nach ermutigenden Quartalszahlen kräftig zugelegt.

Die Papiere von J.C. Penny gaben dagegen mehr als zehn Prozent nach, weil der Finanzinvestor Vornado Realty Trust angeblich fast die Hälfte seines Anteils an dem Einzelhändler verkaufen will.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,68 Milliarden Aktien den Besitzer. 2211 Werte legten zu, 776 gaben nach und 106 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Milliarden Aktien 1734 im Plus, 720 im Minus und 118 unverändert.


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22 Kommentare zu "Börse New York: Wall Street schließt mit Gewinnen"

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  • Selbst den Amis ist der Anstieg nicht ganz geheuer, da nur mit geringen Umsatzvolumina verbunden. Das heisst, dass einige wenige das ATH erzeugt haben. Genauso schnell wirds auch wieder bergab gehen. Let's short!

  • Das Spiel geht ganz einfach - nämlich so wie mein Nickname: Inflate or die! Um den Deflationstod so lange wie irgendwie möglich hinauszuzögern, treibt man die Kreditexpansion in apokalyptische Höhen. Deflation bedeutet natürlich Schulden-Deflation, denn in unserem Kredit-/Schuldgeldsystem ist Geld = Schulden. Die Schulden-Deflation erfolgt immer im Kondratieff-Winter, in dem wir uns befinden:
    http://www.heise.de/tp/artikel/32/32681/1.html
    Gott steh uns bei, Gott steh uns wirklich bei, denn vermutlich werden die Aktienblase, die Staatsschuldenblase und die gigantische Derivateblase gleichzeitig platzen.
    Raoul Pal, der Gründer von Global Macro Investor bezeichnet das Ganze schlicht als "The Endgame":
    http://de.scribd.com/doc/95493792/The-End-Game
    Pimco-Chef Bill Gross nennt es "Supernova-Kreditexplosion".
    Ich halte es lieber mit dem leider verstorbenen, visionären deutschen Ökonom Roland Baader: "Wir werden wieder das Beten lernen".
    Wahlweise auch mit Ludwig von Mises: "Wenn die Menschen es versäumen, sich dieses (Ökonomische) Wissen zunutze zu machen und seine Lehren und Warnungen unbeachtet lassen, werden sie damit nicht die ökonomischen Gesetze abschaffen, sondern die Gesellschaft und die menschliche Rasse ausmerzen".
    Die unheilvolle Allianz aus von Hybris geleiteten (Zentral-)Bankern und willfährigen respektive ignoranten Politikern hat den Weg dazu bereits geebnet.

  • Die Commerzbank-Aktie hat kein Stück von dieser Rally profitiert! xD

  • Ich versthe nicht viel von Wirtschaft. Ich vermute, dass DRAGHI und BERNANKE eine Billigzinspolitik betreiben, damit Geld und Liquidität in die Wirtschaft gesteckt warden,damit die Wirtschaft sich erholen soll und damit Arbeitsplätze geschaffen werden. Stattdessen, so merke ich, wird massiv Geld an den Börsen angelegt und Monopoly gespielt, eben weil Geld keine Zinsen bringt.

  • "Haha...bei diesen Niveaus kann man doch langfristig keine Aktien mehr kaufen."

    Irgendwer scheint zu kaufen. Wahrscheinlich sind es diejenigen, die seit DAX 5000 vor Aktien warnen und den DAX bei 3000 sehen wollten.

    Kein schöner Irrtum... Aber irgendwer muss ja bluten, wenn andere reich werden.

  • Und trotzdem wird diese Regierung im Herbst wiedergewählt. Nur die Clowns der FDP werden mit den "Flegeln" der SPD ausgetauscht.

    Es wird sich nichts, gar nichts ändern.

  • Mehr gibts zu dem Allzeithoch des Dow Jones nicht zu sagen:

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Ibem1pX78Dw

  • lt.Prof.Shiller von der Yale Universität (Autor: Irrational Exuberance) liegt das P/E10 des S&P500 per Ende Februar 2013 bei 22,91

    Haha...bei diesen Niveaus kann man doch langfristig keine Aktien mehr kaufen.
    Selbst die gute dt.Hausfrau scheint das inzwischen zu wissen (dank Internet)

  • 2003 stand der Dow bei 7.286
    2009 stand der Dow bei 6.547

    Im Einkauf liegt der wahre Gewinn, ist eine alte Börsenregel.

    Ich wäre doch völlig blöd, wenn ich jetzt noch Aktien kaufen würde, nachdem sich der Dow Jones verdoppelt hat.
    Abwarten und Cash ist die Devise....auch wenn es noch ein paar Pünktchen hoch gehen sollte.

    Sollen doch die Banken und Hedgefonds sehen, ob sie ihre Bestände überhaupt noch los werden, die sie angesammelt haben. Viele Kleinanleger fallen jetzt ja nicht mehr rein und kaufen auf Höchstständen den Bankern die Aktien weg. Und deswegen dürften so manche Banker schon gewaltig schwitzen, weil sie nicht wissen, wen sie ihr Material bei diesen Kursen verkaufen können. Und wenn eine Bank kalte Füße bekommt...dann kann es böse ausgehen, auch durch die Computerprogramme.

    Ich nehme jetzt eine Schlaftablette lt. Kostolany und schaue mir die Kurse erst dann an, wenn der Dow Jones wieder unter 10.000 Punkte steht. Eher nicht !

  • hm naja und im kursdax fehlen noch fast 2.000...

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