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Börse New York Wall Street schließt nach Höhenflug wieder im Minus

Nach dem schlechtesten Tag an den US-Börsen seit vier Jahren stiegen die wichtigsten Indizes am Dienstag zeitweise so kräftig wie noch nie in diesem Jahr. Doch die Euphorie hielt nicht lange, es ging wieder bergab.
Update: 26.08.2015 - 01:03 Uhr Kommentieren
Nach einem verlustreichen Wochenstart geht es für die US-Börsen wieder nach oben. Quelle: AFP
Kurserholung an der Wall Street

Nach einem verlustreichen Wochenstart geht es für die US-Börsen wieder nach oben.

(Foto: AFP)

New York Einen Tag nach dem weltweiten Börsenschock ist der New Yorker Aktienmarkt nach einem rasanten Höhenflug doch wieder ins Minus gerutscht. An der Wall Street stiegen die wichtigsten Indizes am Dienstag zwar zunächst so kräftig wie noch nie in diesem Jahr. Gegen Ende des Handels bröckelten die Gewinne aber und die Barometer zeigten schließlich zum Teil deutliche Verluste an.

Anfangs gingen noch viele Anleger auf Schnäppchenjagd, nachdem die US-Börse am Montag den schwächsten Handelstag seit vier Jahren erlebt hatte. Auch die Zinssenkungen in China trug zu Beginn zur guten Stimmung auf dem Parkett bei. Doch anders als in Europa verpuffte die Wirkung schnell und die Sorge um Chinas Wirtschaft kehrte mit voller Wucht zurück.

So gab der Dow 1,3 Prozent auf 15.666 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 1,3 Prozent auf 1867 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,4 Prozent auf 4506 Stellen. In Frankfurt sprang der Dax dagegen um fünf Prozent in die Höhe auf 10.128 Punkte und machte damit seine Vortagesverluste mehr als wett.

War das schon die Korrektur?

Noch während des Höhenflugs an der New Yorker Börse hatten Experten vor übertriebener Euphorie angesichts der Zinssenkung in China sowie eines überraschend deutlich gestiegenen Verbrauchervertrauens in den USA gewarnt: Das weltweite Wirtschaftswachstum bleibe weiter ungewiss, sagte Terry Sandven, Chef-Aktienstratege von U.S. Bank Wealth Management. Ähnlich äußerte sich auch Xavier Smith vom Vermögensverwalter Centre Asset Management: Um die Investoren wirklich zu beruhigen, brauche es positive Wirtschaftsdaten aus China, sagte er.

Mit dem negativen Ausklang des Handelstages in New York kam die Frage auf, ob es sich bei der Rally im Verlauf nicht nur um eine kurze Episode gehandelt haben könnte. Seit Wochen stehen die Börsen rund um den Globus unter Druck, weil befürchtet wird, dass Chinas Konjunktur viel schlechter läuft als gedacht. Das hätte auch Folgen für die Weltwirtschaft.

Gegen den Abwärtstrend in New York stemmen konnten sich die Papiere von Best Buy. Der Eigentümer der größten US-Elektronikkette spürt eine stärkere Nachfrage nach Fernsehern und Mobiltelefonen. Die Aktien des Unternehmen verteuerten sich um rund 13 Prozent. Zu den Gewinnern gehörten auch Facebook mit einem Plus von gut einem und Netflix mit einem Aufschlag von fast fünf Prozent.

Die heftigsten Kursrutscher seit dem Dax-Allzeithoch

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+151,67 +1,30%
Chart von DAX ®
Dax
1 von 16

Am 10. April dieses Jahres knallten bei vielen Börsianern die Sektkorken. Als Reaktion auf das von Mario Draghi aufgesetzte Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank, kletterte der Leitindex auf 12.391 Punkte – und damit auf sein Allzeithoch. Doch die Feierstimmung währte nicht lange. Der Index begab sich auf Korrekturkurs. Seitdem hat der Dax mehr als 2500 Punkte verloren. Einige Werte haben nach der Hausse eine besonders bittere Landung erfahren müssen. Ein Überblick.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
L&S

-0,01 -0,15%
+8,18€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
DAX - Eon
2 von 16

Die Energiewerte hatten es nicht leicht im Dax. Auch Eon konnte die Anleger wenig überzeugen. Nach dem Allzeithoch haben sich die Anleger beeilt, die Aktien des Düsseldorfer Versorgers aus ihren Depots zu nehmen.

Verlust seit dem 10. April 2015: -28,7 Prozent

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
L&S

+1,15 +1,99%
+58,94€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
DAX - BASF
3 von 16

Der Chemiekonzern BASF hat Anleger und Analysten mit eher schwachen Quartalszahlen enttäuscht. Im Dax landet das Unternehmen auf Platz vier unter den Verlierern.

Verlust seit dem 10. April 2015: -30,2 Prozent

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

+1,05 +1,76%
+60,47€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
DAX - BMW
4 von 16

Zu Beginn des Jahres zählte BMW noch zu den absoluten Lieblingen der Anleger. 123,75 Euro kostete die Aktie des bayerischen Automobilherstellers im März. Seitdem ging es allerdings deutlich bergab. Inzwischen notiert das Papier deutlich unter 80 Euro. Grund für den Pessimismus der Anleger sind die wachsenden Sorgen um die chinesische Konjunktur.

Verlust seit dem 10. April 2015: -33,9 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

+2,38 +1,69%
+142,64€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
DAX - Volkswagen
5 von 16

Mit Volkswagen geriet ein weiterer Automobilhersteller wegen wachsender China-Sorgen ins Taumeln. Vor allem die Yuan-Abwertung Anfang August hat den deutschen Autowerten zugesetzt. Dabei ist eine schwache chinesische Währung an sich nicht schlimm – VW produziert die Autos für den chinesischen Markt vor Ort und wäre als Exportunternehmen von der Abwertung nur mäßig betroffen. Doch die Anleger sorgen sich um die chinesische Nachfrageseite. Und die wird von der schwachen Konjunktur negativ beeinflusst.

Verlust seit dem 10. April 2015: -35,6 Prozent

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

+0,31 +1,23%
+25,56€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
DAX - RWE
6 von 16

Die Aktie von RWE hat seit dem Allzeithoch am stärksten gelitten. Analysten blicken mit Sorge vor allem auf die hohe Steuerquote des Energieversorgers. Insgesamt sei das politische und regulatorische Umfeld in Deutschland ungünstig für das Unternehmen, begründet etwa Analyst Vincent Gilles von der Credit Suisse.

Verlust seit dem 10. April 2015: -43,6 Prozent

GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006602006
Börse
L&S

+0,87 +3,75%
+23,96€
Chart von GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
MDAX - Gea Group
7 von 16

Deutlich bergab ging es auch für den auf Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie spezialisierten Anlagenbauer Gea. Schrumpfende Auftragseingänge und die Russland-Krise machen dem Unternehmen zu schaffen. Zudem schlagen hohe Kosten für den Konzernumbau zu Buche, mit dem Gea-Chef Jürg Oleas das Unternehmen nach den Zukäufen der vergangenen Jahre verschlanken will. Das brachte dem Unternehmen im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 21,8 Millionen Euro ein.

Verlust seit dem 10. April 2015: -29,4 Prozent

Auch der Kurs des Euro hat nach dem gestrigen Höhenflug wieder nachgegeben. Zuletzt wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1513 Dollar gehandelt. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen fielen um 19/32 Punkte auf 99 6/32 Punkte und rentierten mit 2,09 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,3 Milliarden Aktien den Besitzer. 1384 Werte legten zu, 1721 gaben nach und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 2,6 Milliarden Aktien 1379 Titel im Plus, 1480 im Minus und 113 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 26/32 auf 99-06/32 nach. Sie rentierten mit 2,09 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben auf 101-04/32 nach und hatten eine Rendite von 2,82 Prozent. Die Zinssenkung in China hatte hier noch länger eine beruhigende Wirkung, so dass Anleger sich von den als sicher geltenden US-Staatsanleihen trennten.

Finance Briefing
  • rtr
  • dpa
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