Börse New York Wall Street schließt mit Kursverlusten

Kommt die Zinswende im September? Anhaltende Unsicherheit über die Pläne der US-Notenbank belastet die Märkte. Die Quartalszahlen großer Medienkonzerne enttäuschen. Es herrscht Nervosität vor dem Arbeitsmarktbericht.
Update: 06.08.2015 - 22:33 Uhr Kommentieren
Die heute veröffentlichten Quartalszahlen großer Medienkonzerne waren für viele Anleger eine Enttäuschung. Quelle: dpa
Disney, Twenty-First Century Fox und Co.

Die heute veröffentlichten Quartalszahlen großer Medienkonzerne waren für viele Anleger eine Enttäuschung.

(Foto: dpa)

New YorkEnttäuschende Quartalsberichte von Medienunternehmen haben am Donnerstag die Stimmung an der Wall Street getrübt. Außerdem hielt die Unklarheit über den Start der erwarteten Zinserhöhungen durch die US-Notenbank viele Anleger ab. Die Fed will die Zinsen nur dann anheben, wenn die Konjunkturerholung stabil ist. Fraglich ist, ob sie den Schritt bereits im September wagt oder noch ein paar Monate wartet. Nach einer Reihe durchwachsener Daten gilt der am Freitag anstehende Arbeitsmarktbericht für Juli als wichtiger Hinweis.

„Wahrscheinlich läuft es auf September hinaus“, sagte Aktienstratege David Lefkowitz vom Vermögensverwalter UBS Wealth Management Americas. „Doch wichtiger als der Zeitpunkt der Anhebung ist, in welchem Tempo die geldpolitische Straffung erfolgt.“ Steigen die Zinsen, verteuern sich für Unternehmen und Privatleute die Kredite.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte ging 0,7 Prozent tiefer aus dem Handel mit rund 17.420 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,8 Prozent auf knapp 2084 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 1,6 Prozent auf 5056 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent schwächer mit 11.585 Punkten.

Im Mittelpunkt standen Medienwerte. Disney -Aktien gaben am zweiten Tag in Folge deutlich nach, sie verloren 1,8 Prozent. Der Unterhaltungskonzern hatte die Erwartungen für seine Kabelnetz-Sparte zurückgeschraubt. Viacom -Titel rutschten 14,2 Prozent ab. Der Quartalsumsatz des Unternehmens lag unter den Erwartungen. Twenty-First Century Fox büßten 6,4 Prozent ein. Der Sender- und Studiobetreiber hatte seine Ergebnisziele gesenkt.

Die lukrativsten Märkte der letzten 20 Jahre
Platz 18: Japan
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Die Sutor Bank hat die 18 wichtigsten Aktienmärkte der Welt im Zeitraum von 20 Jahren untersucht, um herauszufinden, welcher Markt die stärkste Performance hatte. In der Auswertung der Hamburger Privatbank kommt Japan auf den letzten Platz. „Das war durchaus erwartbar“, kommentierte Lutz Neumann, Leiter der Vermögensberatung der Sutor Bank, das schlechte Abschneiden Japans. Auf den anderen Plätzen fanden sich allerdings ein paar Überraschungen.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 0,19 Prozent pro Jahr

Platz 17: Österreich
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Ziemlich oft bergab ging es auch für Anleger am österreichischen Aktienmarkt. Auf 20-Jahressicht schaffte der österreichische MSCI Austria Index immerhin doch noch ein Plus. Schlusslicht war Österreich unter anderem im Jahr 2014. Die Sanktionen gegen Russland belasteten österreichische Banken und Unternehmen, die stark in Russland engagiert sind.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 1,65 Prozent pro Jahr

Platz 16: Italien
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Der MSCI Italy Index gehört im internationalen Vergleich der Sutor Bank ebenfalls zu den Schlusslichtern. Besonders schlecht lief es für den italienischen Aktienmarkt in den Jahren 2010 und 2011 als die europäische Schuldenkrise aufkam.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 3,99 Prozent pro Jahr

Platz 15: Singapur
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Singapur ist ein beliebter Finanzplatz und verfügt über eine beeindruckende Skyline. Besonders hoch hinaus kamen hier Anleger jedoch nicht. Der MSCI Singapore Index gehört zu den schwächsten innerhalb der vergangenen 20 Jahre.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 5,35 Prozent pro Jahr

Platz 14: Belgien
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In der Gesamtwertung kommt Belgiens Aktienmarkt nur auf den vierzehnten Platz. Allerdings holte der MSCI Belgium Index in den vergangenen Jahren deutlich auf. 2014 schlug er alle anderen Indizes mit einem Plus von 37 Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 6,8 Prozent pro Jahr

Platz 13: Frankreich
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Der Aktienmarkt der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schaffte es innerhalb der letzten zwanzig Jahr nicht unter die Top 10 (im Schnitt). Besonders schlecht lief es in den Jahren 2001 (- 18 Prozent) und 2002 (- 33 Prozent). Lutz Neumann von der Sutor Bank betont, dass die Entwicklung eher zufällig erfolgt. Eine belastbare, seriöse Vorhersage sei unmöglich, erklärt die Privatbank.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 7,15 Prozent pro Jahr

Platz 12: Norwegen
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Der norwegische Aktienmarkt erlebte einen legendären Boom im Jahr 2009: Der MSCI Norway Index stieg um sagenhafte 81 Prozent. 2014 gehörte er allerdings zu den schwächsten Märkten, mit einem Minus von elf Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 7,31 Prozent pro Jahr

Tesla-Papiere sackten um fast neun Prozent ab. Der Elektroauto-Hersteller fuhr im abgelaufenen Quartal tiefer in die roten Zahlen.

Auf der Gewinnerseite stand dagegen der Lebensmittelkonzern Mondelez, dessen Kurs um 1,1 Prozent zulegte. Bei dem Hersteller von Milka-Schokolade und Oreo-Keksen ist der Hedgefonds des Milliardärs William Ackman mit 5,5 Milliarden Dollar eingestiegen.

An der New Yorker Börse wechselten rund 960 Millionen Aktien den Besitzer. 1242 Werte legten zu, 1825 gaben nach und 131 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,28 Milliarden Aktien 812 im Plus, 1994 im Minus und 140 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die Kurse, weil vorsichtige Händler vor dem Arbeitsmarktbericht auf die als sicher geltenden Papiere setzten. Die zehnjährigen Staatsanleihen zogen 13/32 an auf 99-5/32. Sie rentierten mit 2,22 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 31/32 auf 102-3/32. Die Rendite fiel auf 2,89 Prozent.

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