Börse New York Wall Street schließt nach Fed-Entscheidung uneinheitlich

Die US-Notenbank hält trotz der heftigen Kritik von Trump an ihrem Kurs fest und hat ihren Leitzins nicht angetastet. Bei den Einzelwerten steht Qualcomm im Fokus.
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Anleger schichten Kapital um. Quelle: Reuters
Händler an der New Yorker Börse

Anleger schichten Kapital um.

(Foto: Reuters)

New YorkDie US-Börsen haben am Donnerstag nach der Fed-Zinsentscheidung uneinheitlich geschlossen. Die US-Notenbank Fed pausiert nach mehreren Zinserhöhungen und nimmt zugleich Anlauf für einen weiteren Schritt nach oben. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bleibt in der Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent, wie die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell mitteilten. Sie bescheinigten der Wirtschaft zudem ein hohes Wachstumstempo und ließen damit die Tür für eine weitere Erhöhung offen.

Der Leitzins wurde zuletzt im September angehoben - die dritte Erhöhung in diesem Jahr. Eine vierte dürfte bald folgen: „Mit dem anhaltend kräftigen Wachstum für das dritte Quartal sowie dem starken Beschäftigungsaufbau im Oktober im Rücken steuert die Fed klar auf eine weitere Zinsanhebung im Dezember zu“, so der Chefvolkswirt Uwe Burkert von der Landesbank LBBW.

Die Anleger hielten sich nach den Kursgewinnen am Vortag meist bedeckt oder machten Kasse. Die Erleichterung über den US-Wahlausgang verpuffte. Der Dow Jones schloss kaum verändert auf 26.191 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,2 Prozent auf 2806 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,5 Prozent auf 7530 Punkte.

Unter den Einzelwerten fielen die Qualcomm-Aktien mit einem Verlust von mehr als 8 Prozent negativ auf. Der weltgrößte Hersteller von Smartphone-Chips hat unerwartet niedrige Umsatz- und Ergebnisziele für das laufende Quartal veröffentlicht. Zuvor hatte Apple angekündigt, in seinen neuen iPhone-Modellen künftig die Chips des Qualcomm-Konkurrenten Intel einzusetzen.

Die Aktien von Wynn Resorts fielen 13 Prozent, nachdem der Casino-Betreiber mit seinen Bilanzdaten die Erwartungen der Analysten verfehlt und vor einer Abschwächung im wichtigen Markt Macau gewarnt hatte. Die Dividendenpapiere von TripAdvisor sprangen dagegen rund 15 Prozent in die Höhe. Die Reise-Website überzeugte die Börsianer mit ihren Quartalszahlen.

Der Zahlungsabwickler Worldpay hat seine Zahlen zum dritten Quartal und einen Gewinnausblick auf das Schlussjahresviertel veröffentlicht. Mit Letzterem blieb Woldpay hinter den Erwartungen zurück, so dass die Aktie um 3,1 Prozent nachgab.

Die Papiere des Energydrink-Herstellers Monster Beverage sackten um 3,2 Prozent ab. Einem Medienbericht zufolge plant der weltgrößte Getränkekonzern Coca-Cola die Markteinführung von zwei Energydrinks unter dem eigenen Markennamen. Coca-Cola ist mit rund 18 Prozent an Monster beteiligt und hält deren weltweite Vertriebsrechte.

Nach Handelsschluss informierte Walt Disney über die jüngste Geschäftsentwicklung. Der US-Medienkonzern erzielte im vierten Geschäftsquartal einen Gewinn je Aktie, der klar über der durchschnittlichen Analystenschätzung lag. Die Disney-Papiere reagierten nachbörslich mit einem Kursaufschlag von 0,8 Prozent auf die Zahlen.

Der Wahlausgang habe dem Markt Rückenwind gegeben, da die damit verbundenen Unsicherheiten weggefallen seien, sagte Helaba-Analyst Christian Schmidt. „Auf der anderen Seite existieren Belastungsfaktoren, beispielsweise der Zwist zwischen Italien und der EU sowie der laufende Handelsstreit zwischen den USA und China weiterhin.“ Zudem häuften sich die Berichte, wonach Unternehmen mit Gewinnrückgängen zu kämpfen hätten.

  • rtr
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